Was ist eine gute, was ist eine schlechte Spekulation?

Es gibt gute und schlechte Spekulationen, die sich wiederum positiv oder negativ auf die Wirtschaft auswirken können. (Foto: cybrain / Shutterstock.com)

Spekulationen kommen in der Wirtschaft sehr häufig vor.

Dabei versucht der Anleger, zukünftige Preisunterschiede – hervorgerufen durch Fehleinschätzungen des Marktes – zum eigenen Vorteil zu nutzen.

Entscheidend ist in diesem Zusammenhang die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis des Gegenstandes, der gehandelt wird.

Wenn der Verkaufspreis über dem Kaufpreis liegt, wird ein Spekulationsgewinn erzielt. Allerdings müssen von diesem Betrag eventuell noch Transaktionskosten und Haltungskosten abgezogen werden.

Grundsätzlich kann auf alle Gegenstände, die am Markt gehandelt werden, spekuliert werden, indem die zugehörigen Aktien, Devisen und Wertpapiere gekauft und wieder verkauft werden.

Dabei kann entweder auf steigende oder fallende Kurse spekuliert werden (sogenannte Hausse- bzw. Baisse-Spekulation).

Letzteres ist allerdings nur möglich, wenn Futures bzw. Terminkontrakte, also eine spezielle Art von börsengehandelten Termingeschäften, gehandelt werden.

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Eine gute Spekulation liegt dementsprechend vor, wenn ein möglichst hoher Spekulationsgewinn erzielt wurde. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Fehleinschätzungen des Marktes frühzeitig erkannt und ausgenutzt werden können.

Allerdings kann es dabei auch zu Fehleinschätzungen des Anlegers kommen. Liegt der Verkaufspreis schließlich doch unter dem Ankaufspreis, so ist die Spekulation fehlgeschlagen und es sind Spekulationsverluste entstanden.

Spekulationen können sowohl einen positiven als auch einen negativen Nutzen haben.

Volkswirtschaftlich betrachtet regulieren Spekulationen bis zu einem bestimmten Grad den Markt und wirken so stabilisierend auf Handelbarkeit und Preise der Marktgegenstände ein.

Im Gegensatz dazu können Spekulationen allerdings auch Kursveränderungen erst selbst hervorrufen und so das Marktgleichgewicht stören. Indem sich Spekulationsblasen bilden, können diese sogar immense Börsencrashs auslösen.

Bereits im 17. Jahrhundert platzte die erste Spekulationsblase um die sogenannte Tulpenmanie. Dabei wurde von 1634 bis zum 7. Februar 1637 auf den Anstieg des Tulpenpreises spekuliert.

In jüngster Zeit entstand aufgrund von Spekulationen auf steigende Aktienkurse vieler Technologieunternehmen die Dotcom-Blase – im Jahr 2000 konnten die Unternehmen die hohen Erwartungen schließlich nicht mehr erfüllen.

Erheblich größer waren und sind jedoch die Auswirkungen der geplatzten Immobilienblase in den USA.

Infolge dieser sogenannten Subprime-Krise 2007 kollabierte auch das amerikanische Bankensystem, wodurch im gleichen Jahr die Finanzkrise ausgelöst wurde.

Diese betrifft nicht nur Amerika, sondern auch viele europäische Industrienationen. In diesem Fall lösten Spekulationen also sogar eine internationale Finanzkrise aus.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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