Was Neulinge über den Aktienhandel wissen sollten

Auch wenn viele meinen, der Aktienhandel sei mit einem Glücksspiel gleichzusetzen, ist die Börse kaum mit einer Lotterie oder einem Roulette zu vergleichen. Denn durch Aktienbesitz werden aus einfachen Anlegern praktisch Unternehmer: Aktionäre sind Anteilseigner einer Gesellschaft. Eine Aktie stellt den Teil eines Wertes eines Unternehmens dar.

Börsen 1×1 – keine Rendite ohne Risiko

Der Aktionär hat einen Anspruch auf einen Teil des Gewinns der Unternehmung. Dieser wird – meistens einmal im Jahr – in Form der Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Umso erfolgreicher eine Gesellschaft ist, umso mehr Gewinn erwirtschaftet sie. Und das heißt im Börsen 1×1, je erfolgreicher das Unternehmen, je begehrter werden ihre Aktien – der Kurs der Aktie wird steigen.

Das größte Risiko beim Aktienhandel besteht darin, dass die Geschäfte der ausgewählten Gesellschaften schlechter laufen als erwartet. Wenn das Unternehmen weniger Gewinn erzielt, sinkt die Dividende. Seine Aktien werden weniger stark nachgefragt und der Kurs sinkt. Dadurch verringert sich unweigerlich auch der Wert des Investments.

Dabei sollten Anleger auch die Entwicklung des entsprechenden Marktes im Auge behalten. Denn auch wenn ein Unternehmen sinkende Gewinne verzeichnet, kann es noch immer erfolgreicher sein als der Markt oder die Konkurrenz.

Die Börse als Handelsplatz für Unternehmensanteile

Das Börsenparkett kann durchaus mit einem Wochenmarkt oder einem Basar verglichen werden. Auch hier begegnen sich Käufer und Verkäufer und handeln – immer nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage – den Preis für ihre Produkte aus. In unseren modernen Zeiten wird der Handel mit Aktien allerdings immer weniger über persönliche Kontakte sondern nahezu ausschließlich über Computer und Internet abgewickelt.

Auf dem zeitgemäßen Börsenparkett, der heute eher ein elektronischer Marktplatz ist, werden auch die Aktien selbst so gut wie kaum mehr in physischer Form gehandelt. Während es in früheren Zeiten üblich war, die erworbenen Anteilsscheine von der Bank mit nach Hause zu nehmen, ist dies heute nahezu ausgeschlossen. Aktienbesitz wird in unseren Tagen fast nur verbrieft und in so genannten Girosammelstellen verwaltet.

Ein großer Vorteil der Aktienbörsen gegenüber den Wochenmärkten besteht darin, dass es auf dem Börsenparkett klare, eindeutige Regeln gibt, die darüber hinaus sehr stark beispielsweise von der Deutschen Börse und besonderen Behörden kontrolliert werden. Das schützt Anleger vor unlauteren Machenschaften und gibt größtmögliche Sicherheit.

Als Aktionär nehmen Anleger am wirtschaftlichen Wohl und Wehe einer Gesellschaft teil. Sie dürfen sogar auf der jährlich stattfindenden Jahreshauptversammlung unmittelbar Kritik an der Unternehmenspolitik üben und beispielsweise über die Höhe der Dividende diskutieren. Auf der Hauptversammlung ist es für Anleger sogar möglich, dem Management per Abstimmung das Vertrauen zu entziehen.

29. Mai 2017

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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