Was ruft am Aktienmarkt wesentliche Bewegungen hervor?

Große Bewegungen am Aktienmarkt werden durch Differenzen zwischen Angebot und Nachfrage ausgelöst. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

Eine bedeutende Bewegung des Aktienmarkts in die eine oder die andere Richtung hängt von schier unzähligen Faktoren ab; angefangen bei Konjunkturdaten, über geopolitische Ereignisse, bis hin zur Grundstimmung des Marktes.

Eines eint diese Vielzahl von Ereignissen und Einflüssen jedoch: Stets gibt es eine entscheidende Differenz zwischen Angebot und Nachfrage, ob der Aktienmarkt nun stark im Aufwind ist oder einbricht.

Ganz einfach ausgedrückt heißt das, dass all die Aktien, welche die Leute verkaufen möchten, das Angebot darstellen, während diejenigen, die die Menschen kaufen möchten, die Nachfrage ausmachen.

Entsteht zwischen diesen beiden Gruppen nun eine entscheidende Abweichung, hat das eine merkliche Bewegung am Aktienmarkt zur Folge.

Je größer dieses Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ausfällt, desto stärker wirkt sich dies in aller Konsequenz auf die Börse aus.

Angenommen, der Kurs eines bestimmten börsennotierten Unternehmens steigt um 15%, so wird auch der zugehörige Preis pro Aktie ansteigen.

Der Grund hierfür ist, dass in diesem Moment mehr Anleger darauf aus sind, diese Aktie zu kaufen als sie zu verkaufen.

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Dieser Unterschied zwischen Angebot und Nachfrage wird den Aktienpreis so lange steigen lassen, bis auf diese Weise wieder ein Gleichgewicht erreicht ist.

Da in diesem Fall, wie bereits erwähnt, mehr Käufer als Verkäufer auf dem Aktienmarkt unterwegs sind, müssen die Käufer also ein höheres Angebot für die jeweilige Aktie abgeben, um die Verkäufer dazu zu bewegen, sich davon zu trennen.

Ist der gesamte Markt in Bewegung, ergibt sich dasselbe Bild: Sind mehr Käufer als Verkäufer an der Börse tätig, befinden sich die jeweiligen Unternehmen analog zum Gesamtmarkt im Aufwind und anders herum.

Im Grunde genommen ist die Börse ja schließlich nichts anderes als eine Ansammlung verschiedenster Unternehmen.

Ein Beispiel:

Am 17. September 2001 fiel der Dow Jones um 7,1% – einer der gravierendsten Tagesverluste, die dieser Index jemals erlitten hat.

Dieser massive Einbruch an der New Yorker Börse kann als ganz deutliche Reaktion auf die etwa eine Woche vorher geschehenen verheerenden Terroranschlägen von 9/11 gesehen werden.

Dass der Dow so erschreckend tief notierte, war die Folge der gestiegenen Unsicherheit bezüglich der Zukunft, der Angst vor weiteren Anschlägen und nicht zuletzt vor einem drohenden Krieg.

Schlussendlich verleiteten diese Umstände wesentlich mehr Menschen dazu, den Aktienmarkt zu verlassen als dort einzusteigen. Und schließlich stürzten die Aktienpreise als Folge der deutlichen Abnahme der Nachfrage in den Keller.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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