Wie Sie vor Ausfällen durch Computerfehler am Aktienmarkt geschützt werden

Frage: Was schützt einen Investor vor Ausfällen, durch die die elektronische Bestätigung des Aktienbesitzes zerstört wird? Momentan wird der Hauptteil des […] (Foto: dominic8 / Shutterstock.com)

Frage: Was schützt einen Investor vor Ausfällen, durch die die elektronische Bestätigung des Aktienbesitzes zerstört wird?

Momentan wird der Hauptteil des Aktienhandels elektronisch durchgeführt. Daran beteiligt sind sowohl Broker als auch die Transferstelle des Unternehmens, das die Aktien ausgegeben hat. Wenn Zertifikate ausgestellt werden, werden die Wertpapiere unter dem Namen des Anlegers bei der Transferstelle/dem Unternehmen registriert und physisch an den Anleger übergeben.

Um heutzutage eine Aktie zu verkaufen, muss sie der Anleger zunächst in einem Broker-Konto ablegen, wo sie ihren physischen Status verliert und in elektronische Daten umgewandelt wird. Die Aktien werden nun elektronisch auf den Broker übertragen und ebenfalls über Computer gehandelt. Hierdurch muss das Wertpapier nicht mehr physisch ausgetauscht werden. Die Broker agieren nun auf Anweisung ihrer Kunden und müssen nicht mehr tun, als die Daten zwischen ihnen und der Transferstelle auszutauschen.

Die Transferstelle speichert und verwaltet die Namen von jedem registrierten Teilhaber. Dazu kommt die Adresse jeder Person und die Anzahl an Aktien. Sie sorgt dafür, dass für den Handel freigegebene Zertifikate ungültig gemacht werden und neue Besitzer ein gültiges Zertifikat bekommen.

Wahl der Depotbank: Nehmen Sie sich vor diesen Kostenfallen in AchtEine große Zahl verschiedener Depotbanken ringt um die Gunst der Anleger. Vor welchen Kostenfallen sollten Sie sich als Anleger in Acht nehmen? › mehr lesen

In Zeiten vor Online-Brokern musste jeder Aktionär ein physisches Zertifikat benutzen. Heute müssen Sie dieses jedoch extra anfordern, was jedoch hohe Kommissionen und  Kosten nach sich zieht. Daher wird diese Möglichkeit nur noch selten genutzt. Der Verzicht auf einen physischen Nachweis hat dabei nicht nur den Vorteil, dass Sie keinen sicheren Platz für Ihre Aktien mehr benötigen, Sie können die Wertpapiere auch deutlich schneller wieder verkaufen. Früher mussten die Broker erst warten, bis Sie das Zertifikat abgegeben haben und die elektronischen Hinweise auf den Broker übertragen waren – im Zweifel war der beste Verkaufszeitpunkt da schon vergangen.

Da sowohl der Broker als auch die Transferstelle die elektronischen Daten auf ihren Rechnern gespeichert haben, ist es sehr unwahrscheinlich, dass beide Unternehmen gleichzeitig von einem Datenverlust betroffen wären. Dies bietet Ihnen eine hohe Sicherheit, zumal ein Großteil der Unternehmen weitere Sicherheitssysteme installiert haben, die Ihre Daten vor dem Weg ins Nirvana sichern sollen.

Dennoch kann es nie schaden, wenn Sie die Handelsbestätigungen und alle weiteren Dokumente des Wertpapierkaufs behalten, um im Zweifel Ihren rechtmäßigen Besitz bestätigen zu können.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.