Was Sie über Umsätze unbedingt wissen sollten! (Teil 2)

Vor einer Woche prognostizierte Robert Shiller, „der Markt (gemeint ist die Wall Street) könne ab hier um 50% steigen“. Der […] (Foto: ricochet64 / shutterstock.com)

Vor einer Woche prognostizierte Robert Shiller, „der Markt (gemeint ist die Wall Street)könne ab hier um 50% steigen“.

Der amerikanische Wirtschafts-Professor erlangte Berühmtheit und „Guru“-Status, nachdem er im Jahr 2000 den Crash aufgrund der Internet-Blase und im Jahr 2007 den Crash des US-Immobilienmarktes voraussah.

Shiller sieht eine „realistische Möglichkeit, dass die Preise für Aktien und Häuser noch einige Jahre lang weiter steigen können“.

Nun, derselbe Shiller hielt Mitte März US-Aktien noch für „weit überbewertet“. Und im September 2015 sah er einen Crash mit „70%-iger Wahrscheinlichkeit“ voraus:

Wenige Wochen zuvor, im August, war der S&P 500 bereits innerhalb von 6 Handelstagen um -11% eingeknickt. Der Crash blieb aus.

Verbessern Sie mit der Umsatz-Analyse Ihr „Timing“

Statt auf Prognosen verlasse mich daher lieber auf meine eigenen Analyse-Ergebnisse, die ich mittels der Charttechnik und der Technischen Analyse gewinne.

Dabei spielen die Umsätze eine herausragende Rolle.

Im 1. Beitrag zum Thema hatte ich Ihnen gezeigt, wie die Umsätze Ihnen bei der Entscheidung helfen können, ob Sie überhaupt in eine bestimmte Aktie investieren sollten.

An dieser Stelle bringe ich Ihnen näher, wie Sie die Umsatzdaten für ein besseres „Timing“ beim Ein- und Ausstieg nutzen können.

Nur Angebot und Nachfrage bestimmen den Aktienkurs

Es ist eigentlich ein „alter Hut“, wird aber gerne hin und wieder vergessen: Die Richtung der Aktienkurse wird einzig und allein von Angebot und Nachfrage bestimmt!

Der weit überwiegende Teil beider Komponenten wird dabei von den Großinvestoren getragen: Dazu gehören:

  • Investmentfonds,
  • Hedgefonds,
  • Pensionsfonds,
  • Banken,
  • Versicherungen,
  • Vermögens-Verwaltungen
  • und sehr reiche Einzel-Investoren.

Warum die Großinvestoren für Sie so bedeutsam sind

Um Ihnen eine Vorstellung zu geben, über welche Größenordnungen wir sprechen, hier ein Beispiel:

Ein Investmentfonds, der mehr als 1 Mrd. € verwaltet und nur 2% davon in eine Aktie anlegt, muss dafür 20 Mio. € aufwenden.

Bei einem Kurs von 116,50 € müsste der Fonds also 171.674 Bayer-Aktien kaufen. Wie wir im 1. Beitrag sahen, entspräche das einem Anteil von 9% des durchschnittlichen Tages-Umsatzes.

Solche Transaktionen hinterlassen Spuren im Umsatz und im Kurs: Beide würden kräftig steigen.

Bayer Aktie

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Deshalb ist es so wichtig, diesen Spuren zu folgen: Denn die Großinvestoren bestimmen mit ihren Investments die Trends einzelner Aktien.

So folgen Sie den Spuren der Großinvestoren

Doch wie können Sie das Verhalten des „Big Money“ verfolgen? – Die Lösung heißt On-Balance-Volumen.

Dieser technische Indikator verknüpft die täglichen Kursveränderungen mit den dazugehörigen Umsätzen, also exakt die beiden Faktoren, bei denen die Großinvestoren ihre Spuren hinterlassen.

+120% Gewinn in 12 Monaten mit dem Großinvestoren-Indikator

Die nachfolgende Grafik zeigt Ihnen, wie ich das On-Balance-Volumen 2012 / 2013 nahezu perfekt für die Leser meiner Wachstumsaktien-Strategie nutzen konnte.

(Wie Sie „Die Wachstumsaktien-Strategie“ kostenlos und unverbindlich einmal testen können, erfahren Sie am Ende dieses Beitrages.)

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Celgene Corp: +120% Gewinn in 12 Monaten mit Hilfe des On-Balance-Volumens

Die Aktie des auf Krebs-Therapie spezialisierten Bio-Pharma-Konzerns empfahl ich meinen Lesern erstmals Ende Dezember 2012.

Wie Sie im Chart sehen, stieg das On-Balance-Volumen (OBV) schon seit 6 Monaten kontinuierlich an: Die Großinvestoren stockten ihre Celgene-Positionen immer weiter auf.

Selbst in der Seitwärts-Bewegung ab September 2012 (blau unterlegt) kletterte der Großinvestoren-Indikator weiter an: Die Großinvestoren setzten ihre Käufe also unverdrossen fort.

Daher nutzten wir den Rücksetzer im Kurs und im OBV im Dezember zum Einstieg. Das Basis-Einstiegssignal war die Tassen-Formation, die der Celgene-Kurs ausgebildet hatte.

Im Chart können Sie übrigens prima erkennen, dass der Indikator – wie auch die Kurse – über 1,5 Jahre hinweg einem Aufwärtstrend folgte.

Der 1. Teilausstieg erfolgte fast perfekt auf dem Niveau des damaligen Allzeithochs (vertikaler linker roter Balken).

Beim Verkauf der restlichen Anteile nahmen wir den kurz darauf folgenden Trend-Bruch im On-Balance-Volumen sozusagen vorweg.

Die Leser der Wachstumsaktien-Strategie realisierten in der Spitze einen (währungsbereinigten) Gewinn von +111,2%. Auf USD-Basis waren es sogar +120,0%!


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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.