Web Summit 2018: Diese Startups sollten Sie im Blick behalten

Lissabon ist auch im November 2018 wieder die Welthauptstadt der Techbranche. Auch Startups präsentieren sich den Kunden und Investoren. (Foto: Web Summit / Flickr)

Der Web Summit in Lissabon ist nicht nur eine Bühne für große Unternehmen, sondern stellt vor allem kleinere, unbekanntere Firmen ins Rampenlicht.  Schon im letzten Jahr waren mehr als 1.500 Startups in den verschiedenen Messehallen dabei – in 2018 dürfte diese Zahl noch höher liegen.

Auf dieser Seite finden Sie eine Auswahl an Startups, die schon in wenigen Jahren zu den bekannten Namen in ihren jeweiligen Branchen gehören könnten.

Atlas Biomed

 

Name: Atlas Biomed Group

Branche: Medtech & Pharma

Land: Vereinigtes Königreich

Gründung: 2016

 

Überblick

Atlas Biomed Group wurde 2016 von Sergey Musienko im Vereinigten Königreich gegründet. Das Unternehmen mit Hauptsitz in London beschäftigt 50 – 200 Mitarbeiter und ist bereits in 10 europäischen Ländern (einschließlich Deutschlands) tätig.

Im Mittelpunkt des Unternehmens stehen Gesundheitsförderung und hochpersonalisierte Gesundheitsempfehlungen. Atlas Biomed macht sogenannte DNA- und Mikrobiom-Tests, deren Ergebnisse analysiert werden, um individuelle Risikofaktoren zu identifizieren und individuelle Empfehlungen seinen Kunden anzubieten.

Produkte

DNA-Tests dienen dazu, mehr über die genetische Natur eines Lebewesens zu erfahren. In der letzten Zeit werden solche Untersuchungen immer günstiger und dadurch auch attraktiver für Kunden. Laut Sergey Musienko, CEO von Atlas Biomed, unterscheidet sich sein Unternehmen dadurch, dass es diese DNA-Technologien benutzt, um seine Kunden zu einem gesunderen Lebensstil zu inspirieren. Erstens, beruhen die Analysen und daraus folgende Empfehlungen nicht nur auf dem DNA-Test, sondern auch auf dem Mikrobiom-Test. Der erste Test zeigt, mit welchen Gesundheitsrisiken man rechnen soll. Der zweite analysiert das Mikrobiom, um mögliche Verdauungsprobleme festzustellen. Und zweitens, besteht der Unternehmer darauf, dass nur die Kombination von den zwei Tests und regelmäßigen medizinischen Untersuchungen genaue und immer relevante Informationen über den gegenwärtigen Zustand des Körpers liefern können, was zu genaueren und zuverlässigen Prognosen führt.

Leitung

Sergey Musienko ist Mitgründer und CEO von Atlas Biomed Gruppe. Er studeirte Bioinformatik an dem Moskauer Institut für Physik und Technologie (MIPT) und nahm an Bildungsprogrammen der Singularity Universität (Silicon Valley) teil. Daniel Downs ist Geschäftsführer des Unternehmens und ist für die Weiterentwicklung des Geschäftes im Vereinigten Königreich und in Europa zuständig. Er hat über 20 Jahre Erfahrung in der Leitung internationaler Unternehmen in Europa sowie im Nahen Ost und Russland. Das wissenschaftliche Team wird von Prof. Jim Wilson (Professor für Humangenetik an der Universität von Edinburgh), Dr. Jim Kaput (ehemaliger Leiter der Abteilung für personalisierte Ernährung bei der FDA in den USA) sowie Prof. Ancha Baranova (Professorin an der School of Systems Biology) geleitet.

Perspektiven

Sergey Musienko ist davon überzeugt, dass „personalisierte Gesundheit“ bald in unserem Alltagsleben integriert wird. Er behauptet, dass eine Kooperation mit DNA- und Tech-Unternehmen für Big Pharma und Lebensmittelunternehmen von Vorteil ist, weil sie dadurch spezifische gesundheitliche Bedürfnisse ihrer Kunden ansprechen können.

Atlas Biomed Group beschäftigt sich nicht nur mit den Tests, die sie entwickelt hat. Neben Atlas Biomed Research gehören auch Atlas Medical Center, Atlas Oncology Diagnostics und Atlas Medical Journal zu der Holding. Allerdings sind sie derzeit ausschließlich in Russland (Moskau) tätig.

Bonaverde

 

Name: Bonaverde Coffee AGBranche: Hardware & IoT

Land: Deutschland

Gründung: 2013

 

Überblick

Das Start-Up aus Berlin produziert und liefert Kaffeemaschinen sowie Kaffeebohnen weltweit. Der Gründer, Hans Stier, hatte vorher schon mit Kaffee-Start-Ups zu tun, aber leider ohne großen Erfolg. 2013 gründete er dann Bonaverde Coffee AG und finanzierte sie durch Crowdfunding. Heute ist sein Unternehmen erfolgreich und wurde auch für seine Innovation ausgezeichnet. Zu den Auszeichnungen gehören der Product Innovation Award (Coffee Shop Innovation Expo 2017) sowie der Dealearscope IMPACT Award (2018).

Produkte

Seine Kaffeemaschine (der “Berliner“) ist die erste ihrer Art, die seöbstständig Kaffeebohnen rösten, mahlen und brühen kann. Der RFID-Chip auf den Packungen enthält alle Informationen über die Vorbereitung der Bohnen (z. B. der Dauer des Röstens) und übermittelt sie an die Maschine. Der ganze Prozess dauert laut der offiziellen Angaben auf der Webseite nur 15 – 20 Minuten, abhängig von der ausgewählten Kaffeesorte.

Außer der Kaffeemaschine Berliner bietet Bonaverde den Kunden Coffee Membership. Dazu gehört beispielsweise die Nachlieferung von Kaffeebohnen und Ersatzteilen (z. B. Filtern, Entkalkern), die dank LoT-Technologien voll automatisch bestellt wird.

Herausforderungen/Kritik

Das Unternehmen wurde stark von seinen Crownfunding-Unterstützern kritisiert. Die Herstellung von den ersten Kaffeemaschinen wurde mehrmals verschoben und dauerte mehr als 3 Jahren. Außerdem, behaupten viele, dass sie auf ihre Kaffeemaschinen immer noch warten, auch wenn sie die als die ersten hätten bekommen sollen. Einige verlangen jetzt Rückerstattungen und beklagen, dass der Prozess viel Zeit in Anspruch nimmt und schon ein paar Jahre dauert. Das Unternehmen gibt zu, dass es ihm als ein Start-Up-Unternehmen schwer fehlt, alle Unterstützer zufrieden zu stellen, aber es sucht noch nach einer passenden Lösung.

Vielen Kunden fiel darüber hinaus auf, dass sich ausschließlich Bonaverde Kaffeebohnen für die Kaffeemaschinen eignen. Das heißt, ohne einen passenden RFID-Chip funktionierten sie nicht. Außerdem konnten die Nutzer früher den Prozess gar nicht beeinflussen. Heutzutage kann man den sogenannten Coffee Consierge (Facebook Messenger Chatbox) benutzen, um ohne RFID-Chip seine Kaffeemaschine zu benutzen und die Einstellung für Rösten oder Brühen selbst zu ändern.

Leitung

Hans Stier ist CEO und Mitgründer des Unternehmens. Bonaverde ist schon sein drittes Start-Up, aber das erste, das schon einige Zeichen von Erfolg zeigt. Er bekommt Unterstützung von dem berühmten deutschen Unternehmer Michael Brehm. Der Start-Up-Investor war einer der ersten, der in Lieferando investierte. Aber sein Vermögen verdiente er durch den Verkauf von StudiVZ an Facebook (für 85 mio. €).

Perspektiven

Das Unternehmen versucht auch Infrastruktur zwischen Kaffeelandwirten und Kunden zu bilden. Die Idee dahinter ist, den Zwischenhändler wegzulassen. Seine App liefert schon die Informationen über Landwirten, von denen die Kunden direkt bestellen können. Außerdem legt das Unternehmen einen großen Wert auf Nachhaltigkeit und Unterstützung der lokalen Gemeinschaften.

Boostmi

 

Name: Boostmi

Branche: Autotech

Land: Kanada

Gründung: 2015

 

Überblick

Das kanadische Unternehmen bietet innovative Lösungen zu für Autofahrer an, die während des Fahrens Hilfe wegen einer Panne oder wegen eines Unfalls benötigen. Boostmi-App verbindet Fahrer mit anderen Fahrern (peer-to-peer) und Fahrer mit Dienstleistern, die schon in 15 Minuten am Ort sein können. Die Nutzer bezahlen keine Mitgliedschaftsgebühren, nur die Arbeit  (pay-per-use). Als ein Start-Up mit Eigenschaften von Sharing Economy wird Boostmi häufig mit Uber und AirB&B verglichen. Laut Ceo Mike Bibeau hat Boostmi ein großes Potenzial und wird schon bald außerhalb Kanada tätig.

Produkte

Zu den Dienstleistungen von Boostmi gehören unter anderen Starthilfe, Reifenpannen- und Abschleppdienste. Ein verunglückter Fahrer sucht nach einem Dienstleister (oder einem anderen Fahrer, der ihm helfen kann) mit der App und soll schon nach 15 Minuten professionelle Hilfe bekommen. Die Starthilfe zum Beispiel kostet $25 (€21,71), davon entfallen $5 auf die Gebühren, $20 bekommt der Dienstleister, welcher bargeldlos in der App bezahlt wird. Alle Fahrer können sich als Dienstleister anmelden. Neben den Dienstleistungen bietet Boostmi verschiedene Smart-Start-Batterie-Sets (ab $99,99 oder €86,84), laut Boostmi moderne und sichere Lösungen als die traditionellen Starthilfen.

Boostmi CEO Mike Bibeau betont, dass sein Start-Up sich von der Konkurrenz CAA (Canadian Automobile Association) in drei Dingen signifikant abhebt. Erstens seien die Kosten für Dienstleistungen bei Boostmi deutlich niedriger. Zweitens gebe es keine Mitgliedschaftsgebühren. Und drittens verbinde die App viele Dienstleister und Autofahrer, die in der Nähe seien und sofort kommen könnten, was die Wartezeit deutlich verkürze (von 30-40 Minuten auf 15 Minuten).

Herausforderungen/Kritik

CAA (Canadian Automobile Association) kritisiert Boostmi dafür, dass das Unternehmen Anleitungsvideos zu Starthilfe postet und peer-to-peer Kontakte ermöglicht. Die Experten behaupten, es sei zu gefährlich, solche Reparaturen unprofessionell durchzuführen. Außerdem könne die Starthilfe dem Auto schaden, wenn das Problem nicht an der Batterie liegt.

Allerdings sind solche Dienstleistungen nicht gesetzlich geregelt, was heißt, dass jeder Auto-Reparaturen durchführen kann und das Unternehmen nicht haftbar ist.

Leitung

Mike Bibeau ist Mitgrüder und CEO von Boostmi. Er war früher CEO von What’s-In-Store Applications, einer App, die Karten von Kaufzentren entwickelt hat. Spencer Pringle (CPO) war auch bei What’s-In-Store Applications tätig und arbeitete dazu bei Apple Retail.

Perspektiven

Das Start-Up ist schon in mehreren Städten Kanadas verfügbar. Laut Mike Bibeau wird Boostmi in Kürze in Skandinavien tätig sein, da das Unternehmen schon Partner vor Ort gefunden habe, die Interesse an Investitionen in das Start-Up bekundet hätten. Danach sei es einfacher in anderen europäischen Ländern auf sich aufmerksam zu machen und mehr Unterstützung zu bekommen. Außerdem stehe die USA ebenfalls auf der Liste potenzieller Märkte, die Boostmi  gerade prüft.

Botfuel

 

Name: BotfuelBranche: KI & Maschinelles Lernen

Land: Frankreich

Gründung: 2016

 

Überblick

Botfuel ist ein Start-Up- Unternehmen aus Frankreich, das personifizierte Chatbots (für Facebook Messager, WhatsApp,Webseiten, uzw) entwickelt und pflegt. Die Technologien, die es implementiert, umfassen Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen sowie Sprachanalyse. Die Tools, die das Unternehmen anbietet,  sollen es den Kunden ermöglichen, ohne spezielle Fachkenntnisse in Programmierung Chatbots in ihre Webseite zu integrieren und an die individuellen Bedürfnisse anzupassen.

Produkte

Das Start-Up bietet die folgenden Lösungen an: Botfuel Dialog, Botfuel NLP, Botfuel Trainer, Botfuel Webchat, Botmeter. Alle Produkte und Tools sind für Kunden ohne spezielle Fachkenntnisse von Programmierung oder der künstlichen Intelligenz gedacht. Die komplizierten Prozesse laufen automatisch und sind in den Tools schon integriert.

Botfuel Dialog lässt seine Kunden Chatbots einfach entwickeln und selbst implementieren. Die Kunden können sich auf die Eigenschaften, Merkmale und Funktionen ihres Chatbots konzentrieren und sein Verhalten wie gewünscht anpassen.

Um die natürliche Sprache zu verstehen, brauchen Chatbots Botfuel NLP (Natural Language Processing). Botfuel NLP kann Eingaben (Inputs) interpretieren und passende Antworten oder Funktionen finden. Die häufigsten Eingaben (z. B. Name, Adresse, uzw) kennt  es auf vier Sprachen.

Die Technologien hinter Botfuel Trainer dienen zum Testen und Verbesserung der Chatbots. Man kann Einstellungen, mögliche Eingaben und Reaktionen sowie den Wortschatz ändern, sodass das Programme Menschen besser verstehen und darauf reagieren kann.

Mit Botfuel Webchat kann man einen Chatbot in seine Webseite integrieren. Das Tool lässt einen das Interface und auch andere Eigenschaften ändern, sodass sie die dem Image der Firma entsprechen und hochpersonifizierte Nutzererfahrung gewährleisten.

Botmeter ist ein Tool, das die Dialogen speichert und sie auswertet. Die Nutzer können die Leistungen von ihren Chatbots (KPI einschließlich) analysieren und notwendige Änderungen vornehmen. Außerdem liefert Botmeter wichtige Informationen über die Kunden und ihre Probleme/Beschwerden.

Leitung

Für Javier Gonzalez Helly (Co-CEO) ist es nicht sein erstes Unternehmen im Bereich der KI und des maschinellen Lernens. Früher war er CEO und Mitgründer von Chatbots Paris: die größte Gemeinschaft von Experten in Chatbots und KI, die mögliche Auswirkungen von Chatbots auf Geschäfte untersuchte.

Yan Georget (Co-CEO) war sein ganzes berufliches Leben in Tech-Branche tätig. Vor Botfuel hat er schon mehrere Unternehmen gegründet, z. B. Shotgun, SkinCar, Koalog.

Perspektiven

Botfuel beschäftigt derzeit rund 19 Mitarbeiter ( die genaue Zahl ist nicht bekannt) und bekommt finanzielle Unterstützung von verschiedenen Investoren (Seventure Partners, Breega Capital, BPI France, La French Tech). Das Start-Up baut sein Netzwerk aus und kooperiert bereits mit iAdvize, Keyrus, Smooch und Dimelo. Außerdem sucht Botfuel aktiv weiter nach Partnern, besonders in den Bereichen Technologie und Consulting.

Coinfy

 

Name: Coinify ApS

Branche: Fintech

Land: Dänmark

Gründung: 2014

 

Überblick

Coinify ist ein dänisches Start-Up, das sich auf Finanzen und die Herausforderungen der digitalen Welt konzentriert. Es beschäftigt sich in erster Linie mit Blockchain, E-commerce und anderen technologischen Innovationen. Zu seinen Finanzdienstleistungen zählen Trading (für Privat- und Geschäftskunden), Merchant und Enterprise (Zahlungssystem-Lösungen für Unternehmen) sowie Plugins (für Softwareentwickler)

Produkte

Trading ist eine Softwarelösung für Bitcoin-Trading. Das Interface begleitet den Nutzer durch den Prozess von Anmeldung bis Bitcoin Kauf. Wenn man irgendwelche Schwierigkeiten hat, kann man sich an den Customer Support wenden, der laut Bewertungen zuverlässig und hilfreich sein soll.

Im Gegensatz zu Trading richten sich Merchant und Enterprise nach Geschäftskunden. Mit Hilfe von Merchant können Unternehmen Bitcoin und Blockchain-Zahlung zu ihren Zahlungssystemen hinzufügen und die Kunden damit auch zahlen lassen. Für Enterprise werden sich meistens Trading und Finanzfirmen interessieren, weil die Softwarelösung Trading mit Kryptowährungen in bereits vorhandenen Trading-Systemen integriert.

Plugins und APIs sollen es den Softwareentwicklern vereinfachen, in Trading, Merchant oder Enterprise Änderungen vorzunehmen und die Systeme zu kontrollieren.

Herausforderungen/Kritik

Einige Privatkunden behaupten, sie wurden betrogen und verlieren ihr Geld. Sie beklagen sich, dass Coinify nicht genug in Sicherheit investiert. Das Start-Up besteht darauf, dass es nur für die Zahlungen  und Lieferung von Bitcoin verantwortlich sind. Den Zugang zu oder die Kontrolle über Bitcoin Wallet hat es nicht und deswegen obliege es nicht  Coinify, unautorisierte oder illegale Aktivitäten zu vermeiden oder den Nutzer über solche zu informieren.

Leitung

Mark Højgaard ist Mitgründer und CEO von Coinify. Er hat über 18 Jahre Erfahrung in den Bereichen Technologie und Zahlungssystemen. Seine Vision und sein innovatives Denken spielen immer noch eine große Rolle bei der Entwicklung des Unternehmens.

Hans Henrik Hoffmeyer ist ebenso Mitgründer von Coinify. Er ist auch COO (Chief Operating Officer) und ein Mitglied des Verwaltungsrats. Sein Lebenslauf umfasst technologische Unternehmen, wie IBM, Pandora und Nets Group.

Rikke Stær (Chief Commercial Officer) ist dafür zuständig, dass ihre Abteilungen die richtigen geschäftlichen Ziele verfolgt. Früher arbeitete sie über 10 Jahre in der technologischen Industrie und kann deshalb die Ziele des Unternehmens gut verstehen und erreichen.

Perspektiven

Coinify wird von großen und einflussreichen Investoren unterstützt, wie z. B. Nordic Eye Venture Capital, SEB Venture Capital, SEED Capital, Accelerace. Zu seinen Partnern gehören Abra (Kryptowährung Wallet) and  Guarda (Kryptowährung Softwarelösungen). In 4 Jahren nach der Gründung hat das Start-Up angesehene Auszeichnungen bekommen: Den Frost & Sallivan Best Practices Award (2017), den Nordic Startup Awards (2017), das Top 50 Financial IT Pathfinder Ranking (2016/2017), sowie die European FinTech 100, und wurde schon mehrmals für die EWPN The Diversity Award, The FinTech Power 50 und EY Start-Up of the Year nominiert.

Gremlin

 

Name: Gremlin

Branche: Sicherheit, Chaos Engineering

Land: USA

Gründung: 2016

 

Überblick

Das Start-Up ist im Bereich Sicherheit und Chaos Engineering tätig. Gremlin  testet die Fähigkeiten von Systemen, verschiedene Störungen zu widerstehen, ohne, dass es zu Downtime (Ausfallzeit) kommt. Die Hauptidee ist, durch kleine Angriffe das Verhalten von Systemen in „Notfall“ zu überprüfen, zu analysieren  und später zu verbessern. Kolton Andrus (CEO) vergleicht den ganzen Prozess mit einer Impfung: man „infiziert“ ein Cloud-oder ein Computersystem, um es stärker und belastbarer zu machen.

Produkte

Auch wenn es Chaos Engineering heißt, ist jedes Experiment sorgfältig durchgedacht, um ernsthafte Schäden zu vermeiden. Nach der Planung werden die ersten kleinen Versuche durchgeführt. Wenn ein System sie gut widersteht, werden dann kompliziertere und immer größere Angriffe gemacht. Wenn ein Problem auftaucht, wird es unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse werden untersucht, um optimale Empfehlungen zu formulieren.

Mit Hilfe solcher Tests kann man die Schwachpunkte (CPU, IO, uzw) identifizieren, die zu einer Downtime oder einem kompletten Shutdown des Systems führen können. Außerdem kann man unerwünschtes Verhalten des Systems (z. B. unerwartete Reboots) beheben.

Gremlin kann seine Methoden unterschiedlichen Unternehmen aus zahlreichen Bereichen anbieten. Die Software kann fast jeder benutzen. Man muss das Programm nur installieren und ein paar Zeilen der Programmiercode darauf eingeben.

Herausforderungen/Kritik

„Failure as a service” ist ein neuer Begriff, den nicht alle sofort erkennen oder verstehen, und wird oft in Zusammenhang mit Chaos Engineering benutzt. Er macht manchmal einen falschen Eindruck von einem unkontrollierten Angriff ohne irgendeinen Plan. Um mögliche Missverständnisse zu vermeiden, versucht man ihn durch „resiliency as a service”zu ersetzen.

Leitung

Kolton Andrus ist bei Gremlin als CEO tätig, er ist außerdem einer der Mitgründer. Zu seinem beeindruckenden Lebenslauf gehören unter anderen Amazon und Netflix, für die er als „Call Leader“ arbeitete. Er verbesserte Amazon Retail Webseiten sowie das Netflix Streaming mit Hilfe von Chaos Engineering.

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Matthew Fornaciari ist ein Mitgründer und CTO von Gremlin. Er war ebenso bei Amazon tätig und hat damals das „Fatal“ Team gegründet, die die Zahl von Fehlern auf der Webseite in einem Jahr halbierte.

Außerdem ist das Start-Up von Investoren unterstützt. Seine Partner sind Mike Dauber (Amplify Partners), Mike Volpi (Index Ventures), Tomasz Tunguz (redpoint Ventures).

Perspektiven

Nach 2 Jahren seit der Gründung hat das Start-Up schon mit Expedia, Under Armour, Twilio, usw gearbeitet. Gremlin gründete die erste Gemeinschaft  von Chaos Engineers und fördert den Austausch von Meinungen und Erfahrungen zwischen Experten aus der USA, Europa und Asien.

Monner

Name: Monner Group AS

Branche: Fintech

Land: Norwegen

Gründung: 2018

 

Überblick

Das Start-Up bietet finanzielle Unterstützung in erster Linie für kleine und mittelständische Unternehmen. Monner Group AS wurde im September 2018 in Norwegen gegründet und als Aktiengesellschaft registriert. Die Geschäfte, die Kredite von Monner bekommen können, müssen als Gesellschaft mit beschränkter Haftung registriert und ohne Zahlungsaufforderung kreditwürdig sein sowie mindestens 250.000 NOK (umgerechnet € 26.350) Jahresumsatz erzielen. Andere Bedingungen und Anforderungen könnten je nach Unternehmen vorgebracht werden.

Produkte

Monner Group spezialisiert sich auf Crowdfunding mit der Begründung, dass diese Art von Krediten bessere finanzielle Möglichkeiten als herkömmliche Bankkredite bietet. Die Bankenprozesse sind streng reguliert und standardisiert, was kein Problem für große Unternehmen ist, was aber große Hürden für kleine Firmen darstellt. Außerdem muss man Sicherheit für das Darlehen bereitstellen, was bedeutet, dass viele ihr eigenes Privatkapital oder sogar ihren Privatwohnsitz riskieren. Die Bedingungen und Anforderungen bei Crowdfunding durch Monner Group sind flexibler und einfacher, was mehrere Chancen für Start-Ups eröffnet. Die Unternehmen können direkt bei Investoren werben, um die Finanzierung zu sichern – Monner begleitet und unterstützt sie dabei. Unternehmen müssen ihren Namen auf der Website des Unternehmens eingeben und wenn es dann auf der Liste der in Norwegen (Brønnøysund) registrierten Firme steht, kann man sich anmelden und den ganzen Prozess damit in Bewegung setzen. Zeitlich ist es auch praktischer als Bankkredite zu beantragen, weil die Formalitäten bei Crowdfunding weniger Zeit in Anspruch nehmen.

Herausforderungen

Die geschäftlichen Aktivitäten des Start-Ups beschränken sich derzeit auf die Kunden und Unternehmen in Norwegen. Alle gesetzlichen Regelungen und Geschäftsbedingungen entsprechen den norwegischen Gesetzen, Preise sowie Gebühren werden in NOK (norwegischen Kronen) gegeben. Die offizielle Webseite ist ebenfalls nur auf Norwegisch verfügbar. Diese Beschränkungen sind aber bei einem Unternehmen, das noch kein ganzes Jahr im Geschäft ist, zu erwarten.

Leitung

Monner Group wurde von Jarle Holm und David Baum gegründet, die auch an der Leitung der Firma teilhaben. Jarle Holm studierte BWL mit dem besonderen Fokus auf Finanzen und ist schon seit 20 Jahre als Manager und Business-Berater in Finanzen, Technologien und Banking tätig. Bei Monner Group übernimmt er die Leitung als CEO. David Baum hat als Systementwickler angefangen, aber hat im Laufe seines Lebens zu Technologie- und Managementberatung gewechselt und war ebenso als Berater für digitale Geschäftsmodelle tätig. Nach der Gründung von Monner Group ist er zum Vorstandsmitglied geworden.

Perspektiven

Abgesehen davon, dass das Start-Up gerade gegründet wurde, sind einige Projekte schon im vollen Gange. Jeder kann ausreichende Informationen über die Unternehmen, die durch Monner Group finanziert werden, bekommen, inklusive ihres derzeitigen Kreditbeitrags, der Risikoklasse und der Sicherheit. Außerdem erklären die Start-Ups, was ihre Strategien und Ziele sind, um Investoren für sich zu gewinnen. Jeder registrierte Nutzer kann die Projekte unterstützen und darin investieren.

Paystack

Name: Paystack

Branche: Fintech

Land: Nigeria

Gründung: 2015

 

Überblick

Paystack hat ein Zahlungssystem entwickelt, das Zahlungen durch verschiedene Kanäle durchführen kann. Seine Lösungen ermöglichen Überweisungen von Bankkarten, Bankkontos, GTB 737 (Guaranty Trust Bank, Nigeria), Visa QR und Mobile Money. Dazu kommen bald mCash und POS. Das Start-Up konzentriert sich ausschließlich auf Online und Offline Zahlungslösungen für Kunden in Afrika und hat schon Unterstützung von großen und einflussreichen Unternehmen in Banking gesichert und mehrere Geschäftskunden für sich gewonnen. Paystack hat zwei Büros: in Lagos (Nigeria) und San Francisco, CA (USA).

Produkte

Die Idee hinter dem Start-Up ist, Unternehmen und Geschäfte in Afrika zu unterstützen. Paystack macht es einfach und sicher schon in 15 Minuten nach der Anmeldung erste Zahlungen bekommen zu können. Es gibt keine Einstiegs- oder Wartungsgebühren. Die Kunden zahlen 1,5% + NGN 100 (umgerechnet €0,24) per Transaktion innerhalb Afrika und 3,9% + NGN 100 für jede internationale Transaktion. In beiden Fällen gilt die NGN 100 Gebühr nur bei Überweisungen über 2.500 NGN (umgerechnet €6). Das Zahlungssystem wählt automatisch die am besten passenden Kanäle für Überweisungen aus, was schnelle und erfolgreiche Transaktionen gewährleisten soll. Außerdem ist es mit automatischen sowie manuellen Betrugserkennungsmechanismen ausgestattet, um betrügerischen oder verdächtigen Aktivitäten vorzubeugen und seine Kunden davor zu schützen. Das System generiert detaillierte Berichte und Benachrichtigungen, damit die Kunden alle Aktivitäten und Überweisungen verfolgen und darauf reagieren können. Von diesen Berichten kann man viel über seine Kunden und ihr Verhalten lernen und sein Geschäft verbessern.

Herausforderungen/Kritik

Paystack ist das erste Unternehmen in Nigeria, das im Y Combinator (einem US-amerikanischen Gründerzentrum) aufgenommen wurde. Das Start-Up ist in der Region mit Bargeld als Hauptzahlungsmethode tätig, was vielen Experte an Stripe erinnert, das auch in Online-Geldtransaktionen eingestiegen ist, als dieser Bereich noch im frühen Stadium war.

Paystack fügt ständig neue Zahlungsmethoden hinzu, um nicht nur lokale, sondern auch internationale Überweisungen zu ermöglichen sowie einfach und verständlich zu machen.

Leitung

Shola Akinlade und Ezra Olubi sind die Gründer von Paystack und haben beide an der Babcock University (Nigeria) Informatik studiert. Shola Akinlade hat Erfahrung in Business Solutions von seiner Tätigkeit für Precurio und Heineken. Ihm wurde langweilig und er entschied sich dafür, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Er leitet jetzt Paystack als CEO. Die Erfahrung seines Partners und CTO von Paystack, Ezra Olubi, hat viel mit Technologien und Online-Zahlungssystemen zu tun. Er war für Eyowo, das sein Zahlungssystem bietet, tätig und war CTO bei Jobberman.

Perspektiven

Das Start-Up wurde schon von Visa, Tencent und Stripe unterstützt und sicherte 8 Mio. US-$ von seinen Investoren. Durch seine Tätigkeit und Dienstleistungen unterstützt und fordert Paystack Unternehmen und Start-Ups aus Afrika, was es attraktiv für Investoren macht. Für Visa CEMEA (Mittel- & Osteurope, Nahost und Afrika), zum Beispiel, bieten solche Investitionen gute Gelegenheit, mehr Einfluss in der Region zu gewinnen.

Turo

 

Name: Turo Inc.

Branche: Autotech

Land: USA

Gründung: 2009

 

Überblick

Das Car-Sharing Unternehmen ist schon lange ins Geschäft. Das Start-up wurde 2009 unter dem Namen RelayRides in Boston, Massachusetts( USA) gegründet, aber 2015 wurde es in Turo umbenannt. Turo bringt Autobesitzer und potenzielle Automieter zusammen, um den Mietprozess möglichst schnell und einfach für beide Parteien zu machen. Die Idee entspricht der Grundlage von Sharing Economy, zu dem auch eBay und Airbnb gehören. Turo ist in den USA, Kanada und Europa tätig und hat viele Partner (einschließlich in Versicherung) vor Ort.

Produkte

Mieter und Vermieter müssen sich für den Service anmelden und ihre Identität beweisen. Mieter müssen dazu ihren Führerschein überprüfen lassen. Mieter und Vermieter kommunizieren dann direkt miteinander, um Bedingungen und Besonderheiten zu besprechen und ein Treffen zu vereinbaren. Alle Autos, die vermietet werden, sind in Deutschland von Turo in der Partnerschaft mit Allianz versichert, sodass die Autobesitzer sich keine Sorgen machen müssen. Die Vermieter müssen sich selber um ihren Kalender kümmern, ihn aktualisieren und auf Anfragen antworten. Das Unternehmen bietet einfach einen passenden Marktplatz dafür und mischt sich nur im Notfall ein.

Herausforderungen/Kritik

2013 musste Turo (damals noch RelayRides genannt) wegen Etikettenschwindel und Versicherungsprobleme eine Strafe in Höhe von 200.000 US-$ (umgerechnet €174.000) in dem Bundestaat New York bezahlen und seine Tätigkeit dort einstellen. Das Service ist in diesem Bundestaat nicht verfügbar.

Leitung

Bevor er zum CEO von Turbo 2011 wurde, war Andre Haddad für viele renommierte Online Marktplätze tätig. Er war Senior Vice President bei eBay, COO von iBazar und CEO von Shopping.com. Sein Lebenslauf zeigt Erfahrung bei und Begeisterung für Onlinegeschäfte und Sharing Economy.

Shelby Clark, der Gründer von Turo, arbeitet als Vorstandsmitglied bei seiner Firma. Die Idee für das Car Sharing Start-Up hatte er aus seiner eigenen Erfahrung, als er kein Auto selbst besaß und lieber von seinem Nachbarn das Auto ausleihen wollte. Vor der Gründung von Turo arbeitete er für drei Start-Ups (zum Beispiel Kive.org). Außerdem war Shelby Clark als Berater für Fortune 500-Unternehmen tätig.

Perspektiven

Der Service ist bereits Als Website oder via App (für iOs oder Android) verfügbar. Turo ist in über 5.000 Städte in den USA, Kanada, Deutschland und Großbritannien tätig. Die Autos des Start-Ups kann man in mehr als 300 Flughäfen mieten.

Zu den Investoren des Unternehmens gehören Daimler, American Express Ventures, August Capital, Trinity Ventures und andere. SK Holdings ist als der Hauptinvestor von Turo gelistet. Das Start-Up übernahm schon drei andere Unternehmen: Croove GmbH, SocialStudio und Wheelz, zwei davon (Croove in Deutschland und Wheeltz in den USA) standen im Wettbewerb mit Turo in Car Sharing Sektor.


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Felix Reinecke
Von: Felix Reinecke. Über den Autor

Felix Reinecke war in der Vergangenheit als Redakteur bei verschiedenen Tageszeitungen tätig und verstärkt seit 2011 das Team von GeVestor.