Welche Branchen sollten Anleger in 2019 meiden?

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Das Börsenjahr 2019 könnte interessant werden. Aber von welchen Branchen sollten sich Anleger in diesem Jahr fernhalten? (Foto: newroadboy / Shutterstock.com)

Das neue Jahr ist erst wenige Wochen alt und viele Anleger fragen sich, in welche Branchen sich ein Investment lohnt und welche Branchen man als Investor eher vermeiden sollte.

In der Regel folgt nach jedem großen Hype stets eine Ernüchterung. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich die hohen Erwartungen der Investoren an eine Branche nicht erfüllen.

Branchen, die Anleger in 2019 meiden sollten

In den vergangenen Jahren waren dies unter anderem Aktien von 3D-Druckerherstellern, die solchen Anlegern hohe Verluste beschert haben, die in der Hype-Phase eingestiegen sind. Nachdem Kanada im Oktober 2018 den Anbau, Handel und den Verzerr von kleinen Mengen Cannabis freigegeben hat, befanden sich Cannabis-Aktien im Höhenflug – es entstand ein regelrechter Hype rund um diese Aktien.

Cannabis-Aktien – folgt nach dem Höhenflug der Absturz?

Aktien der Unternehmen wie Tilray, Canopy Growth und Aurora Cannabis gehörten in 2018 zu den Überfliegern an der Wall Street. Die Kurse dieser Unternehmen haben sich binnen weniger Monate vervielfacht.

Dennoch warnen erste Investment-Experten vor Engagements in Cannabis-Aktien. Der Grund: Der Hype rund um diese Papiere war in 2018 sehr groß, nachdem viele Anleger massiv steigende Umsätze und Gewinne für diesen Sektor erwarten. Tatsächlich konnten einige Unternehmen aus der Branche auch mit starken Umsatzzuwächsen aufwarten, doch viele Analysten hatten mit noch besseren Ergebnissen gerechnet.

Unternehmen wie Aurora Cannabis können teilweise mit traumhaften Gewinnmargen (Verkaufspreis von 8,39 US-$ pro Gramm, Durchschnittskosten 12,53 US-$) aufwarten, doch das dürfte nicht immer so bleiben. Branchenexperten gehen davon aus, dass der Wettbewerb im Laufe der Zeit zunehmen wird und die Margen wieder stark sinken werden. Cannabis-Aktien könnten daher in 2019 zu jenen Branchen gehören, die Anleger meiden sollten.

Kompliziertes Umfeld: Social Media Aktien

Social Media Aktien wie Facebook hatten bereits in 2018 einen schweren Stand. Der Kurs der Facebook-Aktie ist von über 200 US-$ auf unter 150 US-$ gefallen. Vor allem in Europa wollen die Behörden Datenkraken wie Facebook stärker regulieren. Neue Datenschutzgesetze grenzen den Aktionsradius von Facebook & Co immer weiter ein. Zudem hat sich das Wachstum von Facebook in Europa spürbar verlangsamt.

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Andere Social Media Aktien wie Twitter und Yelp kämpfen ebenfalls mit schwachen Nutzerwachstum und dürftigen Umsatzzahlen. Kurzum: Auch für Social Media Aktien könnte dieses Jahr schwierig werden – eine Branche, die Anleger in 2019 wohl ebenfalls meiden sollten.

2019 – ein schwieriges Jahr für Bank-Aktien?

Die Bankenbranche erwirtschaftet ihre Erträge aus einer Kombination aus Gebühren und Zinsen. Steigen die Zinsen, hat dies meist positive Auswirkungen auf die Kreditmargen, wodurch Banken höhere Renditen erwirtschaften können.

Die US-Notenbank hat in 2018 die Zinsen weiter angehoben, doch in 2019 könnten nur noch 2 bis 3 Zinsschritte folgen. Manche Marktteilnehmer erwarten sogar, dass die Zinsen zum Jahresende 2019 wieder sinken werden, wenn sich die Konjunktur weiter abkühlt.

In Europa leiden Bank-Aktien ohnehin unter dem Niedrigzinsumfeld. Zwar könnten die Zinsen auf lange Sicht auch in Europa wieder anziehen, doch mit deutlich höheren Zinsen ist aufgrund der hohen Verschuldung vieler EU-Staaten eher nicht zu rechnen. Anleger sollten daher insbesondere europäische Bank-Aktien weiter meiden.

Fazit: Banken-, Social-Media- und Cannabis-Aktien sind in 2019 nur zweite Wahl

Für Anleger gibt es in 2019 bessere Anlagemöglichkeiten, als das Geld in europäische Banken-Titel, Social-Media- oder Cannabis-Aktien zu investieren.

Zwar ist insbesondere der Cannabis-Markt noch sehr jung, wodurch die Aktien in dieser Branche kurzfristig noch weiter zulegen könnten. Doch sollten Anleger die Risiken im Auge behalten, die mit derlei risikoreichen Investments einhergehen. Langfristig müssen Anleger in diesem Markt mit einer Konsolidierung rechnen.

Schwierig dürfte auch der Automobilmarkt und die Öl-Branche bleiben, wenn sich die Konjunktur weiter abkühlen sollte. Chancen bieten hingegen die Branchen Cyber-Sicherheit, Cloud Computing, Gesundheitsversorgung und mobiles Bezahlen.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands