Welche Informationen muss ein Maklerkunde erhalten?

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In meinen letzten beiden Beiträgen* ging es um die DIN EN 15733, die Zertifizierung nach dieser Vorschrift und um die […] (Foto: REDPIXEL.PL / shutterstock.com)

In meinen letzten beiden Beiträgen* ging es um die DIN EN 15733, die Zertifizierung nach dieser Vorschrift und um die Schwächen der gesetzlichen Regelung zur Information von Maklerkunden nach deutschem Recht.

§ 10 Abs. 3 der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) enthält die Punkte, über die Immobilienmakler Aufzeichnungen führen müssen, wenn sie eine Immobilie vermitteln.

Leider versäumt es die MaBV den Immobilienfirmen diese Angaben auch als Pflichtangaben den Kunden zukommen zu lassen. Vor allem Informationen zu Zustand des Gebäudes, und Wohn- und Nutzfläche, sind wichtige Punkte, die immer wieder zu Streit zwischen Immobilienmaklern und Kunden führen.

Anders die DIN EN 15733.

In Ziffer 4 listet die DIN EN 15733 die Informationen auf, die ein Immobilienmakler seinem Kunden zur Verfügung stellen muss.

Dabei unterscheidet die DIN zwischen dem Käufer als Auftraggeber und dem Verkäufer als Auftraggeber.

In beiden Fällen – Käufer als Auftraggeber und/oder Verkäufer als Auftraggeber – ist Ausgangspunkt der DIN, dass dem Kunden alle Informationen zugänglich gemacht werden müssen, die den Kunden in seiner Entscheidung für eine bestimmte Immobilie beeinflussen können.

Die DIN spricht davon, dass es die Informationen sein müssen, die die Entscheidung beim Kunden für einen Geschäftsabschluss beeinflussen können.

Damit wird von der DIN ein hoher Maßstab an Informationen angesetzt, die der Immobilienmakler dem Kunden zukommen lassen muss. In der Folge listet die DIN beispielhaft auf, welches diese Informationen sein können.

Bei den Angaben geht die DIN über die Angaben, die Sie aus § 10 MaBV gehen, hinaus. Wenn z.B. bei den Angaben zu Lage und Zuwegung des Grundstücks auch Aspekte der Umwelt und der Gesundheit genannt werden, dann ist das mehr als die MaBV als Angaben kennt und ausweist.

Gerade in diesem Punkt zeigt sich das fachliche Niveau, auf dem sich die DIN bewegt. Bei den Angaben zu Umwelt- und Gesundheitsaspekten der Immobilie, macht die DIN eine Einschränkung. Es müssen die dem Makler bekannten Aspekte genannt werden.

Eine Beschreibung der Versorgungseinrichtungen an oder in der Immobilie sowie eine kurze Darstellung der baulichen Eigenschaften wird ebenfalls von der DIN gefordert. Hier gibt es keine Einschränkung zu den dem Makler bekannten Eigenschaften.

Hier bezieht sich die Norm also wieder auf alle Angaben, die die Entscheidung des Kunden für den Geschäftsabschluss beeinflussen können.

Der Kunde kann Makler Nachweise über das Eigentumsrecht und die Bebauungssituation sowie zu negativen Einschränkungen verlangen.

Interessant ist auch, dass der Immobilienmakler verpflichtet ist, offenzulegen, wenn für eine der Vertragsparteien wichtige Informationen fehlen. Hierunter könnte die Verpflichtung fallen, nicht nur eine „ca.-Angabe“ bei der Größe der Immobilie anzugeben, sondern zusätzlich mitzuteilen, wenn keine konkrete Wohnflächenermittlung vorliegt.

Die DIN EN 15733 schreibt ferner vor, welchen Mindestinhalt der Maklervertrag hat und welche Aufklärungspflichten den Makler beim Abschluss des Maklervertrages treffen. Auch dies sind wichtige Punkte, die immer wieder zu Unsicherheit bei Interessenten und Kunden von Immobilienmaklern führen.

Die Anwendung der DIN und der Vorschriften rund um die Informationspflichten des Immobilienmaklers sollte für alle Makler selbstverständlich sein.

In der Norm werden keine unerfüllbaren Dinge vom Immobilienmakler verlangt. Aus Sicht des Kunden sind diese Dinge nur zu verständlich. Aus Sicht des Maklers sollten sie es immer mehr werden.

*Die ersten Beiträge zur Serie “DIN EN 15733 – Die europäische Dienstleistungsnorm” können Sie unter den folgenden Links abrufen.

Teil 1: Eine Norm für Dienstleistungen

Teil 2: Zertifizierung nach der DIN-Norm für Immobilienmakler

Teil 3: Erkennungszeichen für hohe Standards bei Maklern – die DIN EN 15733

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Von: Sven Johns. Über den Autor

Sven R. Johns ist Rechtsanwalt und war 15 Jahre Bundesgeschäftsführer des Immobilienverband IVD (bis Mitte 2012). Seit fast 20 Jahren ist er zunächst als Rechtsanwalt und dann als Geschäftsführer im Immobiliengeschäft vertraut.