Welche Korrelation besteht zwischen den deutschen Aktienpreisen und dem Wert des Euros?

Eine Korrelation zwischen zwei oder mehreren Variablen fasst eine Beziehung zwischen ihnen zusammen, egal ob in der Wirklichkeit eine Verbindung […] (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Eine Korrelation zwischen zwei oder mehreren Variablen fasst eine Beziehung zwischen ihnen zusammen, egal ob in der Wirklichkeit eine Verbindung zwischen den beiden Variablen besteht.

Der Korrelations-Koeffizient liegt dabei immer zwischen -1 und +1. Diese beiden Extreme bezeichnen eine „perfekte Korrelation“. Ein negativer Koeffizient bedeutet, dass sich die Variablen gegenseitig abstoßen. Steigt eien Variable an, sinkt die andere.

Ein positiver Koeffizient bedeutet, dass sich beide Variablen in die gleiche Richtung bewegen. Steigt eine Variable an, steigt die andere ebenfalls.

Als Beispiel blicken wir in die Vereinigten Staaten. Als Variablen nehmen wir den US Dollar Index (USDX), der den Wert des US-Dollars mit sechs anderen großen Währungen vergleicht, sowie die Werte des Dow Jones Industrial Average (DJIA), Nasdaq und S&P 500 in den vergangenen 20 Jahren.

Der errechnete Koeffizient zwischen USDX und DIJA (0,35), Nasdaq (0,39) und S&P 500 (0,38) liegt jeweils im positiven Bereich. Dies bedeutet, dass die Aktienindexe steigen, sobald der Dollarkurs steigt.

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Ebenfalls können wir erkennen, dass jeder Koeffizient unter 0,4 Punkten liegt, was bedeutet, dass nur zwischen 0,35% bis 0,39% der Indexbewegungen mit dem Kurs des US-Dollars in Verbindung gebracht werden können.

Die Währung eines Landes kann aus zwei Gründen im Vergleich zu ausländischen Währungen im Wert steigen: durch eine Verringerung der Geldeinheiten im Umlauf (beispielsweise durch Zinserhöhungen der Zentralbank und damit reduzierte Ausgaben) oder durch einen Anstieg der Nachfrage für eine bestimmte Währung.

Eine Kurssteigerung des Euros führt demnach auch zu einem Kursanstieg deutscher Aktien, da diese in Euro gehandelt werden.

Der Wert von deutschen Aktien, vor allem von denen, die im Deutschen Aktienindex (DAX) gehandelt werden, lassen sich daher im Normalfall von einem erhöhten Bedarf an Euros positiv beeinflussen. Eine mögliche Erklärung hierfür sind ausländische Investoren.

Da mehr und mehr dieser Investoren in deutsche Aktien investieren wollen, müssen sie vorher Euros kaufen, die dann für den Erwerb der Aktien genutzt werden können. Der Kauf dieser Aktien treibt dann wiederum den DAX nach oben.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.