Welchen ETF kaufen? Mit diesen Indizes bauen Anleger Vermögen auf

Welche ETF sollen Anleger kaufen, um das eigene Vermögen aufzubauen? Ein Beispiel für 3 Indizes im ETF-Portfolio. (Foto: Imilian / Shutterstock.com)

Dass Mitesser, je nach Appetit, vom Braten weniger übriglassen, ist bekannt. Dieselbe Logik gilt für den Vermögensaufbau. Bis sich alle Beteiligten mit Provisionen bedient haben, bleibt etwa bei der Lebensversicherung kaum noch was übrig.

Auch bei Aktien greifen Fondsmanager zu, weshalb aktiv gemanagte Fonds im Schnitt fast 2 % der Anlagesumme pro Jahr kosten. Durchschnittlich 0,44 % sind es bei passiven ETFs, die den Wertverlauf eines Index einfach nachvollziehen. Und schlechter schneiden die Indexfonds auch nicht ab. Dafür ersparen sie über die Jahre einige Tausend Euro an unnötigen Kosten.

Welchen ETF kaufen?

Generell sind ETFs also die bessere Wahl. Doch welchen ETF soll man nun kaufen? Die Qual der Wahl ergibt sich schon daraus, dass sie für jeden Geldbeutel erschwinglich sind. Als Sparplan kann man bereits 20 Euro im Monat einzahlen. Bei einer jährlichen Rendite von 6 % ergeben schon die kleinen Beträge nach 30 Jahren immerhin 19.585 Euro.

Wer nun überlegt, welchen ETF er kaufen soll, könnte sich zunächst an dieser Marke orientieren: Der MSCI World bildet mit über 1.600 Unternehmen sozusagen die Weltwirtschaft ab und kam zum heutigen Stand seit 1970 auf ein durchschnittliches Plus von rund 6,8 % pro Jahr. Damit liegt der genannte Sparertrag schon eher im Bereich von 20.000 Euro.

Beim Sparen ist langfristiges Denken angesagt. In unruhigen Zeiten einfach die Nerven bewahren, denn über die Jahre bügeln sich Verluste wieder aus: Die Zeit heilt auch hier. So hat der Dax seit seinen Anfängen 1988 im Schnitt um 8,52 % im Jahr zugelegt, Dotcom-Blase und Finanzkrise inklusive.

Die höhere Rendite stellt erneut die Frage, welchen ETF man nun kaufen sollte. Generell gilt beim Vermögensaufbau: je breiter gestreut, desto besser. Und je marktbreiter ein Index ist, desto weniger Schwankungen weist er auf.

1. MSCI World als Basis

In der Hinsicht ist der MSCI World als Basisindex für ETFs der Klassiker. Größer und sicherer geht es vermutlich nicht, zumal ein Großteil der Firmen aus den USA stammt. Mit jährlichen Kosten zwischen 0,12 % bis 0,5 % verlangen MSCI World ETFs zwar etwas mehr als Dax ETFS, die zwischen 0,08 % bis 0,16 % liegen, doch die deutsche Wirtschaft ist sehr exportabhängig.

Wer sich auf nur ein Land verlässt, kann selbst mit einer führenden Industrienation daneben liegen. Drastisches Beispiel ist der japanische Index Nikkei 225. Bis 1990 notierte er bei fast 40.000 Punkten und ist seit vielen Jahren nur noch gut die Hälfte wert. Bleibt man also beim MSCI World als Basis, so bieten die niedrigen monatlichen Raten bei Sparplänen genügend Spielraum für zusätzliche Renditebringer.

2. Nasdaq als Treiber

Hier käme als nächstes der Nasdaq 100 in die engere Wahl. Schaut man sich das Renditedreieck des Index an, so ergibt sich seit Ende 1997 ein jährliches Plus von beachtlichen 16,5 %. Und das bei ETF-Kosten von höchstens 0,3 %. Der Vorteil des Nasdaq 100: Auch wenn der Hype um Technik-Aktien nachgeben sollte, er enthält die großen Player, wie Apple, Alphabet/Google, Amazon oder Microsoft, die unsere Zukunft maßgeblich beeinflussen.

Unter den zahllosen, oft jüngeren Indizes der ETF-Industrie, die alle möglichen Anlagewünsche bedienen, gibt es natürlich wenig langfristige historische Werte. Doch es gibt aussichtsreiche Schwerpunktindizes mit Branchen, deren Zukunft erst begonnen hat. Allen voran: Künstliche Intelligenz, Robotik und Automation.

3. Robotik für die Zukunft

Beispielsweise der Robo Global Robotics and Automation Go UCITS ETF, so die sperrige Bezeichnung, kostet zwar 0,8 %. Dafür brachte er 2016 ein Plus von 20,77 % und 2017 bereits über 28 %. Vertreten ist die globale Branche, weshalb es wenig ausmacht, wenn einzelne Vertreter im künftigen Ausleseprozess zurückfallen oder übernommen werden. Automatisierung und Digitalisierung werden jedenfalls die Welt nachhaltig verändern.

Mit drei beispielhaft ausgewählten Positionen ließe sich ohne hohe Kosten ein ansehnliches Vermögen aufbauen. Wichtig ist, dass ein ETF thesaurierend ist, also Ausschüttungen wie Dividenden wiederanlegt. Nimmt man einen Dax-ETF hinzu, so verringert sich im Portfolio das Währungsrisiko. Davon abgesehen, kann es auch eine Währungschance sein.

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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