Wer profitiert von der neuen Betriebsrente?

Da die gesetzliche Rente im Alter bei vielen nicht ausreichen wird, ist neben der privaten Vorsorge eine weitere Säule der Altersvorsorge wichtig: Die Betriebsrente. Doch nicht jeder Arbeitnehmer nutzt den Zuschuss zur Altersvorsorge durch den Arbeitgeber. Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz soll sich das ändern.

Rund 60 % aller Angestellten haben Anspruch auf die Betriebsrente, dies sind in erster Linie Mitarbeiter großer Unternehmen und Arbeitnehmer mit höherem Einkommen. Mit dem 01. Januar 2018 tritt eine Reform der Betriebsrente in Kraft, wodurch diese Form der Altersvorsorge attraktiver werden soll.

Geringverdiener und Mitarbeiter in kleinen Betrieben profitieren

Dank der Reform und dem Betriebsrentenstärkungsgesetz sollen ab 2018 auch mehr Geringverdiener und Mitarbeiter in kleineren Betrieben von dieser Art der Altersvorsorge profitieren. Für sie gibt es zusätzlich zu den fünf bisherigen Modellen (Pensionskasse, Pensionsfonds, Direktzusage, Direktversicherung und Unterstützungskasse) dann ein weiteres, das sogenannte Sozialpartnermodell. Dieses neue Modell ermöglicht auch kleineren Betrieben einen Zuschuss zur Altersvorsorge für ihre Mitarbeiter.

Viele kleinere Betriebe hatten ihren Mitarbeitern bisher keine Möglichkeit dazu geboten, da mit der Betriebsrente eine Rente mit einer Mindesthöhe zugesichert werden muss. Für viele Firmen waren die damit verbundenen hohen Rückstellungen zu risikoreich.

Keine garantierte Rentenhöhe mehr bei der neuen Betriebsrente ab 2018

Die Änderung ab 2018 sieht vor, dass Arbeitgeber keine Rentenhöhe mehr garantieren und auch nicht mehr dafür haften müssen. Nur noch ein Zielwert wird vereinbart, allerdings ohne Garantie. Dieser Wegfall der garantierten Rentenhöhe ist der Schlüssel, um auch für Mitarbeiter in kleineren Unternehmen eine Betriebsrente zu ermöglichen. Einzig die Höhe der Beiträge, die von Unternehmensseite aus für die Angestellten gezahlt werden, muss festgelegt sein.

Arbeitgeber, die Geringverdiener (bis 2.200 € brutto pro Monat) unterstützen, erhalten zusätzlich Vorteile bei der Steuer – so beteiligt sich der Fiskus mit 30 % des Beitrags, den der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer spart. Die Mindesthöhe, um einen Zuschuss zu erhalten liegt bei 240 € pro Jahr, der Maximalbetrag liegt bei 480 €.

So viel können Arbeitnehmer ab 2018 steuerfrei in der Betriebsrente anlegen

Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, 4 % ihres Bruttolohns, maximal aber 3.048 € als Betriebsrente ohne Steuer- und Sozialversicherungspflicht anzulegen, die dann vom Arbeitnehmer bezuschusst werden. 2018  soll der steuerfreie Teil auf 8 % der Beitragsbemessungsgrenze angehoben werden, für die Beitragspflicht zur Sozialversicherung bleibt allerdings die 4 % Grenze bestehen. Das schafft Verwirrung und bietet Raum für Rechenfehler.

Für die Auszahlungsphase müssen die Empfänger von Betriebsrente bedenken, dass sie auf die Beträge Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zahlen müssen (zumindest gesetzlich Versicherte). Auch muss die Betriebsrente versteuert werden. Der ausgezahlte Betrag verringert sich dadurch. Dennoch lohnt sich diese Altersvorsorge, schließlich gibt es Zuschüsse vom Chef.

27. September 2017

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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