WeWork Aktie: Milliarden-Börsengang steht vor der Tür

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WeWork wird mit 47 Mrd. US-$ bewertet. Damit könnte ein weiterer Börsengang der Superlative vor der Tür stehen. (Foto: MaximP / shutterstock.com)

Neben Lyft, Uber und Airbnb dürfte in diesem Jahr wohl noch ein weiterer Börsengang der Superlative den Kurszettel der Wall Street bereichern. Die Rede ist von WeWork, eines der am schnellsten wachsensten Unternehmen der Share Economy.

WeWork vermittelt Räumlichkeiten an junge Start-up-Firmen, Firmengründer, aber inzwischen auch an größere Konzerne. Der neue Trend heißt Co-Working. Dabei sitzen Firmen Tisch an Tisch und arbeiten miteinander – der geteilte Arbeitsplatz quasi.

Für junge Firmen hat dieses Konzept mehrere Vorteile. Zum einen fallen so keine teuren Büromieten an, zum anderen müssen sich die kleinen Firmen nicht an langlaufende Verträge binden. Zudem können sich die jungen Firmengründer mit anderen Gleichgesinnten austauschen. Der Erfahrungsaustausch lässt viele Start-ups oft schneller vorankommen.

WeWork Börsengang – Was steckt hinter dem Unternehmen?

Für Investoren gilt WeWork als eine der heißesten Tech-Wetten dieses Jahrzehnts. Insgesamt flossen bereits 13 Mrd. US-$ an Venture-Kapital in WeWork, das in der letzten Finanzierungsrunde mit rund 47 Mrd. US-$ bewertet wurde. Bei WeWork handelt es sich um ein New Yorker Unternehmen, das im Jahr 2010 von Adam Neumann und Miguel McKelvey gegründet wurde. Der Schauspieler Ashton Kutcher fungiert als strategischer Partner.

WeWork schafft Arbeitsumgebungen für Start-ups, kleine Firmen, Freelancer und Firmengründer. Die Idee: Durch Co-Working sollen Firmen nicht nur Kosten sparen, sondern auch produktiver arbeiten. Zu den Marken des Unternehmens zählen WeWork, WeWork Labs, WeLive, Rise by We und WeGrow. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen mehr als 5.000 Mitarbeiter weltweit.

WeWork-Mitgründer und Firmenchef Adam Neumann kündigte Anfang 2019 an, dass WeWork reif für den Börsengang sei – ein konkreter Termin steht aber noch nicht fest.

WeWork in Zahlen

Wie viele schnell wachsende Start-up-Firmen (Uber, Lyft etc.) der Sharing-Ökonomie auch, schreibt auch WeWork noch rote Zahlen. Zwar konnte WeWork in 2018 seinen Umsatz auf 1,82 Mrd. US-$ mehr als verdoppeln, allerdings schrieb das Unternehmen aber auch Verluste in Höhe von 1,93 Mrd. US-$.

WeWork ist in 99 Städten weltweit mit entsprechenden Büroräumen vertreten. Insgesamt unterhält das Unternehmen weltweit mehr als 550 Büros, die an entsprechende Mitglieder vermietet werden. Die Zahl der WeWork-Mitglieder summiert sich auf etwa 400.000. Die Belegungsrate seiner Büros gab WeWork zuletzt mit 84 % an.

Fazit: WeWork bereichert den Kurszettel, doch auf Anleger warten hohe Risiken

WeWork versteht sich mehr als Lifestyle-Plattform, die Unternehmen und Gründer in der Arbeitswelt zusammenbringen will. Das Credo: Das kollektive Miteinander schafft mehr Wert als ein individuelles Geschäft.

Anleger müssen wissen, dass WeWork nicht nur Arbeitsräume für seine Kunden aufbereitet und vermittelt, das Unternehmen ist durch die Übernahme von Meetup auch als soziales Netzwerk unterwegs. Daneben betreibt WeWork auch die Flatiron School, eine Bildungseinrichtung für Computer-Programmierer. Dazu gehört auch die Kindergarten-Sparte WeGrow, die Vorschul-Kinder auf das Leben vorbereiten soll.

Mit der Übernahme von Managed by Q für 249 Mio. US-$ hat sich WeWork jüngst ein Office-Serviceunternehmen einverleibt, um das Geschäft mit großen Firmenkunden auszubauen.

Unter dem Strich kommt mit WeWork ein weiteres spannendes, weil wachstumsstarkes Unternehmen an Börse. Dennoch ist die WeWork-Aktie nur für spekulativ orientierte Investoren interessant, da WeWork ähnlich wie Uber, Lyft & Co noch sehr hohe Verluste schreibt.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands