Whitbread Aktie: eine britische Perle

Die Whitbread-Aktie gehört zu den aussichtreichen Kandidaten unter britischen Papieren. Das Konzept „Essen, Trinken, Schlafen“ ist solide. (Foto: monticello / Shutterstock.com)

Die Hängepartie nach den Wahlen in Großbritannien drückte etliche britische Aktien erneut ins Minus. Die Unsicherheit bekamen nicht nur Titel von Banken, wie Royal Bank of Scotland, Reiseunternehmen wie TUI und Luftlinien wie Easyjet zu spüren. Auch die Aktie von Whitbread, dem Hotel-, Gastronomie- und Kaffeehausbetreiber gab deutlich nach.

Whitbread Aktie: kaum bekannt aber oho

Doch britische Aktien, die seit dem Brexit genauso unter Druck gerieten wie das Britische Pfund, können eine Chance zum Einstieg sein. Sobald sich abzeichnet, dass die bisherige Linie eines harten Brexit der Vernunft weicht, können die Kurse ihr Nachholpotenzial entfalten.

Die Whitbread-Aktie zählt zu den aussichtsreichen Kandidaten. Hierzulande kaum bekannt, ist sie im Leitindex FTSE100 notiert. Die letzten drei Jahre lag sie im Minus, doch mit seinem soliden Geschäftsmodell und vor allem Expansionsplänen könnte das Unternehmen an Zuwächse anknüpfen, die in zurückliegenden Zeiträumen beachtlich waren. Inklusive Dividenden brachte das Papier seit Anfang 2007 ein Plus von ca. 180 %.

Ein positives Signal setzten dieser Tage die jüngsten Quartalszahlen: Der Konzernumsatz stieg um 7,6 %. Haupttreiber ist die Eröffnung neuer Filialen. Besonders erfolgreich ist die zum Unternehmen gehörende Café-Kette Costa Coffee, die mit einem Umsatzplus von 8,7 % glänzt.

Die Nachricht veranlasste die Whitbread-Aktie zu einem Sprung von fast 6 % – der größte Tagesgewinn seit fünf Jahren. Anleger können sich zu dem über eine Dividende von 0,96 Pfund freuen. Die Rendite liegt bei 2,47 %.

Traditionsunternehmen auf Wachstumskurs

Whitbread ist eine Erfolgsgeschichte mit durchschnittlichen Wachstumsraten von zuletzt rund 13 % und eines der ältesten und renommiertesten Unternehmen in Großbritannien. 1742 gegründet, wurde es mit Brauereien groß und verabschiedete sich 2003 komplett vom Geschäft mit Alkoholika. Seitdem verdient es sein Geld mit Hotels, Gaststätten und der weltweit zweitgrößten Coffee-Shop-Kette Costa Coffee. Die soll sich nun vor allem in China ausbreiten.

Mit der Hotelgruppe Premier Hotel ist Whitbread Marktführer in Großbritannien, aber auch in Indien, Dubai und seit 2015 in Deutschland vertreten. Das ehrgeizige Ziel: Bis 2020 soll die Zimmerzahl allein im Mutterland von jetzt 60.000 auf 85.000 anwachsen. Die Hotels erzielen in Umfragen stets Spitzenwerte auf der Insel. Zu den Restaurantketten gehören Brewers Fayre, Beefeater Grill, Table Table oder Taybarns.

Solides Geschäftsmodell

Geleitet wird das alles von Dunstable in der Grafschaft Bedfordshire aus, wo die Zentrale und das Management sitzen. Die gut 50.000 Mitarbeiter erwirtschafteten letztes Jahr einen Umsatz von 2,921 Mrd. und ein Ebit von 528 Mio. Britischen Pfund. Mit einer Eigenkapitalquote von 54 % steht Whitbread weitgehend auf eigenen Beinen. Das Konzept „Schlafen, Essen, Trinken“ ist solide und zahlt sich offensichtlich aus.

Die Whitbread-Aktie scheint mit einem KGV von 16 ihren Preis wert. Und: Es ist ein stark wachsendes Unternehmen, das international auf mehreren Beinen steht.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.