Wichtige Änderungen bei den Pensionsrückstellungen nach BilMoG

Die Änderungen durch Inkrafttreten des BilMoG betreffen wesentlich die Pensionsrückstellungen deutscher Unternehmen. (Foto: oneinchpunch / Shutterstock.com)

Pensionsrückstellungen sind betriebliche Verpflichtungen zur Altersvorsorge der Mitarbeiter eines Unternehmens. Gerade durch die drohende Rentenlücke wird dieses Thema für viele Betriebe immer relevanter.

Diese betriebliche Ergänzung der staatlichen Altersvorsorge ist jedoch nicht nur für die Mitarbeiter von Interesse, die dadurch enger an das Unternehmen gebunden werden. Auch unter steuerlichen und bilanztechnischen Gesichtspunkten verdient dieses Thema eine nähere Betrachtung.

Pensionsrückstellungen vor BilMoG: Es gab viele Lücken

Dass der Begriff „Pensionsrückstellung“ nicht so ganz eindeutig definiert war, zeigt schon der Wortlaut des Paragraphen 249, Absatz 1, HGB: Hier ist lediglich von „Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten“ die Rede, worunter auch Pensionsrückstellungen fallen.

Da Pensionsrückstellungen Schulden gegenüber dem späteren Pensionsempfänger sind, sind diese in der Bilanz auch als solche zu führen und nicht als aktives Vermögen. Diese Beträge sind demnach nicht dem Unternehmensgewinn zuzuordnen und auch nicht als solcher zu versteuern.

Hier waren die Hürden, die über den Posten  der Pensionsrückstellungen eine Manipulation des Betriebsergebnisses ermöglichten, relativ gering – und dies ist auch einer von mehreren Gründen, warum eine Neuerung seitens des Gesetzgebers auf den Weg gebracht wurde.

Die Pensionsrückstellungen und BilMoG

Zunächst sollte der Begriff BilMoG geklärt werden, um zu verstehen, warum davon auch die Pensionsrückstellungen betroffen sind. BilMoG ist die Abkürzung für das „Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz“ , welches am 3. April 2009 vom Bundesrat verabschiedet wurde.


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Ziel des BilMoG war und ist es, oben genannte Lücken zu schließen, eine Verbesserung der Aussagekraft des Jahresabschlusses zu erreichen und sich der internationalen Rechnungslegung (IFRS) anzunähern.

BilMoG soll für vernünftige Bewertung der Pensionsrückstellungen sorgen

Im Gegensatz zu den oftmals nur geschätzten und frei eingesetzten Pensionsrückstellungen vergangener Tage wird nach Einführung des BilMoG in Paragraph 252 Absatz 2 HGB in der neuen Fassung festgelegt, dass Rückstellungen allgemeiner Art „nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung auf den Erfüllungsbetrag“ abzustellen sind.

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Hiermit ist gemeint, dass auch bei der Pensionsrückstellung zukünftige Preis- und Kostensteigerungen zwingend in die Berechnung mit einzukalkulieren sind.

Unter- und Überdotierung von Pensionsrückstellungen nach BilMoG

In den meisten Fälle ist nach Einführung des BilMoG ist eine Unterdotierung der Pensionsrückstellungen zu erwarten. Die notwendigen Differenzen mussten zum 01.01.2010 ermittelt werden und sind einmalig oder Jahr für Jahr bis spätestens 2014 zuzuführen.

Der 31.12.2014 ist auch Stichtag für die (eher selten auftretenden) Überdotierungen und daraus resultierende Auflösungen.

Der exakte Wortlaut zu den einzelnen Punkten, welche die Pensionsrückstellungen im BilMoG betreffen, ist dem weiter oben verlinkten Gesetzesblatt zu entnehmen.

Fazit: Pensionsrückstellungs-Änderungen im BilMoG nur teilweise gelungen

Durch Inkrafttreten des BilMoG wurden einige HGB-Lücken im Hinblick auf Pensionsrückstellungen geschlossen. Die Annäherung an internationales Recht ist jedoch nur teilweise vollzogen worden. Dies bedeutet für Unternehmen, die nach IFRS (International Financial Reporting Standard) bilanzieren, weiterhin einen erheblichen Mehraufwand.


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Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.

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