Wie Anleger Aktien mit geringem Risiko erkennen

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Teilnehmer am Aktienmarkt wissen, dass ihre Investments nie komplett sicher sind. Aber es gibt Aktien mit geringerem Risiko als andere. (Foto: Deutsche Börse AG)

Besonders Neulinge an der Börse werden oft dadurch verunsichert, dass sie sich mit ihrem Investment im Gegensatz zu einem Sparguthaben auch Verluste einhandeln können. Dabei gibt es unter den vielen börsennotierten Gesellschaften eine ganze Reihe von Unternehmen, deren Anteilscheine mit einem geringeren Risiko behaftet sind als andere.

Und diese gilt es zu erkennen. Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass solide Aktien keine wesentlich niedrigere Rendite abwerfen als riskantere Anteilscheine. Doch wie findet man diese?

Anleger sollten sichere Aktien eher bei alteingesessenen, beinahe langweiligen Gesellschaften suchen. Diese weisen meist ein etabliertes Geschäftsmodell auf und verfügen über eine starke Position auf dem Markt. Darüber hinaus sind sie vielfach auch weniger abhängig von Konjunkturschwankungen.

Aktien – geringes Risiko spiegelt sind in Kennzahlen wieder

Neben einer starken Marktposition und einem durchdachten Geschäftsmodell sollten solide Aktien ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sowie eine überdurchschnittliche Dividendenrendite aufweisen.

Das KGV gibt Auskunft darüber, wie hoch der Gewinn im Verhältnis zum Börsenwert der Gesellschaft ist. Beispiel: Ein KGV von 10 bedeutet, dass der erwirtschaftete Gewinn eines Unternehmens ein Zehntel der gesamten Marktkapitalisierung ausmacht.

Allerdings lässt sich am KGV nicht erkennen, ob eine Gesellschaft die erzielten Gewinne auch an seine Aktionäre weitergibt. Hier kommt die Dividendenrendite ins Spiel. Denn diese gibt Hinweise darauf, ob und inwiefern das Unternehmen Gewinne macht und ob das erzielte Kapital auch den Anlegern zukommen lässt.

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Ob die hohe Ausschüttung aber nicht auf die Substanz geht, dabei hilft ein Blick auf das Cash-Flow-Gewinn-Verhältnis.

Gesellschaften, die hohe Gewinne erzielen, aber kaum Dividende zahlen, stecken diese in zusätzliche Investitionen, beispielsweise um zu expandieren. Dies bedeutet aber, dass hier mit erhöhten Risiken zu rechnen ist, da kaum abgesehen werden kann, ob diese auch erfolgreich sind.

Daneben können Investoren an der Volatilität einer Aktie ablesen, wie stark ihr Kurs in einem bestimmten Zeitraum schwankte. Selbstverständlich sollten Investoren auch sich ankündigende Markttrends im Auge behalten.

Alternativen zu Aktien mit geringem Risiko

Einzelaktien mit geringem Risiko sind nur eine Möglichkeit, sich ohne ein allzu großes Wagnis einzugehen am Aktienmarkt zu engagieren. Wer sich effektiv vor Kursverlusten schützen möchte, kann dies tun, indem er seine Investment möglichst breit streut (Diversifikation).

Hierzu bieten sich Aktienfonds an, deren Schwerpunkt auf große Unternehmen (wie im DAX) oder auf dividendenstarke Gesellschaften liegt.

Eine weitere Option bietet die Geldanlage in börsengehandelte Indexfonds (ETF) beispielsweise ebenfalls auf den DAX oder den Euro Stoxx 50. Darüber hinaus sei noch auf ähnliche ETFs hingewiesen, deren Fokus auf dem DivDAX liegt, der die 15 DAX-Titel mit der höchsten Dividendenrendite enthält.


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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.