Wie Anleger sinnvoll in Uhren investieren

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Die Niedrigzinsphase lässt viele Investoren nach verschiedenen Möglichkeiten Umschau halten. Eine Alternative: Die Geldanlage mit Uhren. (Foto: sdecoret / Shutterstock.com)

Der Markt für klassische Uhren ist in den Fokus von Anlegern geraten. Wer hierbei den Einstieg wagen möchte, muss sich ganz sicher die Frage stellen, welche Aspekte er bei der Wertanlage Uhr unbedingt beachten sollte. Zunächst wichtig: Anleger sollten auf keinen Fall davon ausgehen, dass man den Wert einer Uhr nach ihren technischen Vorzügen beurteilen könne.

Denn ähnlich wie bei den meisten Kunstobjekten liegen die Schönheit und damit auch der Preis im Auge des Betrachters. Aktien-Investoren wissen, dass der Buchwert einer Gesellschaft hinsichtlich ihres Marktwerts sehr stark differieren kann. Daher ist es keineswegs ratsam, vorschnell selbsternannten Experten und ihren Ratschlägen (was ein Modell oder eine Marke betrifft) zu folgen.

Geldanlage Uhren: Wie Anleger vorgehen sollten

Zunächst einmal kommen ausschließlich hochwertige Uhren für die Geldanlage in Frage. Weiterhin ist es empfehlenswert, den Erwerb einer Luxus-Uhr unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten anzugehen. Uhren, die aktuellen Trends folgen, und neue Modelle sind nur ausnahmsweise die geeignete Lösung.

Neue Uhren scheiden aus, weil sie in der Regel mit hohen Vertriebskosten behaftet sind. Ausnahmen stellen möglicherweise bestimmte Modelle besonders hochwertiger Produzenten wie Patek Philippe oder A. Lange & Söhne (Glashütte) dar. Dagegen ist beispielsweise der Anteil der Vertriebskosten bei gebrauchten Modellen, den so genannten Vintage-Uhren, meist deutlich niedriger.

Faktoren, die Investments in hochwertige Zeitmesser bestimmen:

– Qualität der handwerklichen Leistung

– persönlicher Geschmack des Käufers

– der Preis auf dem Markt

Die ersten beiden Punkte sind abhängig von persönlichen Vorlieben und unterliegen daher großen Risiken wie dem des Irrtums. Die Preisbildung auf dem Markt ist demgegenüber ein unabhängiger Faktor. Allerdings ist der Uhrenmarkt weder besonders übersichtlich noch unterliegt er einheitlichen Regeln. Hohe Fachkenntnisse und Erfahrung sind daher für Uhren-Investoren das A und O.

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Hinzu kommt, dass man bei einem derartigen Investment die Nebenkosten aufgrund der Aufbewahrung an einem sicheren Ort (Tresor) sowie der Pflege und Wartung der teuren Zeitmesser nicht unerheblich zu Buche schlagen.

Welche Uhrenmodelle kommen für Anleger in Frage?

Für Investoren kommen in aller Regel lediglich Armbanduhren oberhalb einer Marke von 5.000 € in Betracht. Und hier sind es vor allem Modelle besonders wohlklingender Marken wie Rolex, Patek Philippe oder A. Lange & Söhne, die die größte Wertsteigerung und das geringste Risiko in Aussicht stellen.

Anleger sollten ebenfalls beachten, dass Luxusuhren eher langfristige Anlageobjekte sind. Wer mit der notwendigen Sachkenntnis und hinreichenden Informationen an ein solches Investment herangeht, darf unter den derzeitigen Voraussetzungen eine Rendite zwischen 6 bis 10 % pro Jahr erwarten. Damit stellt eine solche Geldanlage – bei allen Unwägbarkeiten – im aktuell niedrigen Zinsumfeld eine durchaus attraktive Alternative dar.


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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.