Wie der Euro doch noch gerettet werden kann

Als ob wir nicht schon genügend Probleme in der Welt, in Deutschland hätten… Aber auch die europäische Einheits-Währung – und […] (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Als ob wir nicht schon genügend Probleme in der Welt, in Deutschland hätten…

Aber auch die europäische Einheits-Währung – und damit der Euro-Zone – wackelt.

Wir haben Ihnen aufgezeigt, dass die Euro-Zone in den reichen Norden (Gläubiger) und den armen Süden (Schuldner) aufgeteilt ist.

Zu diesem Konstruktions-Fehler kommt noch hinzu, dass die Staaten ihre Vereinbarungen nicht einhalten – allen voran die Griechen.

Niemand sollte mit dem Finger auf Athen zeigen

Doch wenn Sie jetzt vielleicht die Griechen verdammen wollen, dann sind Sie gut beraten innezuhalten.

Denn diese sind beileibe nicht die einzigen, die die Vereinbarungen über Sparprogramme nicht einhalten; tatsächlich macht das eigentlich kein Mitgliedsland der Eurozone.

Alle Mitglieds-Länder der Euro-Zone halten ihre Vereinbarungen nicht ein

So meint etwa der Leiter des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, dazu, dass jeder souveräne Staat allein seinen Bürgern verpflichtet sei.

Souveräne Staaten würden sich nicht an Verträge halten.

Als Beispiel führt er den Stabilitäts- und Wachstums-Pakt an, indem sich die Euro-Mitgliedsstaaten auf ein Defizit von max. 3% verpflichtet haben.

Und wissen Sie, wie oft dieser schon gebrochen wurde? Wir können es Ihnen genau sagen: 168x – Halten Sie sich das einmal vor Augen!

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen

Dabei hat Griechenland diesen Vertrag praktisch jedes Jahr gebrochen, Portugal in 15 von 17 Jahren.

Und selbst Deutschland hat ihn in 17 Jahren 4x nicht eingehalten. Diese Liste ließe sich noch weiter fortsetzen.

Sie sehen also: Der Volksmund lehrt uns völlig zu Recht: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!

Eklatante Verstöße gegen den Europäischen Fiskalpakt

Ein weiteres Beispiel ist der Europäische Fiskalpakt. Dieser lässt max. ein strukturelles Defizit von 0,5% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu.

Doch auch dieser scheint weitgehend vergessen zu sein.

Tatsächlich wurden 2015 nur 4% dieser Empfehlungen aus Brüssel auch umgesetzt. 2016 sah es noch düsterer aus: Da waren es gerade noch 2%.

Sind die Vereinbarungen in der Euro-Zone obsolet?

An diesen Beispielen erkennen Sie, wie viel Wert die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten auf Verträge tatsächlich legen: Keiner will sie großartig einhalten.

Da stellt sich natürlich die Frage:

Wenn sich jeder Staat selbst am nächsten ist, was sollen dann Vereinbarungen die alle bzw. jene Länder aus der Eurozone gemeinsam betreffen?

Könnten diese sich das ganze Prozedere nicht gleich sparen?

Deutschland muss blechen

Bedenken Sie: Letztlich läuft es ohnehin immer wieder auf dasselbe hinaus: Die Deutschen werden zahlen.

So drastisch formulierte es einst auch der ehemalige griechische Finanzminister Yannis Varoufakis – und er behielt Recht…


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.