Briefkurs: Bedeutung und Zustandekommen

Was der Briefkurs bedeutet, wie er zustande kommt und worauf man als Anleger achten muss, wird hier im Folgenden genauer erklärt. (Foto: Gitanna)

An der Börse werden Aktien zu bestimmten Kursen notiert.

Die Höhe der Kurse steht in Zusammenhang mit dem Angebot und der Nachfrage in Bezug auf die jeweiligen Aktien.

Demnach sind also grundsätzlich zwei Arten von Börsenteilnehmern vorhanden: die Käufer und die Verkäufer.

Wenn die Vorgaben für einen Kauf beziehungsweise Verkauf einer bestimmten Aktie zusammenpassen, wenn sich also diese beiden Parteien „treffen“, kommt das Geschäft an der Börse zustande.

Mehr dazu: Aktien handeln: Das müssen Einsteiger wissen

Briefkurs: Bedeutung

Zunächst ist zu klären, was man eigentlich unter dem Begriff „Briefkurs“ versteht.

In der Finanzbranche ist der Briefkurs (Verkaufskurs) der Tiefstpreis, zu dem jemand bereit ist, ein Wertpapier, eine Devise oder ein anderes Finanzprodukt zu verkaufen.

Der sogenannte Geldkurs (Kaufkurs), zu dem ein Marktteilnehmer bereit ist, ein Wertpapier zu kaufen, ist als Gegenteil des Briefkurses anzusehen.

In der Regel liegt der Briefkurs über dem Geldkurs.

Mehr dazu: Geldkurs und Briefkurs: Der Unterschied

Der Abstand zwischen dem Geldkurs und dem Briefkurs wird als „Geld-Brief-Spanne“ bezeichnet. Oft werden auch die englischen Begriffe „Bid Ask Spread“ oder „Spread“ dafür verwendet.

Die Größe der Geld-Brief-Spanne ist wiederum von den Kursschwankungen (Volatilität) des Marktes abhängig. Wenn es sehr viele Marktteilnehmer gibt, die bereit sind, ihr Produkt zu kaufen oder zu verkaufen, wird die Spanne sehr gering sein.

Sind hingegen nur wenige Marktteilnehmer vorhanden, kann die Spanne sehr groß ausfallen.

Unter Umständen kann der Handel sogar zum Erliegen kommen, falls die Verkäufer nicht bereit sind, vorgeschlagene Kaufangebote anzunehmen.

Geld- und Briefkurs bilden also die Unter- und Obergrenze, zu der ein Handel jeweils zustandekommen kann.

Briefkurs: Zustandekommen – Wann ein Geschäft stattfindet

Wenn Brief- und Geldkurs identisch sind, findet ein Geschäft zu dem genannten Kurs statt. Weichen die Kurse voneinander ab, dann bildet sich ein neuer Kurs.

Treffen der Geld- und Briefkurs aufeinander, wird ein Geschäft nur unter der Voraussetzung abgeschlossen, dass unter Einbeziehung der eventuell erteilten Limits die Vorstellungen von Käufer und Verkäufer zueinander passen.

Neben der Funktion als Verkaufskurs findet man den Briefkurs auch als vorhandenen Kurszusatz zu bestimmten Aktienkursen.

Wenn für eine Aktie momentan an der Börse nur ein Angebot besteht, aber keine Nachfrage vorhanden ist, erhält die aktuelle Kursnotierung den Zusatz „B“ für „Brief“.

Der aktuelle Kurs ist somit nicht aufgrund des Umsatzes festgestellt worden, sondern zu diesem Kurs möchte ein Kunde seine Aktien verkaufen. Jedoch ist zurzeit kein Käufer am Markt.

Wenn mehr Aktien im Angebot sind als Nachfrage besteht, bekommt der Kurs den Zusatz „bB“ für „bezahlt Brief“, womit für eine Aktie ein sogenannter Angebotsüberhang besteht.

Das heißt, dass nicht alle Verkaufsanweisungen ausgeführt werden können, weil nicht genügend Nachfrage besteht.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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