Der verschwiegene Wirtschaftskrieg

Wir haben Ihnen bereits aufgezeigt, dass wir uns längst in einem Wirtschaftskrieg besonderer Art befinden; nämlich zwischen den USA und der EU – und das alles wegen der Russland-Sanktionen.

Lesen Sie weiter und Sie erfahren alle Hintergründe zu diesem Thema, das auch Sie selbst und Ihren Arbeitsplatz betreffen kann!

Russland-Phobie in Washington

Bedenken Sie:

In der Innenpolitik der Vereinigten Staaten wird eine massive Russland-Phobie geschürt – und zwar von neokonservativen Kreisen der Republikaner und der Demokraten.

Aber nicht nur dort geschieht dies, sondern auch noch in den Medien; den Fake News-Medien, wie Trump gerne behauptet.

Und der hat damit nebenbei sogar oft recht, wie an anderer Stelle nachgewiesen werden konnte.

Anti-Russland-Stimmung, um Trump aus dem Amt zu jagen

Was ist das Ziel der Russland-Phobie? – Nicht nur, Ressentiments gegen den mächtigen geopolitischen Konkurrenten zu schüren, sondern v. a., Donald Trump aus dem Amt zu drängen.

Sie wissen es selbst:

Schon seit Langem will man ihm einen sprichwörtlichen Strick daraus drehen, mitverantwortlich dafür zu sein, dass Moskau die US-Präsidentschaftswahlen beeinflusst hätte.

Dabei gibt es für beide Behauptungen bislang und überwiegend nur heiße Luft. Auch unter diesem Aspekt müssen Sie die US-Russland-Politik sehen.

Vergleich der Wirtschaftsmächte USA und Russland

An dieser Stelle wird es Zeit, Ihnen einen kurzen Vergleich zwischen den Supermächten aufzuzeigen – Sie werden überrascht sein:

  • Die USA haben eine Staatsverschuldung von 108% des BIP, Russland von lediglich 18%.
  • Die USA besitzen Devisen-Reserven in Höhe von 220 Mrd. US-Dollar, Russland dagegen von ganzen 400 Mrd. US-Dollar.
  • Die USA hatten 2016 eine Neuverschuldung von 5,5% des BIP und weisen monatlich zwischen 40 und 50 Mrd. Dollar Außenhandels-Defizite auf. Russland hingegen besitzt eine aktive Handels-Bilanz.

Somit ist es eindeutig, wer von beiden Ländern wirtschaftlich tatsächlich die Nase vorn hat.

Wirtschaftliche Schwäche der USA soll bekämpft werden

Die USA weisen zudem eine strukturelle Schwäche auf; seit 2016 schlägt sich diese auch konjunkturell nieder.

Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank, spricht in diesem Zusammenhang davon, dass dies die „politische Kraft der USA auf globaler Ebene sukzessive unterminiert.“

Vergessen Sie in diesem Zusammenhang auch nicht die hochverschuldeten Privat-Haushalte in den Staaten!

Und da ist ja auch noch die EU…

Angriff auf die wirtschaftliche und politische EU-Souveränität

Demgegenüber steht die strukturelle und konjunkturelle Erholung der Euro-Zone, meint Hellmeyer weiter:

„Implizit stellt sich perspektivisch damit eine Machtfrage im westlichen Sektor.“

Mit den Sanktionen gegen Russland wird auch die wirtschaftliche und politische Entwicklung der Europäer beeinträchtigt, beispielsweise im Energie-Geschäft.

Denn die Sanktionen schwächen die Wirtschaftskräfte der Euro-Zone stellen gar einen Angriff auf wirtschaftliche und politische Souveränität dar.

Energie als Waffe

Dabei spielt der europäische Energiemarkt eine Schlüsselrolle; nicht nur für die EU, sondern auch für die USA.

Sehen Sie: Wir Europäer sind auf Energie-Importe aus anderen Staaten angewiesen, wie etwa den Niederlanden mit ihren Erdgas-Feldern oder Russland (über die Ukraine).

Um diese Gasliefer-Länder (aus den für die USA fremden Energiemärkte) zu schwächen, müssen Sanktionen her.

So könnte eine Abhängigkeit Europas vom sogenannten LNG-Gas der Amerikaner erreicht werden – und nicht nur das:

Gerade Deutschland gehört in dieser Hinsicht zum energieintensivsten Industrie-Standort in Europa. Dabei spielt der Preis natürlich eine dominierende Rolle.

23. August 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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