Angriff auf die wirtschaftliche und politische EU-Souveränität

Deutschland; die EU in einem Krieg? – Ja, tatsächlich; das sind wir!

Wir haben Ihnen aufgezeigt, dass wir uns längst in einem Wirtschaftskrieg mit den USA befinden.

Deren Waffe sind die Russland-Sanktionen, um gerade auch die europäische Wirtschaft zu schwächen.

Die Schwäche der Vereinigten Staaten

Das, was sich eigentlich verrückt anhört, ist wohlbegründet.

Denn die Vereinigten Staaten weisen nicht nur eine hohe Staatsverschuldung von 108% des BIP auf und monatliche Außenhandels-Defizite von 40 – 50 Mrd. US-Dollar auf.

Sondern sie haben außerdem strukturelle Schwächen, die sich seit 2016 auch konjunkturell niederschlagen.

Dem entgegen – Sie wissen es bereits – steht die strukturelle und konjunkturelle Erholung der Euro-Zone.

Wirtschaftskrieg zwischen den USA und der EU

Deshalb geht es letztlich um eine Machtfrage im westlichen Sektor zwischen den Amerikanern und den Europäern; Neue gegen Alte Welt sozusagen.

Mit den US-Sanktionen gegen Russland wird daher auch die wirtschaftliche und politische Entwicklung der Europäer beeinträchtigt.

Die Wirtschaftskräfte der Euro-Zone werden auf diese Weise geschwächt.

Mehr noch: Diese Sanktionen stellen gar einen Angriff auf die wirtschaftliche und politische Souveränität der EU dar!

US-Sanktionen gegen Russland bremsen auch europäische Wirtschaft aus

Die Sanktionen sorgen dafür, dass sich nicht nur der russische Absatzmarkt für die Europäer drastisch verkleinert, sondern auch umgekehrt.

Für beide Seiten ist somit der Zugang zu hochwertigen Investitions-Gütern erschwert, was nicht nur die russische Wirtschaft ausbremst.

In puncto Energie ist das Ganze ein Desaster, denn die Energieträger wie z. B. das Gas könnten sich drastisch verteuern.

Das entsprechende Ergebnis: Die Konkurrenzfähigkeit der EU würde negativ belastet.

Der Chefvolkswirt der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer, resümiert richtigerweise:

„Entscheidender wäre aber der Bruch, der sich dann durch Europa noch stärker manifestieren würde. Die Zukunft der europäischen Wirtschaft hängt nicht vorrangig an den USA, sondern an den aufstrebenden Ländern mit dem von China forcierten Projekt ‚One Belt – One Road’, zu dem auch das Projekt Seidenstraße gehört.“

Und weiter:

„Durch das Projekt ‚One Belt – One Road’ werden in den kommenden circa 10 Jahren 1,5 Mrd. Menschen von derzeit 7,5 Mrd. Menschen der Welt vom Rand der Welt-Ökonomie in das Zentrum durch Infrastruktur-Anbindung befördert. Mithin geht es nicht nur um die Teilhabe bei dem Aufbau der Infrastruktur als Wachstumstreiber, sondern viel stärker um die Zweit- und Drittrunden-Effekte im Rahmen einer intensiveren Nutzung des Human-Kapitals. Die USA hingegen bieten uns einen Bestandsmarkt, mehr auch nicht.“

Verlieren wir Wohlstand und Stabilität?

Folker Hellmeyer warnt:

Die Europäer werden den Wohlstand und die Stabilität verlieren, wenn die US-Sanktions-Politik die EU von diesen Projekten und den daraus resultierenden ökonomischen Chancen fernhält.

Verstehen Sie: So drastisch ist die Lage, und keiner erzählt Ihnen etwas darüber – dabei geht es für Sie ums Ganze!

„Massive Veränderung der finanz-ökonomischen Macht-Achse“

Hellmayer liefert auch noch hochinteressante Zahlen des IWF, die wir Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten wollen:

„1990, zu Beginn der sportlichen Globalisierung, hatten die aufstrebenden Länder (unter der Führung Chinas/GG) einen Anteil von ca. 20% am Welt-BIP. Heute liegt ihr Anteil bei 63%. Das Wachstum dieser Länder liegt bei mind. 4%. In absehbarer Zeit werden diese Länder für 70% des Welt-BIP und mehr stehen.“

Tatsächlich kontrollieren diese aufstrebenden Länder 70% der weltweiten Devisen-Reserven und stellen etwa 88% der Weltbevölkerung.

Dagegen hat sich der Anteil des Westens drastisch verringert.

Hellmayer dazu:

„Das ist eine massive Änderung der finanz-ökonomischen Macht-Achse. Mit welchen Regionen der Welt sollte Europa wohl Freihandels-Abkommen entwickeln und abschließen?! – Können Sie rechnen?“

Wir denken, das können Sie – und deshalb wissen Sie auch, was die Stunde geschlagen hat…

24. August 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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