Wirtschafts-Spionage durch die Amerikaner

Dein ärgster Feind ist dein Freund, heißt es im Volksmund. Was die Wirtschafts-Spionage anbelangt, trifft das sicher zu. Denn US-Dienste […] (Foto: MilsiArt / shutterstock.com)

Dein ärgster Feind ist dein Freund, heißt es im Volksmund.

Was die Wirtschafts-Spionage anbelangt, trifft das sicher zu. Denn US-Dienste spähen deutsche Unternehmen schon seit vielen Jahren aus.

Den Grund kennen Sie inzwischen:

Deutschland wird nach der Wiedervereinigung nicht nur als potenzieller Konkurrent um die Dominanz in Europa angesehen, sondern auch als Rivale auf dem Weltmarkt.

James Bond in Frankfurt

Nun erschüttert ein neuer Spionagefall die Bundesregierung:

Wieder einmal ist die Instanz, welche das Ganze ins Rollen brachte, Wikileaks.

Die Enthüllungs-Plattform stellte Dokumente über die gesamten Hacker-Aktionen der CIA hierzulande online. Dazu gehörten Hunderte Millionen Zeilen Programmcodes.

Die CIA soll vom Frankfurter US-Konsulat aus eine Hacker-Basis für Europa, den Nahen Osten und Afrika betreiben.

Im Visier hätten die Spione Computer und mobile Geräte mit allen gängigen Betriebssystemen, aber auch internetfähige Fernseher.

Insbesondere im Visier der US-Dienste: Handys und TV-Geräte

Selbst Smartphones sind im Visier der Spione.

Sobald sie ein solches unter Kontrolle gebracht haben, können sie über verschlüsselte Messaging-Dienste wie etwa WhatsApp, Telegram oder Signal mitlesen.

Und mit dem Programm Weeping Angel können die Geheimdienstler ans Internet angeschlossene Samsung-TV-Geräte geradezu in Abhörgeräte umfunktionieren.

Deutsche Behörden sind zurückhaltend

Die Bundesanwaltschaft erklärte zunächst, dass es tatsächlich Anhaltspunkte auf konkrete Straftaten und Täter geben würde.

Später ruderte der Generalbundesanwalt jedoch wieder zurück:

Die Echtheit der Dokumente würde noch geprüft. Sobald sich Anhaltspunkte für konkrete strafbare Handlungen fänden, würden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

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Übrigens: CIA-Agenten werden von den USA mit Diplomaten-Pässen ausgestattet, um als vermeintliche Mitarbeiter des Außenministeriums zu agieren.

Aber das läuft wohl in allen Staaten so ab…

Deutschland versucht die Affäre politisch klein zu halten

Nur die Bundesregierung versucht den Skandal unter den Teppich zu kehren.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte inzwischen, dass keine eigenen Erkenntnisse über die Echtheit der Wikileaks-Dokumente vorlägen.

Allerdings würde der Vorgang sehr ernst genommen und man stünde dazu mit den amerikanischen Partnern in Kontakt.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hätte die USA und andere befreundete Nationen im Blick – na, wenn das kein Kniefall vor dem Herrn ist!

Die Amerikaner können hierzulande spionieren, wie sie lustig sind…

Anders herum gesagt: Seit der Geheimdienst-Insider Edward Snowden vor einigen Jahren die Spionage der NSA im Land aufdeckte, geht sie munter weiter.

Schlimmer noch: Die Bundesregierung erklärte die Affäre für beendet – und der damalige US-Präsident Barack Obama freute sich.

Richtig spannend wird es noch einmal, wenn Wikileaks die weiteren angekündigten Dokumente veröffentlicht.

Die wohl wichtigste Enthüllung dieser Tage:

Die CIA ist in der Lage ihre Cyber-Attacken so zu tarnen, dass ihre Urheberschaft nicht nur verborgen bleibt, sondern sogar einem anderen Staat in die Schuhe geschoben werden kann.

Nicht die Russen sind die Bösen, sondern die amerikanischen Geheimdienste

Wissen Sie noch, wie man jegliche Späh-Angriffe auf die Russen abgewälzt hat? Wladimir Putin war an allem Übel der Welt schuld – und nun das!

Nicht also die bösen Russen scheinen für diverse Attacken verantwortlich zu sein, wie etwa hinsichtlich der Beeinflussung des amerikanischen Wahlkampfes, sondern die US-Geheimdiente selbst.

Unfassbar, wie die Öffentlichkeit in diesem Fall wieder einmal von der Politik und den Medien verschaukelt wurde – Fake News pur!


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.