Wo sollten Anleger einen Fondssparplan abschließen?

Auch hierzulande werden Fondssparpläne immer beliebter. Dabei stellt sich die Frage, wo man seinen Fondssparplan am besten abschließt. (Foto: Whyframe)

Man muss nicht unbedingt im Lotto gewinnen, um Geld in Wertpapieren investieren zu können. Auch für den, der monatlich einen kleineren Betrag abzweigen kann, gibt es die Möglichkeit, mithilfe eines Fondssparplans von den Entwicklungen an den Börsen zu profitieren. Bei vielen Anbietern ist dies ab 50 € im Monat möglich, bei manchen geht es auch schon ab 25 €.

Vor allem in der derzeit herrschenden Niedrigzinsphase sind Sparpläne auf Aktienfonds wegen ihrer sehr guten Renditeaussichten über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren eine sehr gute Wahl. Der größte Vorteil ist ihre Flexibilität: Anleger können die Zahlungsintervalle sowie die Laufzeit und die Einzahlungssumme frei wählen. Allerdings ist darauf zu achten, wo Sie Ihren Sparplan abschließen.

Wo Sparplan abschließen – Anbieter mit unterschiedlich hohen Gebühren

Fondssparpläne sind bei vielen Anbietern erhältlich. Ob bei der Hausbank, einer Direktbank oder einem freien Internet-Fondsvermittler: Die Palette der angebotenen Finanzprodukte ist groß. Sie reicht von aktiv gemanagten Anleihe- und Aktienfonds bis hin zu passiv geführten, Index-orientierten ETFs. Wichtig ist zunächst die Überprüfung, ob der gewünschte Fonds überhaupt als Sparplan erworben werden kann.

Für Börseneinsteiger und solche Anleger, die sich nicht zumindest von Zeit zu Zeit um ihr Investment kümmern können oder möchten, empfehlen sich Indexfonds bzw. ETFs. Diese spiegeln die Entwicklung eines bestimmten Marktes wie beispielsweise die des DAX wider und weichen in der Regel kaum von dessen Performance ab. Neben ihrer großen Transparenz sind sie äußerst kostengünstig. So entfällt bei ETFs meist der als besonders unangenehm wahrgenommene Ausgabeaufschlag.

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Auch im Hinblick auf die Anbieter gibt es bei den Kosten teils erhebliche Unterschiede. Hausbanken verlangen neben dem vollen Ausgabeaufschlag (bei aktiv gemanagten Fonds) oft auch erhöhte Transaktions- und Depotgebühren. Ratsamer ist der Abschluss eines Sparplan-Vertrages bei einer Direktbank oder einem freien Fondsvermittler im Internet. Ein weiterer Nachteil beim Kauf über die Hausbank ist, dass deren Bankberater dazu angehalten sind, vor allem hauseigene Finanzprodukte anzubieten – oft unabhängig davon, ob Anleger einen Vorteil davon haben oder nicht.

Welche ETFs eignen sich besonders für einen Sparplan?

Auch bei einem ETF gilt es, das Risiko durch eine möglichst breite Streuung einzugrenzen. Hierzu eignen sich vor allem Indexfonds auf den am weltweiten Aktienmarkt orientierten MSCI World, auf den EURO STOXX 50 oder den deutschen Leitindex DAX.

Dabei sollte gegebenenfalls auch auf mögliche Währungsschwankungen geachtet werden, da diese die Rendite des Sparplans beeinflussen können. Ein besonderes Augenmerk sollte auch darauf gelegt werden, ob das Finanzprodukt ausschüttend oder thesaurierend (wiederanlegend) sind. Denn bei thesaurierenden Fonds profitieren Anleger vom Zinszinseffekt.


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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.