Wohin entwickeln sich die Zinsen in 2017?

Was Kreditnehmer freut, ärgert die meisten Sparbuch-Liebhaber: das niedrige Zinsniveau. Was in 2017 bei der Zinsentwicklung auf uns zukommt. (Foto: wara1982 / Shutterstock.com)

Über die noch immer herrschende Niedrigzinsphase ist schon viel geschrieben worden. Fakt ist: Die „normalen“ Sparbuchzinsen bewegen sich aktuell bei den meisten Banken in Deutschland zwischen 0,01 und 0,05 %.

Für die meisten Anleger ist das mehr als unbefriedigend. Zum Vergleich: Die Inflationsrate auf Sicht eines Jahres beläuft sich Ende Januar 2017 laut dem Statistischen Bundesamt auf 1,9 %.

Im Klartext bedeutet das: Sparbuch-Anleger verlieren jährlich fast 2 % ihres Kapitals. Nun wäre es zu einfach, die Schuld der Bank um die Ecke zu geben. Die Tendenz bei den Zinsen wird von der Europäischen Zentralbank EZB bestimmt.

Der von ihr vorgegebene Leitzins liegt nach wie vor bei 0 %. Wenn ein Geldinstitut heute Geld bei der Zentralbank leiht, bekommt sie dieses zinsfrei, möchte sie überschüssiges Kapital dort parken, zahlt sie dafür sogar 0,4 % Strafzins.

Zinsentwicklung 2017: Können Sparer auf die Wende hoffen?

Nun stellt sich die Frage, ob sich bei der Situation bei der Zinsentwicklung im Jahr 2017 etwas tut oder ob alle Marktteilnehmer weiterhin mit der Niedrigzinsphase leben müssen.

Ein erster Hoffnungsschimmer auf eine Zinswende kam Mitte Dezember 2016 aus den USA. Hier erhöhte die dortige Notenbank Fed erstmals seit längerer Zeit ihren Leitzins leicht um 0,25 Prozentpunkte auf einen Korridor zwischen 0,5 und 0,75 %.

Was eine florierende US-Konjunktur erlaubt, ist in Europa aber noch lange nicht in Sicht. Während die US-Notenbankchefin Janet Yellen angekündigt hat, das Tempo bei den Zinserhöhungen im Jahr 2017 zu verschärfen, hat die EZB ihr enormes Kaufprogramm für Staatsanleihen und weitere Titel um 9 Monate bis mindestens Ende 2017 verlängert.

Somit ist auf dem alten Kontinent eine Zinswende noch in diesem Jahr so gut wie ausgeschlossen.

Sollten europäische Anleger auf US-Anleihen ausweichen?

Auf den ersten Blick kann es in Kürze eine interessante Alternative sein, wenn europäische Anleger ihr Geld in US-Anleihen investieren und auf diese Weise bessere Zinserträge generieren. Diese Chance könnte sich allerdings als trügerisch erweisen. Das Halten von Anleihen ist nämlich keineswegs mit einem Guthaben auf dem Sparbuch zu vergleichen.

Beim Sparbuch steigt der Zinssatz normalerweise bei jedem Zinsschritt der entsprechenden Zentralbank automatisch.

Anleihen sind dagegen in der Regel mit einem festen Zinssatz ausgestattet. Wenn nun beispielsweise ein Staat neue Anleihen mit einem höheren Zinssatz herausgibt (weil vorher der Leitzins angehoben wurde), bleibt der Zins der vorher emittierten Anleihe gleich.

Allerdings sinkt der Kurs des früher gekauften Finanzprodukts, weil es nun lukrativere Anleihen zum Ausgabepreis gibt. Und das könnte den Vorteil der höheren US-Zinsen gegenüber den europäischen komplett aufheben.

Auch im Jahr 2017 können Europas Sparer nicht mit steigenden Zinsen rechnen. Darüber hinaus macht es auch wenig Sinn, auf US-Anleihen auszuweichen.


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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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