Wohnflächenberechnung: Streit und Ärger sind nicht selten

Kein seltener Fall: Vermieter und Mieter streiten sich über die richtige Wohnflächenberechnung. Folge: Neues Urteil. (Foto: Andrey Popov / shutterstock.com)

Hintergrund eines neuen Urteils des Bundesgerichtshofes war folgender Fall: Vermieter und Mieter stritten über die richtige Wohnflächenberechnung einer Maisonette-Dachgeschosswohnung.

Wegen der Dachschräge hat weniger als die Hälfte des Galeriegeschosses eine lichte Höhe von 2,20 m.

Nach der Hessischen Bauordnung gilt das Galeriegeschoss deshalb nicht als Aufenthaltsraum.

BGH gibt Vermieter Recht: Im Zweifel kommt es bei der Wohnflächenberechnung auf den Mietvertrag an

Der BGH entschied nun, ob die Galerie bei der Wohnfläche zu berücksichtigen ist und gab dem Vermieter Recht. (Az. VIII ZR 39/09).

Die Flächen von Räumen, die nach dem Mietvertrag zu Wohnzwecken vermietet sind, sind bei der Wohnflächenberechnung unabhängig davon mit einzurechnen, ob sie wegen öffentlich-rechtlicher Nutzungsbeschränkungen bei einer Flächenberechnung als Wohnraum anzurechen sind.

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Bei Widersprüchen zwischen Mietvertrag und Bauordnung gibt also der Vertrag den Ausschlag.

Die Fläche eines zum Wohnen vermieteten Galeriegeschosses zählt also auch dann zur Wohnfläche, wenn die Galerie nach der Bauordnung nicht als Aufenthaltsraum gilt.

Vorsicht bei fehlerhafter Wohnflächenberechnung!

Nicht alle vermieteten Räume zählen jedoch zur Wohnfläche.

Zudem gibt es unterschiedliche Methoden zur Wohnflächenberechnung.

Unterlaufen Vermietern Fehler, wirkt sich das nicht nur auf die Miete, sondern auch auf die Betriebskosten aus.


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Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".