Worin liegt der Unterschied zwischen Eigenkapital- und Anlagenrendite?

Die Profitabilität von Unternehmen lässt sich anhand von 2 Maßstäben berechnen. Dabei unterscheiden diese sich nur minimal.

Die Eigenkapitalrendite (engl. „return on equity“ bzw. ROE) und die Anlagenrendite (engl. „return on capital” bzw. ROC) bemessen relativ ähnliche Konzepte.

Dabei unterscheiden sie sich allerdings in den zugrundeliegenden Formeln.

Beide Maßstäbe werden dazu genutzt, die Profitabilität eines Unternehmens auf Basis des verwendeten Geldes zu beziffern.

Die Eigenkapitalrendite kalkuliert den Profit als den Prozentsatz der aus allen Eigentumsanteilen des Unternehmens kombinierten Gesamtsumme.

Ein Unternehmen erwirtschaftet beispielsweise 2 Millionen Euro. Der Gesamtwert der Eigentumsanteile entspricht dabei 100 Millionen Euro.

Somit beläuft sich die Eigenkapitalrendite auf 2 Prozent (2 Millionen Euro werden durch 100 Millionen Euro dividiert).

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Die Anlagenrendite wiederum besteht zwar aus derselben Formel, aber verfügt noch über eine weitere Komponente: Den Gesamtwert der Schulden des Unternehmens in Form von Darlehen und Rentenpapieren.

Erneut ein Beispiel: Hat sich das Unternehmen im ersten Beispiel auch noch über 100 Millionen Euro verschuldet, sinkt die Anlagenrendite um 1 Prozent.

Denn in diesem Fall werden die 2 Millionen Euro Profit sowohl durch die 100 Millionen Euro an Eigentumsanteilen als auch durch die weiteren 100 Millionen Euro an Schulden dividiert.

Bei beiden Maßstäben handelt es sich um allgemein anerkannte und bewährte Richtgrößen. Sie werden von Investoren und Institutionen als Entscheidungshilfe bei konkurrierenden Investitionsmöglichkeiten genutzt.

Dabei werden anhand beider Maßstäbe in jedem Fall Unternehmen mit höheren Eigenkapital- und Anlagenrenditewerten bevorzugt.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.