„Zeitbombe Einlagensicherung“ – Was die Politik Ihnen nicht erzählt (2)

Wir haben Ihnen aufgezeigt, warum es ein Problem sein kann, wenn Sie Ihr Vermögen in einem Kredit-Institut deponiert haben.

Denn trotz der gesetzlichen Einlagensicherung, welche die Bank-Einlagen (Sparguthaben, Sparbriefe, Tages- und Festgeld, Girokonten) bis zu 100.000 € pro Kunde und Bank gesetzlich schützt, gibt es ein Riesenproblem.

Es ist offenbar eines, über das die Politiker wohlweislich lieber schweigen. 3x dürfen Sie raten, warum das so ist.

Riesenloch in der Einlagensicherung

Bedenken Sie: Bei einer Systemkrise im Banken-Sektor stößt die gesetzliche Einlagensicherung nicht nur in der EU, sondern auch in Deutschland an ihre Grenzen.

Mehr noch: Sie kollabiert. Nein, das sind keine Fake News oder krude Verschwörungs-Theorien! Diesen Fakt kann man seriös begründen.

So wurde bekannt, dass nach Berechnungen der Finanz-Strategie-Experten von Barkow Consulting hierzulande eine Kapital-Lücke von sage und schreibe 7,8 Mrd. € in der gesetzlichen Einlagensicherung klafft.

Stellen Sie sich das nur einmal vor!

Die größte Lücke weisen die deutschen Banken auf

Die voran genannte Summe von fast 8 Mrd. € müssten die hiesigen Banken einzahlen, damit wenigstens die geschützten Einlagen mit 0,8% abgedeckt sind.

Laut EU-Regulierungs-Behörde EBA ist diese Kapital-Lücke bei den deutschen Kredit-Instituten die größte aller Mitgliedsländer.

Supergau in der EU

Aber es kommt noch schlimmer: Denn europaweit fehlen in den Töpfen der gesetzlichen Einlagesicherungen ganze 30 Mrd. €.

Und wissen Sie, wieviel durchschnittlich in diesen Töpfen (der geschützten Einlagen) liegen? – Mickrige 0,55%, in Deutschland sogar nur 0,34%.

Dieses Loch muss bis Mitte 2024 mit einem Mindestvermögen gestopft sein, so jedenfalls sieht es die EU-Richtlinie zur Einlagensicherung von 2014 vor.

Ihr Bankvermögen steht im Feuer

Sie sehen nun selbst die große Gefahren:

Zum einen könnte es sein, dass dieses Kapital-Loch gar nicht gestopft wird. Und zum anderen: Was sind 0,55% Kapital an geschützten Einlagen? – Nichts!

Da nützt es auch herzlich wenig, wenn Anteilseigner und Gläubiger von Pleitebanken sich an den Kosten der Abwicklung beteiligen sollen.

Aus diesen Gründen betonen Politiker immer wieder gern, dass gesetzlich gesicherte Einlagen auf Giro- und Sparkonten davon ausgenommen seien; Ihr Guthaben also geschützt sei.

So werden Sie für dumm verkauft

Was für eine Augenwischerei!

Tatsächlich dürften die europäischen und deutschen Rücklage-Quoten gerade einmal dazu ausreichen, vereinzelte Banken-Pleiten zu handeln, sprich: aufzufangen.

Doch wenn es erneut zu einer globalen Finanzkrise kommt, sind diese gesetzlichen Einlagesicherungen komplett überfordert; national und europaweit – und damit völlig wirkungslos.

Vergessen Sie das nicht, wenn Sie das nächste Mal Ihr Vermögen wieder zur Bank tragen!

25. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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