Zink auch nach der jüngsten Rally knapp – Minenbetreiber legen zu

In Zink zu investieren, hat sich für jeden gelohnt, der Anfang 2016 zugestiegen ist. Der Kurs hat aber nur noch begrenztes Potenzial. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Rohstoffe können äußerst spannend sein. Während Gold oder Silber in vergleichsweise ruhigen Bahnen verlaufen, bieten Industriemetalle abhängig von Angebot, Lagerbeständen und Nachfrage mitunter Chancen, die sich sehen lassen. Der jüngste Renner war Zink.

Gemessen an der Fördermenge konnte es als Nummer drei unter den Nichteisenmetallen nach Aluminium und Kupfer deren Kurszuwächse um mehr als das Doppelte übertreffen.

In Zink zu investieren, hat sich allein mit Blick auf die letzten 12 Monate gelohnt. Der Preis stieg um fast 32%.

In Zink investieren, vom Markt profitieren

Noch besser trafen es Anleger, die Anfang 2016 zustiegen, als die Tonne Zink auf knapp 1.500 US-$ abgerutscht war. Bis Anfang März dieses Jahres schoss der Preis um 75% auf 2.800 US-$. So hoch wie zuletzt vor 10 Jahren.

Damals allerdings hatte er bereits seinen Rekordwert von 4.500 US-$ im Jahr 2006 hinter sich gelassen, der auf ein Rekordtief von ca. 1.100 US-$ im Jahr 2005 gefolgt war. Die Ausschläge können extrem sein. Im Vergleich dazu nimmt sich der jüngste Kursanstieg noch recht moderat aus, immerhin aber ist er der stärkste seit 2009.

Wer in Zink investieren will, muss also mit ausgeprägten Schwankungen rechnen. Das macht natürlich den Reiz an der Sache aus, setzt aber voraus, dass man den Markt genau beobachtet. So kam auch die jüngste Rally nicht aus heiterem Himmel.

Absehbare Förderkürzungen mit Preisauftrieb

Als das lange Zeit für die Produzenten kaum noch erträgliche Preisniveau ab 2015 zunehmend nachgab und ohnehin bereits etliche Minen geschlossen waren, kündigte der zweitgrößte Hersteller Glencore einschneidende Produktionskürzungen an.

Das Management stand unter Druck. Zeitgleich wurde der Schuldenberg über neue Aktien und Dividendenstreichungen um 10 Mrd. US-$ verringert, was dem Aktienkurs endlich wieder Auftrieb gab.

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Zeitgleich fuhren auch andere Hersteller die Förderung zurück – im Schnitt bis zu einem Viertel. Das Kalkül ging auf. Der Preis zog kräftig an, was zusätzlich durch einen Minenstreik in Kanada befeuert wurde. Seit März lässt der Effekt wieder leicht nach, doch ist nicht mit einer ausgeprägten Kurskorrektur nach unten zu rechnen.

Denn auch die weltweiten Reserven sind geschrumpft. Der Lagerbestand der Londoner Metallbörse LME sank bis Ende Februar auf 381.300 Tonnen Zink. Und die frei verfügbaren Bestände, die nicht über Terminkontrakte verkauft wurden, gingen auf weniger als 200.000 Tonnen zurück.

Reserven extrem gesunken

Während die Minenbetreiber aufatmen, kämpfen die Verarbeiter um Nachschub. Und Zink wird dringend gebraucht. Keine rostfreie Karosserie kommt ohne Zink aus. Verzinkte Metalle machen über die Hälfte der gesamten Produktion aus, die Messingherstellung ca. 18%.

Hinzu kommt der Bedarf etwa für Trockenbatterien, Kautschuk, Farben, Kosmetika, Dünger oder in der Medizin. Der aktuelle Nachschubmangel kann auch nur zum Teil über Recycling aufgefangen werden, das bis zu 30% der Produktion ausmacht.

Wer in Zink investieren will, muss insgesamt neben dem Angebot die Nachfrage und damit die konjunkturelle Lage der Nachfrageseite, also Autohersteller, Chemie- oder Pharmaunternehmen beachten.

Außerdem wird Zink in der Regel verstärkt bei einem schwächeren Dollarkurs gekauft, weil es dann günstiger ist. Diesmal jedoch macht das geringe Angebot einen Strich durch diese Rechnung.

Direkt investieren kann man neben Kontrakten wie CFDs über Zertifikate oder Rohstoff-ETFs, sprich Zink-ETCs. Alternativ bieten sich Aktien der großen Minenbetreiber an.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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