Energie-Investments: Unternehmen steht goldene Zukunft bevor

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Eine längerfristige Betrachtung zeigt, dass wir bei den Energieträgerpreisen mit weiter steigenden Preisen rechnen können. Erfahren Sie hier mehr dazu. (Foto: Evannovostro / shutterstock.com)

Seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers sind 4,5 Jahre vergangen. In dieser Zeit kam es in der westlichen Welt zu einer Rezession, die sich spürbar auf die Preise von Energieträgern auswirkte. Immer wieder neu aufkommende Störfeuer – wie etwa die europäische Schuldenkrise – sorgten dafür, dass eine schnelle Erholung ausblieb.

Erst im Juli 2012 wendete sich das Blatt. Die Europäische Zentralbank (EZB) verscheuchte das Schreckgespenst Eurokrise und zeitgleich zog in den USA das Wirtschaftswachstum an. Davon beflügelt, legten Aktienkurse und die Preise der Energieträger deutlich zu. Eine längerfristige Betrachtung zeigt jedoch, dass wir trotz der jüngsten Rally bei den Energieträgerpreisen mit weiter steigenden Preisen rechnen können.

Weltkonjunktur springt an

Sowohl der westliche Wirtschaftsmotor USA als auch die chinesische Wirtschaft kommen auf Touren. Der US-Häusermarkt, der US-Arbeitsmarkt und die Einkaufsmanager-Indizes zeigen an, dass eine Ausweitung der wirtschaftlichen Aktivität zu erwarten ist. In China sind die Indikatoren vergleichbar. Nur die wenigsten Analysten erwarten, dass im Reich der Mitte kein Wachstum erreicht wird, das über den von der Regierung veranschlagten 8% liegt. Einige Analysten erwarten sogar knapp 10% Wirtschaftswachstum.

In Europa ist die Talsohle ebenfalls durchschritten. Bei der EZB-Pressekonferenz im Januar 2013 sagte der Vorsitzende Mario Draghi, dass die aktuellen Indikatoren eine spürbare Erholung der europäischen Wirtschaft anzeigen Insgesamt wird mit einem moderaten Wachstum gerechnet.

Noch vor wenigen Wochen waren Marktteilnehmer und EZB deutlich pessimistischer. Die Folge der global guten Aussichten: Steigende Preise bei den Energieträgern. Die großen Profiteure dieser Entwicklung sind natürlich die Energie-Multis. Denn steigen die Preise und nimmt die Nachfrage zu, sprudeln auch die Gewinne.

Steigende Energieträgerpreise: Es gibt keine Alternativen

Energieträger sind für die großen Öl-Multis genauso eine Ware wie Automobile für Volkswagen (VW). Der Unterschied ist jedoch, dass VW die Produktion relativ einfach vergrößern kann, bei den Öl-Multis dies jedoch nicht ohne Weiteres möglich ist, um die Gewinne zu steigern.

Genau wie das Öl-Kartell OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist es bei den Konzernen jedoch auch nicht immer gewünscht, die Menge auszuweiten. Denn mit einer künstlichen Angebotsverknappung lässt sich der Preis gut beeinflussen. Dadurch erhalten die Unternehmen mehr Gewinn je ausgeliefertes Fass und schonen ihre Reserven.

Nicht selten ist zu beobachten, dass die Anbieter ähnlichen Strategien nachgehen, um mit strategischen Verhalten die Preise hochzuhalten. Ihnen ist mit Sicherheit auch schon aufgefallen, dass an den Tankstellen die Spritpreise vor Feiertagen auf „mysteriöse Weise“ steigen, obwohl sich der Ölpreis nicht geändert hat oder sogar gefallen ist.

Schon des Öfteren haben die Kartellbehörden die Konzerne auf verbotenes strategisches Verhalten hin überprüft, doch ein Nachweis ist nur schwer möglich. Da Energieträger am Anfang der Produktionskette stehen, sind die Energie-Unternehmen in einer komfortablen Lage. Die Weltwirtschaft hat wieder Dampf unterm Kessel und sorgt für eine steigende Nachfrage.

Gleichzeitig können Kostensteigerungen bequem an die Kundschaft weitergegeben werden. Sie werden auch weiterhin Mineralölprodukte tanken müssen. Der letzte wichtige Faktor, der in der aktuellen Phase für weiter steigende Energieträger-Preise spricht, ist die Zunahme der Liquidität.

Die Zentralbanken rund um den Globus haben Billionen in das Wirtschaftssystem gepumpt, sodass bei einer wirtschaftlichen Erholung die Inflationsrate zwangsläufig anzieht.

Schon 2013 kann die Inflation an die 3-%-Marke herankommen. Für die Energieträger Unternehmen ist das aus den geschilderten Gründen jedoch unproblematisch: Sie geben die höheren Kosten einfach an die Kunden weiter.

Angebot und Nachfrage im Ungleichgewicht – Der Ölpreis wird langfristig stark steigen

Insbesondere bei dem Energieträger Erdöl zeichnet sich ein langfristiger Engpass ab. Der Rohstoff ist endlich und steht einer schnell steigenden Nachfrage gegenüber. Katalysator dieses Ungleichgewichts ist der Preis. Wenn die Nachfrage schneller steigt, als das Angebot ausgeweitet wird, steigen die Erdölpreise. Und das kann sehr schnell gehen: So stieg der Preis in den Boom-Jahren 2007 und 2008 in der Spitze auf bis zu 150 US-Dollar je Fass. Zur Jahrtausendwende lag er noch bei etwa 30 Dollar. In nur 8 Jahren ist der Preis also um 400% gestiegen.

Infolge der schweren Wirtschaftskrise 2009 fiel der Preis des „Schwarzen Goldes“ zwar auf rund 38 Dollar zurück, doch bereits Ende 2010 war die 100-$-Marke wieder geknackt. Viele Rohstoffexperten gehen davon aus, dass schon in wenigen Jahren die 200-$-Marke fällt. Denn der wachsenden Nachfrage stehen nur begrenzte Möglichkeiten zur Ausweitung der Fördermengen gegenüber. Leicht erschließbare Quellen werden immer seltener.

Dies ist auch den Politikern bewusst, die fieberhaft nach Alternativen suchen. Regenerative Energieträger zur Stromerzeugung sind auf dem Vormarsch und neue Busse und Lkws werden mit energieeffizienteren Antrieben ausgestattet. Der Anteil dieser ressourcenschonenden Technologien sowohl bei der Stromgewinnung als auch beim Transport ist jedoch bei weltweiter Betrachtung (Deutschland und die skandinavischen Länder sind eine Ausnahme) überschaubar. Zudem kommt, dass es in vielen Wirtschaftsbereichen weiterhin keine Alternativen zum Öl gibt.

Ein dritter Punkt, der für weiter steigende Ölpreise spricht, sind steigende Kosten bei der Förderung. Da leicht erschließbare Quellen Mangelware sind, muss auf die Ölgewinnung durch Tiefseebohrungen und Ölsandgewinnung zurückgegriffen werden. Diese Förderung ist deutlich teurer. Ölkonzerne werden die gestiegenen Kosten an die Kunden weitergeben, denn sie wissen, dass die Kunden kaufen müssen.

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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.

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