Finanzierung eines Aktienrückkaufs

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Für ein Aktienrückkauf-Programm muss ein Konzern die nötigen Mittel haben. Die Aktienrückkauf-Finanzierung kann unterschiedlich erfolgen. (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Wenn ein Unternehmen ein Aktienrückkauf-Programm durchführen möchte, muss es natürlich auch die nötigen Mittel dazu aufbringen.

Die Finanzierung eines Aktienrückkaufs kann jedoch auf verschiedenen Wegen erfolgen.

Aktienrückkauf als Kapitalmaßnahme

Für viele Konzerne kann es lukrativ sein, eine Kapitalmaßnahme durchzuführen. Darunter fällt auch der sogenannte Aktienrückkauf, also der Erwerb eigener Wertpapiere durch den Emittenten.

Eine solche Maßnahme muss gemäß § 71 des Aktiengesetzes auf einer Hauptversammlung durch die Aktionäre beschlossen und genehmigt werden.

Außerdem darf der Vorstand nur Aktien bis zu einem Gesamtanteil von 10% zurückerwerben.

Der Investitionsumfang eines Aktienrückkaufs ist naturgemäß sehr hoch und liegt oftmals im Bereich mehrerer Mio. €.

Dies liegt unter anderem daran, dass sich die positiven Effekte am Kapitalmarkt nur dann einstellen, wenn das Transfervolumen groß genug ist.

Mehr zum Thema: Diese Auswirkungen hat ein Aktienrückkauf

Außerdem möchte das jeweilige Unternehmen natürlich möglichst viele der verfügbaren Wertpapiere wieder in seinen Besitz bringen.

Ein Aktienrückkauf in Höhe von lediglich 30.000 € hat dementsprechend keine ausreichende Wirkung auf den Kurs.

Aktienrückkauf: Finanzierung muss gesichert sein

Die Finanzierung des Aktienrückkaufs muss also gut geplant und vor allem gesichert sein, damit die Maßnahme gelingt.

Hierzu existieren verschiedene Möglichkeiten: Viele Betriebe führen ein Aktienrückkauf-Programm dann durch, wenn durch ein erfolgreiches Geschäftsjahr ein Überschuss erwirtschaftet werden konnte.

In diesem Fall gibt es also bereits eine hohe Liquidität. Diese soll gerade durch den Erwerb eigener Anteilsscheine abgebaut – und kann sogar zu Teilen an die Altaktionäre abgeführt werden.

In bestimmten (Not-)Situationen ist die Finanzierung jedoch nicht von Anfang an geregelt. Ein Beispiel dafür ist das Aktienrückkauf-Programm, das Intel 2012 ankündigte:

Um ausreichende Mengen der eigenen Wertpapiere erwerben zu können, wurde zunächst eine Kapitalerhöhung durchgeführt.

Diese erfolgte zur Hälfte über den Verkauf von Anleihen mit einer Laufzeit von 5 Jahren. Insgesamt verschaffte sich der Konzern auf diese Weise 6 Mrd. $.

Wenn dieses Geld in einen Aktienrückkauf investiert wird, verbindet sich quasi eine Kapitalerhöhung mit einer Kapitalherabsetzung.

Beide Sorten von Kapitalmaßnahmen müssen nach dem deutschen Aktiengesetz von der Mehrheit aller Aktionäre genehmigt werden.

Darum holen sich viele Vorstände oftmals schon vorsorglich die Genehmigung zu solchen wirtschaftsstrategischen Maßnahmen ein, um dann im Fall der Fälle bessere Kontrolle und mehr Flexibilität zu besitzen.

Der Nutzen eines Aktienrückkauf-Programmes

Angenommen, die Finanzierung ist gesichert, muss man sich die Frage stellen, wozu Unternehmen überhaupt eigene Anteilsscheine zurückkaufen wollen.

Durch die Verringerung der Anzahl von Aktien, die im Handel verfügbar sind, ändert sich zum Beispiel das sogenannte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV).

Genau genommen wird diese Kennzahl steigen, denn wenn Aktien zurückgekauft werden, verteilt sich der Gewinn eines Unternehmens anschließend auf wenigere Anteilsscheine.

Doch damit nicht genug: Oftmals führt ein großangelegter Aktienrückkauf auch zum Ansteigen des Aktienkurses eines Konzerns.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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