Für die Deutsche-Bank-Aktie geht es derzeit bergab

Deutsche Bank RED – shutterstock_401935780 Vytautas Kielaitis

Der Kurs der Deutschen Bank-Aktie fällt, was auf Auswirkungen neuer Regelungen im Bankensektor im Zuge der Finanzkrise zurückzuführen ist. (Foto: Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com)

Deutsche-Bank-Aktie fällt

Die Aktie der Deutschen Bank [WKN: 514000 / ISIN: DE0005140008] hat derzeit mit einem Abwärtstrend zu kämpfen. Das Papier nähert sich immer mehr der 33-Euro-Marke (Stand am Freitagmorgen 33,31 €), was nichts Gutes bedeutet. Damit ist die Aktie nachhaltig nach unten ausgebrochen und ein weiterer Fall ist nicht ausgeschlossen. Kurzfristig könnte die Aktie sogar bis auf 32,50 € nach unten abrutschen.

Die Analysten sind in ihren Kaufempfehlungen gemischter Meinung. 24 Kaufempfehlungen stehen 6 Experten gegenüber, die Anlegern raten, das Papier zu verkaufen. 13 Analysten stehen für „Halten“. Schwierige Zeiten also derzeit für Anleger bei der Deutschen Bank. Der Börsenwert der Deutschen Bank ist mit 33,8 Mrd. Euro aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau.

Finanzkrise hat nach wie vor Auswirkungen auf den Bankensektor

Die Banken haben immer noch unter der Finanzkrise zu leiden und müssen strengere Auflagen erfüllen. So müssen Geldhäuser beispielsweise eine höhere Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung haben, um wirtschaftliche Schwankungen so abpuffern zu können, ohne dass es, wie in Griechenland, zu Lasten der Bürger geht. In Deutschland liegen die Kosten, die die Geldhäuser dafür aufwenden müssen, bei rund sieben Mrd. Euro jährlich. Hinzu kommen Sach- und Personalkosten und die Bankenabgabe. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG schätzt die Kosten, die insgesamt gezahlt werden müssen, um alle neuen Regelungen umzusetzen, für die Banken in Deutschland auf rund neun Mrd. Euro pro Jahr. All diese Maßnahmen sollen den Bankensektor noch krisenfester machen. In den USA und Brüssel werden aktuell zu diesem Zweck noch weitere Regelungen überlegt und auf den Weg gebracht. Schon jetzt wird der Bankensektor als krisenfester und stabiler gesehen, als vor der Finanzkrise. Die Risiken für die Steuerzahler sind definitiv gesunken, sagt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Michael Kemmer.

Eigenkapital zukünftig auch für Staatsanleihen

Im nächsten Jahr möchte die Europäische Zentralbank einen Stresstest simulieren, in dem überprüft werden soll, wie gut die Geldhäuser nach den Umrüstungen gegen Krisen gerüstet sind. Zusätzlich sollen auch die Bilanzen der Banken geprüft werden. Ein neuer Wunsch der Europäischen Zentralbank ist, dass Banken in Zukunft auch für Staatsanleihen Eigenkapital halten sollen. Bisher galten Staatsanleihen immer als ein Investment ohne Risiko, für das keine Sicherheiten notwendig waren. Für Aktien, Unternehmensanleihen oder Immobilien musste hingegen immer Eigenkapital vorgehalten werden. Die Eurokrise hat den Banken aber gezeigt, dass auch Staatsanleihen riskant werden können, weshalb die Regelung dazu nun geändert werden soll.

Deutsche Bank auch involviert

Auf die Deutsche Bank kommen als größtes Kreditinstitut Deutschlands selbstverständlich all diese Herausforderungen zu. Wie der Aktienkurs diesen Hürden standhalten wird, bleibt abzuwarten.

Hand Aktienkurse Handy – shutterstock_281485052 solarseven

GFT-Aktie: Aktie des IT-Dienstleisters nach Zahlen mit RücksetzerDer IT-Spezialist GFT Technologies stellt einen Ergebnissprung für 2021 in Aussicht - die Umsatzdiversifikation setzt sich weiter fort. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
david-gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz