Genussrechte: Risiko überwiegt die Renditechancen

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Das Risiko bei Genussrechten wird von vielen Anlegern oft vernachlässigt wenn hohe Zinsen locken. Dies kann ein teurer Fehler sein. (Foto: SergeyP / Shutterstock.com)

Einige Unternehmen locken die Anleger, indem sie Genussrechte ausgeben mit teils recht attraktiven Zinsen. Jedoch liegt in diesen Genussrechten ein Risiko, dessen sich vielen Anleger nicht bewusst sind. Auch die in Aussicht gestellten Zinserträge sind keinesfalls als sicher zu betrachten.

Genussrechte verstehen, Risiko erkennen

Um zu verstehen, welches Risiko in einem solchen Genussrecht liegt, muss zunächst verstanden werden, was ein solches Genussrecht überhaupt ist. Das Recht auf Genuss, das hört sich ja zunächst gut an. Eine Anlageform, die nur im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz) verbreitet und erlaubt ist.

Das Genussrecht wird oft als Mischform aus Anleihe und Aktie beschrieben, dabei ist dies nicht wirklich richtig. Genussrechte locken zwar mit Zinsen, die einen ähnlichen Nominalzins bieten wie Anleihen – dies heßt jedoch nicht, dass auch dieselben Renditen damit erzielt werden können. Die laufende Rendite ist wichtiger als der Nominalzins

Genussrechte: Risiko liegt im Kleingedruckten

Bei Genussrechten wir oft mit „einer prognostizierten Verzinsung von 9%“ oder einem „Zinssatz von 8% pro Jahr*“ geworben. Zu beachten ist dann das Wort „prognostiziert“ und was im Kleingedruckten zur Erläuterung des „*“ steht. Denn, anderes als bei Anleihen, geht es bei Genussrechten nicht um einen garantierten Zinssatz.

Bei Genussrechten handelt es sich nämlich um eine geplante Beteiligung am Unternehmensgewinn. Fällt dieser Gewinn aber nicht wie erwartet aus oder wird gar ein Verlust erwirtschaftet, wirkt sich das auch negativ auf die Zinszahlungen aus. Dies kann bis zu einem Totalverlust des Investments führen.

Genussrechte: Risiko durch geringe Regulierung

Genussrechte gehören zu den am wenigsten regulierten Anlageformen überhaupt. Zwar werden die Ausgabeprospekte durch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistung) auf die gesetzlichen Mindestanforderungen geprüft, jedoch ist die inhaltliche Gestaltung weitestgehend dem Unternehmen überlassen. Die Bedingungen, unter denen der versprochene Zins also tatsächlich ausgezahlt wird, sind vom Herausgeber des Genussrechts frei wählbar.

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Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen.

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