Hortonworks: Big Data Pionier an der Börse

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Mit Hortonworks ging Ende 2014 der erste Hadoop-Anbieter an die Börse - ein Portrait. (Foto: dominic8 / Shutterstock.com)

Big Data ist das Trendthema in der IT-Industrie schlechthin. Dabei geht es um die Verarbeitung und Auswertung großer Datenmengen, um zum Beispiel Kundenverhalten zu analysieren oder die Produktion weiter zu optimieren.

Inzwischen erfasst das Thema immer mehr die Börse und wird damit auch für Anleger interessant. Bestes Beispiel ist der Börsengang des amerikanischen Open-Source-Anbieters Hortonworks im Dezember 2014 an der New Yorker Nasdaq. Bei 16 US-$ bei den Anlegern platziert, schnellte der Kurs des Papiers am ersten Handelstag auf 24 US-$ in die Höhe.

Der Grund für die Euphorie der Anleger liegt in den enormen Wachstumschancen, die der Big Data Markt mit sich bringt. Allein in 2014 legte der Big Data Markt weltweit auf 73,5 Mrd. € zu, ein Zuwachs von 66% gegenüber 2013. Bis 2016 könnte sich der Markt auf 160,6 Mrd. € noch einmal verdoppeln, so der Branchenverband BITKOM.

Hortonworks gilt als Pionier der Branche und damit auch als einer der Hauptnutznießer dieser Entwicklung. Ein Grund mehr für Anleger, sich näher mit dem Unternehmen zu befassen.

Hortonworks im Portrait – die Anfänge

Bei Hortonworks handelt es sich um ein US-Softwarehaus, das im Jahr 2011 mit Unterstützung von Yahoo! und der Venture-Kapitalgesellschaft Benchmark Capital gegründet wurde. Yahoo! und Benchmark Capital investierten seinerzeit 23 Mio. Dollar in Hortonworks – zuletzt summierte sich der Börsenwert des Big Data Spezialisten auf rund 1 Mrd. US-$.

Hortonworks hat seinen Hauptsitz im kalifornischen Palo Alto und beschäftigt inzwischen mehr als 600 Mitarbeiter. Hortonworks ist der führende kommerzielle Anbieter von Hadoop, einer Open-Source-Plattform für die Speicherung, Verarbeitung, Verwaltung und das Analysieren großer Datenmengen (Big Data).

Hortonworks vertreibt dabei seine eigene Distribution von Hadoop (Hortonworks Data Platform) sowie verschiedene Erweiterungen. Die Plattform bietet damit die Basis für Firmenkunden, um Big Data Lösungen im Unternehmen einzusetzen. Um den Vertrieb zu unterstützen arbeitet Hortonworks mit mehr als 1.000 Technik-, System- und Händler-Partnern zusammen.

Hortonworks und Hadoop: Einsatzbereiche in der Praxis

In der Praxis lassen sich dadurch beispielsweise Server-Logs oder andere unstrukturierte Daten auswerten, was mit traditionellen Datenbanken bislang nur schwer möglich war.

Ein traditionelles Einsatzgebiet von Hadoop ist die Auswertung von Social-Media-Daten von Facebook, Twitter und anderswo. Dadurch können Firmen beispielsweise ermitteln, welches Stimmungsbild gegenüber dem Unternehmen in sozialen Medien herrscht und entsprechende Maßnahmen ergreifen (Marketingmaßnahmen etc.). Zu den Hortonworks-Kunden gehören namhafte Internet-Unternehmen wie eBay, Xing, und Spotify.

Wie verdient Hortonworks sein Geld?

Da die Big Data Plattform Hadoop 100% Open-Source ist und daher keine Lizenzgebühren anfallen, stellt sich für Anleger die Frage, wie Hortonworks sein Geld verdient.

Generell ist die Hortonworks Datenplattform kostenlos verfügbar, die Haupteinnahmequelle des Unternehmens sind Support-Gebühren und professionelle Serviceverträge. Zuletzt verzeichnete Hortonworks mehr als 330 Support-Aboverträge, schrieb dabei aber tiefrote Zahlen.

Analysten an der Wall Street glauben, dass sich daran auch in den nächsten 1 bis 2 Jahren wenig ändern wird. Hintergrund sind die stark steigenden operativen Kosten, die mit dem Ausbau des Geschäfts zusammenhängen. Aufgrund der Zukunftsaussichten und Bedeutung des Big Data Marktes sollen Anleger Hortonworks jedoch weiter im Auge behalten.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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