Wie Hadoop-Kunden Millionen sparen und Anleger profitieren

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Die Zahl der Hadoop-Kunden steigt rasant. Auch Anleger können vom Big Data Boom profitieren, wenn sie auf die richten Werte setzen. (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Durch den Siegeszug des Internets und die zunehmende Verbreitung von tragbaren Elektronikgeräten (Wearables), hält die Digitalisierung immer mehr Einzug in die Firmenwelt.

Daten gewinnen im Wirtschaftskreislauf als vierter Produktionsfaktor neben Kapital, Rohstoffe und Arbeitskraft an Bedeutung. Unternehmen erkennen immer mehr den Wert von Daten, um Produktionsabläufe zu verbessern, Marketing zu optimieren und den Absatz zu steigern.

Um den Datenschatz zu heben, waren in der Vergangenheit oft hohe Investitionen erforderlich. Dies hat sich in der Neuzeit geändert. Neue Technologien wie Hadoop machen es möglich und bescheren Unternehmen Wettbewerbsvorteile, wodurch das Thema auch für Anleger interessant wird. Denn rund um Hadoop sind inzwischen neue Geschäftsmodelle entstanden.

Hadoop-Kunden sparen Geld

Bei Hadoop handelt es sich um eine Open Source Softwareumgebung, über die große Datenmengen analysiert werden können, indem diese verteilt über mehrere Netzwerkrechner (Server-Cluster) verarbeitet werden.

Hadoop ist 100% Open Source, wodurch Firmen keine Lizenzkosten entstehen. Zudem ist Hadoop auf Standard-Servern lauffähig, wodurch auch keine teure Hardware angeschafft werden muss. Neben dem Nutzenfaktor ein Grund mehr, warum es immer mehr Hadoop-Kunden gibt.

Hadoop – Einsatz in der Praxis

Hadoop ist in vielen Industriebereichen im Einsatz, dazu zählen zum Beispiel die Telekom- und Mobilfunkindustrie, die Internetbranche, die Erdölindustrie und das Gesundheitswesen.

In der Ölindustrie setzt beispielsweise der Ölgigant Chevron seit mehreren Jahren auf Hadoop, um seismische Daten zu analysieren, um damit lukrative Ölreserven zu finden. Hadoop bietet in diesem Fall die notwendige Speicherkapazität, als auch die Rechnerleistung, um die riesigen Datenmengen zu analysieren. Als Hadoop-Anbieter fungiert in diesem Fall IBM mit seiner Big Data Lösung IBM Big Insights.

Nokia ist und war ebenfalls ein Hadoop-Kunde. Inzwischen wurde die Handy-Sparte zwar an Microsoft verkauft, dennoch nutzte Nokia in der Vergangenheit die Open Source Plattform, um Daten, die von Nokia-Handys generiert wurden, zu analysieren.

Dabei sah sich Nokia dem Problem gegenüber, dass 100 Terabyte an strukturierten Daten und über 500 Terabyte an unstrukturierten Daten tagtäglich analysiert werden mussten. Einen Ausweg bot Hadoop, wobei in diesem Fall Cloudera als Hadoop-Anbieter fungierte.

Zu den Hadoop-Kunden zählt auch der weltgrößte Mobilfunknetzbetreiber China Mobile mit mehr als 800 Mio. Kunden. Die China Mobile Einheit China Mobile Guangdong nutzt Hadoop und die nicht relationale Datenbank HBase (ebenfalls Open Source), um Milliarden von Telefonanrufen aufzuzeichnen, um diese seinen Kunden via Echtzeitabfrage zur Verfügung zu stellen. Jeden Monat kommen etwa 30 Terabyte an neuen Daten hinzu – umgesetzt wurde die Lösung vom Hadoop-Anbieter Intel.

Yahoo gehört zu den Hadoop-Kunden der ersten Stunde. Bereits seit Jahren setzt Yahoo auf Hadoop um Daten zu analysieren. Erst jüngst wurde ein Deal zwischen Yahoo und dem Big Data Spezialisten Splunk bekannt, wonach Yahoo die Splunk Analyselösung Hunk für Hadoop lizenziert hat.

Dadurch ist es für Yahoo möglich, mehr als 600 Petabytes an Daten zu analysieren, zudem kommen mehr als 150 Terabytes an maschinellen Daten pro Tag hinzu, die durch Splunk und Hadoop analysiert werden können. Yahoo beziffert die Einsparungen bei den Hardware-Kosten durch den Einsatz von Hunk auf mehrere Millionen US-$ pro Jahr.

Wie auch Anleger vom Hadoop-Boom profitieren können

Aber nicht nur für Unternehmen, auch für Anleger ist das Thema Hadoop interessant. Hadoop-Anbieter und Big Data Spezialisten wie Hortonworks, Cloudera, IBM, Splunk, MapR, Datameer oder die deutsche USU Software profitieren von der zunehmenden Bedeutung von Big Data.

Einige Big Data Spezialisten wie Hortonworks, Splunk und IBM sind bereits an der Börse, andere Firmen bereiten einen Börsengang vor. Für Anleger gilt es zu beachten, dass der Big Data Markt in den nächsten Jahren zwar traumhafte Wachstumsraten verspricht, jedoch ist der Markt noch sehr jung und viele Firmen schreiben nur kleine Gewinne oder operieren sogar noch in der Verlustzone.

Junge Big Data Spezialisten wie Hortonworks und Splunk sind daher nur als Depotbeimischung und für risikobewusste Anleger geeignet, die sich auch durch starke Kursschwankungen nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Praxisbeispiel einer Short-Position II

Praxisbeispiel einer Short-Position IIAnalog zum ersten Leerverkaufssignal wird in diesem Clip die zweite Handelsmöglichkeit des short-sellings der Yahoo-Aktie beleuchtet. Der Einstieg erfolgt wieder durch ein Level von über 80 bei dem stochastischen Indikator,… › mehr lesen


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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