Investieren wie Warren Buffett

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Warren Buffet ist der erfolgreichste Investor der Welt. Langfristig orientierte Anleger tun gut daran, dem Superinvestor zu folgen. (Foto: Krista Kennell / Shutterstock.com)

Mit 10.000 US-Dollar Startkapital wurde Warren Buffett einer der reichsten Menschen der Welt – sein aktuelles Vermögen wird auf rund 50 Mrd. US-Dollar geschätzt.

Dafür brauchte er keine geniale Geschäftsidee – er investierte das Geld einfach – und zwar äußerst erfolgreich.

Es lohnt sich also, die Auswahlkriterien des 80-jährigen Superinvestors genauer zu kennen und sich seine aktuellen Lieblingsaktien anzusehen- darüber hinaus gibt es natürlich auch Werte, die es noch werden können.

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23% Gewinn pro Jahr

Warren Buffett verdankt seinen Erfolg keinen hochspekulativen Trades, sondern einer Strategie, die seit Jahrzehnten Renditen von im Schnitt 23% pro Jahr abwirft.

Seine Erfolgsgeheimnisse der von ihm geprägten „Value-Strategie“ sind die richtige Aktienauswahl und jede Menge Geduld.

Denn hat er erst einmal eine Aktie ausgewählt, so hält er ihr oftmals Jahrzehnte die Treue.

Der „wahre“ Unternehmenswert steht im Vordergrund

„Fragen Sie nicht nach dem Preis, den Sie für ein Unternehmen zahlen, sondern nach dem Wert, den Sie für Ihr Geld bekommen.“

Dieser Satz beschreibt treffend, worauf es bei der Value-Strategie von Warren Buffet ankommt.

Es geht darum, gute Qualität zu einem möglichst niedrigen Preis zu erhalten, genau wie im alltäglichen Leben.

Keine Alternative zu Aktien

Buffett sieht derzeit übrigens keine Alternativen zu Aktien als Geldanlage – insbesondere mit Blick auf die zunehmenden Inflationsgefahren.

Vom Run auf Gold als Inflationsschutz hält der Altmeister nichts.

Grund: Gold besitzt keinen Nutzen und wirft keine Erträge ab. Wer Gold kauft, müsse hoffen, dass ein anderer Anleger später mehr dafür bezahlt – für Buffett ein unsicheres Investment.

Seine klares Statement: „Gold hat wirklich keinen Nutzen. Ich setze lieber auf einen guten Produktionsbetrieb, um damit etwas zu übertrumpfen, was nichts tut.“

Buffetts Auswahlkriterien

Bei der Auswahl seiner Aktien-Investments orientiert Warren Buffet sich dabei einerseits an fundamentalen Mindestkriterien für Eigenkapitalquote, Cash-Flow-Marge oder Gewinnwachstum.

Andererseits achtet er auch auf allgemeine Unternehmenscharakteristika wie Beständigkeit oder Marktposition.

Er unterscheidet bei der Aktienauswahl zwischen allgemeinen Qualitätskriterien und Bewertungskriterien.

Bei Erstgenannten prüft Buffett anhand allgemeiner Erwägungen, ob das Unternehmen grundsätzlich überhaupt als Investment in Frage kommt.

Die Bewertungskriterien sollen offen legen, ob die Aktie derzeit günstig bewertet ist.

Zu den allgemeinen Qualitätskriterien zählen:

1. Leicht verständliches Geschäftsmodell

Der einfache Anlagegrundsatz „Investiere nur in das, was Du verstehst“ hätte Anleger in Zeiten des Internetbooms vor katastrophalen Verlusten bewahrt.

Warren Buffett bevorzugt Unternehmen mit einfachen Geschäftsmodellen, von denen ersichtlich ist, dass damit Geld verdient werden kann.

Dazu zählen vor allem Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen anbieten, die regelmäßig benötigt werden, wie zum Beispiel Nahrungsmittelhersteller, Pharmahersteller, Banken und Versicherungen oder Transportunternehmen.

2. Dominante Marktposition und starke Marken

Unternehmen, die es zum Marktführer gebracht haben, bleiben dies in der Regel auch.

Vor allem, wenn Sie über ein starkes Markenportfolio verfügen. Coca-Cola und Nestlé sind die besten Beispiele dafür.

3. Beständige Unternehmensgeschichte

Dieses Kriterium ist dem vorherigen von der Argumentation her ähnlich: Unternehmen, die seit Jahrzehnten wachsen und ihre Gewinne steigern, werden aller Voraussicht nach auch in Zukunft erfolgreich agieren.

4. Spielraum bei der Preisgestaltung

Unternehmen, die in einem Markt agieren, in dem ein Preiskampf tobt, haben kaum Spielraum für Preiserhöhungen.

Inflation und /oder steigende Herstellungskosten können daher nicht an die Kunden weitergegeben werden und schmälern die Gewinnmargen.

Auch hier ist eine starke Marke von Wert, denn bei Markenprodukten lassen sich Preiserhöhungen in der Regel leichter durchsetzen als bei No-Name-Produkten.

5. Weiteres Wachstumspotenzial

Selbstverständlich muss in dem Markt weiteres Wachstumspotenzial vorhanden sein.

Dies geschieht oftmals durch Neuprodukte.

Auch hier ist Coca-Cola ein Paradebeispiel: Der Getränkehersteller bietet mittlerweile die unglaubliche Anzahl von 3.500 verschiedenen Produkten an.

Neue Geschmacksrichtungen kurbeln das Wachstum Jahr für Jahr aufs Neue an.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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