Aufgeld bei Optionsscheinen: Die richtige Gewinnschwelle erkennen

Börse Charts – Dean Drobot – shutterstock_515324131

Aufgeld ist keine Gebühr, sondern ein Segen: Mit Aufgeld können Anleger von Optionsscheinen Gewinnchancen ermitteln. (Foto: Dean Drobot / Shutterstock.com)

Gerade im Bereich des Finanzmarkts gibt es immer wieder Formulierungen, hinter denen sich manchmal Dinge verstecken, die wir nicht erwarten.

Da sollte man schnell Klarheit schaffen – etwa mit ein paar kleinen Erklärungen.

Keine Gebühr, sondern eine Chance

Der Ausdruck „Aufgeld“ ist etwas missverständlich.

Es handelt sich nicht um eine zusätzliche Gebühr, die Sie beim Optionsscheinhandel

bezahlen müssen, wie man vielleicht aufgrund der Formulierung vermuten könnte.

Das Aufgeld beschreibt Ihre Gewinnchancen.

Es drückt aus, um wie viel Prozent der Basiswert (Aktie, Index, Währung) bis zur Fälligkeit steigen (Kauf-Optionsschein) oder fallen (Verkaufs-Optionsschein) muss, damit Sie die Gewinnschwelle erreichen.

Bei einem Kauf-Optionsschein (Call) auf die Siemens-Aktie bedeutet ein Aufgeld von 10%, dass die Aktie bis zum Laufzeitende um 10% steigen muss, damit Sie die Gewinnschwelle erreichen.

Augen auf bei der Wahl des Optionsscheins

Bei der Auswahl von Optionsscheinen spielt das Aufgeld eine entscheidende Rolle.

Laufzeit, Hebel und Spread können noch so attraktiv sein – wenn das Aufgeld zu hoch ist, sollten Sie verzichten.

Mehr zum Thema: Hebel und Optionsscheine richtig nutzen

Fragen Sie sich vor jedem Kauf: Hat der Basiswert genug Potenzial, um das Aufgeld auszugleichen?

Trauen Sie zum Beispiel der Siemens-Aktie nur ein Aufwärts-Potenzial von 5 bis 10% zu, sollten Sie keinen Optionsschein mit einem Aufgeld von 10% auswählen.

Selbst wenn die Aktie um 10% steigt, würden Sie nur die Gewinnschwelle erreichen, also am Ende bei +/–0 liegen.

Genau hinschauen lohnt sich

Ein Optionsschein mit einem Aufgeld von 10% ist für Sie tatsächlich nur dann interessant, wenn Sie dem Basiswert eine Kurssteigerung um 15, 20 oder noch mehr Prozent zutrauen.

Aufgeld hilft beim Optionssscheinvergleich

Das Aufgeld zeigt Ihnen aber nicht nur an, ob ein Optionsschein als Kaufkandidat in Frage kommt. Mit der Kennzahl „Aufgeld pro Jahr“ können Sie verschiedene Optionsscheine vergleichen.

Mehr zum Thema: Im Vergleich – Optionsscheine und Optionen

Auf bekannte Aktien wie Siemens gibt es über hunderte verschiedene Optionsscheine.

Aufgeld pro Jahr ist wichtig

Ein Kriterium, um den besten Optionsschein herauszufiltern, ist das Aufgeld pro Jahr. Dabei wird das vorher beschriebene Aufgeld auf Jahresbasis umgerechnet.

Die Frage lautet dann: Um wie viel Prozent muss der Basiswert innerhalb eines Jahres steigen, damit die Gewinnschwelle erreicht wird?

Mit diesem Trick können Sie unterschiedlich ausgestattete Optionsscheine vergleichbar machen (wobei das Aufgeld pro Jahr ein sehr wichtiges, aber nicht das einzige Kriterium ist). Es gilt: Je niedriger das Aufgeld, desto besser.

infineon

Cerner Corporation: Nach dem Obama-Boom ein Biden-Boom?Die Cerner-Aktie hat sich unter der Obama-Präsidentschaft glänzend entwickelt, unter Trump nicht. Geht’s jetzt wieder aufwärts?  › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
John Gossen
Von: John Gossen. Über den Autor

John Gossen ist seit Jahren aktiver Trader und informiert seine Leser im einzigartigen Video-Börsendienst John Gossen Trading und dem kostenlosen Video-Newsletter John Gossens Daily Dax.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz