Effektivverzinsung einer Investition – der tatsächliche Gewinn

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Effektivverzinsung einer Investition – ob sich Kapitaleinsatz lohnt (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Bei der Effektivverzinsung berechnet man, was unterm Strich bei Investitionen herauskommt. Das bedeutet, alle Daten und Kosten sind in der Kalkulation enthalten. Dazu zählen Gebühren, Laufzeit, Zinsrate und vieles mehr. Auch Agio und Disagio müssen berücksichtigt werden.

Alternativ funktioniert diese Rechnung auch für Kredite, wenn man herausfinden möchte, wie viel ein Darlehen effektiv kostet. Durch die Preisangabenverordnung (PAngV) ist sichergestellt, dass Kredite mit festen Konditionen einen effektiven Jahreszins angeben müssen. Somit hat man auch immer eine Zahl, mit der man kalkulieren kann.

Effektivverzinsung einer Investition bewerten

Die Berechnung der Effektivverzinsung ist nützlich, um eine Investition zu bewerten. Hat man zwei oder mehrere Anlagemöglichkeiten, hilft der Vergleich der Effektivverzinsung einer Investition, um eine Entscheidung zu treffen.

Wichtig ist dabei der interne Zinsfuß und dessen Berechnung. Dadurch erfährt man genau, wie sich das investierte Kapital verzinst. Zu Beginn der Investition wird der Barwert auf Null gesetzt und alle Ein- und Ausgaben werden gegengerechnet. Erst mit der Laufzeit verschiebt sich dann das Bild, und die Effektivverzinsung kommt zum Tragen.

Faustformel Effektivverzinsung

Kauft man Anleihen, hat man mit zwei Werten zu tun: mit der Nominalverzinsung und der Effektivverzinsung. In der Regel kauft man die Anleihe aber nicht zum Nominalwert, denn dort notiert sie nur zu Beginn der Laufzeit. Deshalb kann man die Nominalverzinsung auch außer Acht lassen.

Der Fokus sollte vielmehr auf der Effektivverzinsung liegen. Nur mit diesem Wert erfährt man, wie hoch die tatsächliche Verzinsung ist. Dazu gibt es eine Faustformel:

(Nominalzins + a/T) / E x 100

Die Werte stehen hier für a = Agio der Rückzahlung, T = Laufzeit in Jahren und E = Emissionskurs oder später der Kaufkurs.

Hierzu ein Beispiel: Man kauft eine Anleihe für 93 €, deren Restlaufzeit 6 Jahre beträgt. Agio ist die Differenz zwischen dem Nominalwert und dem Kaufkurs, in dem Fall 7 €. Als Nominalzins sind bei der Anleihe 4% angegeben. Die Berechnung lautet demnach wie folgt:

(4+ 7/6) / 93 x 100 = 5,56

Die Anleihe hat also eine Effektivverzinsung von 5,56%.

Effektivverzinsung einer Investition: Grundlage eines strukturierten Investments

Ob man nun Geld investiert oder aufnimmt – mit der Effektivverzinsung weiß man genau, woran man ist. Bevor man Kapital in Anleihen investiert, sollte man auf jeden Fall die obige Formel nutzen, um die richtige Entscheidung zu treffen.

Ohne das Wissen um den internen Zinsfuß oder wie unwichtig der Wert der Nominalverzinsung bei Anleihen ist, verliert man als Anleger viel Geld. Für ein strukturiertes Investment gehören beide Mittel auf jeden Fall zur Grundlage und sollten möglichst immer verwendet werden.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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