Eigenkapital: Banken dürfen ohne gar nicht arbeiten

Kelnberger über Volatilitätsfonds

Das Eigenkapital von Banken ist nötig, um Verluste abfedern zu können. Ohne Eigenkapital dürften sie gar keine Bankgeschäfte betreiben. (Foto: Gina Sanders – Fotolia.com)

Wie jedes andere Unternehmen, benötigen Banken Eigenkapital als Sicherheit.

Ohne dieses Eigenkapital könnten sie ihr Bankgeschäft überhaupt nicht regulär betreiben.

Für Privatanleger ist es wichtig, die Eigenkapitalquote eines Unternehmens oder einer Bank zu kennen, um einschätzen zu können, wie gut ein Unternehmen wirtschaftet.

Wofür Banken Eigenkapital brauchen

Banken brauchen Eigenkapital, um Verluste abfedern zu können. Ein Verlust entsteht beispielsweise dadurch, dass ein Kredit von einem Kreditnehmer plötzlich nicht mehr zurückgezahlt werden kann. Für die Bank bedeutet dies einen wirtschaftlichen Schaden.

Ein weiterer Grund, weshalb Banken Eigenkapital brauchen, ist, dass sie ihre Zahlungsfähigkeit aufrechterhalten müssen. Denn nur so können sie als adäquater Geschäftspartner von anderen Banken anerkannt werden.

Ähnlich wie Unternehmen handeln auch Banken wirtschaftlich und wollen ihren Umsatz stetig maximieren. Dies funktioniert allerdings nicht ganz ohne Risiko.

Um den Umsatz zu maximieren, müssen Banken ihr Kreditgeschäft erweitern. Dies führt allerdings dazu, dass einem einzelnen Kredit weniger Eigenkapital gegenübersteht und die Eigenkapitalquote somit sinkt.

Mehr zum Thema: Die Eigenkapitalquote ist ein entscheidender Faktor beim Aktienkauf

Mit sinkender Eigenkapitalquote steigt für Banken das Risiko einer Insolvenz. Falls Forderungen von Gläubigern nämlich plötzlich nicht mehr bedient werden können und die Bank so in einen Zahlungsnotstand gerät, sieht es für das Kreditinstitut plötzlich ganz schlecht aus.

Wie Banken Liquidität sicherstellen können

Damit es nicht so weit kommt, dass Banken die Forderungen ihrer Kunden nicht mehr bedienen können, muss stets in bestimmter Höhe Eigenkapital vorhanden sein, das einen Kredit abdeckt. Wie hoch dieses Kapital sein muss, ist nicht klar festgelegt, sondern variiert von Risiko zu Risiko.

Mehr zum Thema: Unterschied: Eigenkapital und Fremdkapital 

Laut Basel II, dem zweiten Baseler Abkommen, das seit 2007 die Banken regulieren soll, sollen mindestens 8% der mit Risiken behafteten Forderungen mit Eigenkapital unterlegt sein. Der Rest von 92% kann über Sparereinlagen etc. finanziert werden. Eine vollständige Abdeckung eines Kredits durch das Eigenkapital der Bank ist nicht möglich.

Was die Eigenkapitalquote aussagt

Die Eigenkapitalquote ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl und prinzipiell gilt für sie: je höher, desto besser. Jedoch ist sie nicht nur für Banken eine wichtige Kennziffer, auch für die Bewertung von Unternehmen ist sie aussagekräftig.

Je niedriger die Eigenkapitalquote ist, desto höher ist der Anteil an Fremdkapital, durch den sich das Unternehmen finanziert. Dies bedeutet also: Je mehr Verbindlichkeiten ein Unternehmen hat, desto schlechter sieht die wirtschaftliche Lage aus.

Mehr zum Thema: Die Eigenkapitalquote ist ein entscheidender Faktor beim Aktienkauf

Der schlimmste Fall tritt dann ein, wenn das Fremdkapital eines Unternehmens das Eigenkapital irgendwann übersteigt. Diese Tatsache führt ein Unternehmen in die Insolvenz. Gleiches gilt auch für Banken.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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