Genussscheine: Risiko lässt sich steuern

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Genussscheine bergen immer ein gewisses Grundrisiko. Durch diese Faktoren lässt sich das Risiko für den Privatanleger aber regulieren. (Foto: Tzido Sun / shutterstock.com)

Wie bei den meisten Anlageformen, deren Attraktivität in hohen Renditen liegt, bergen auch Genussscheine ein erhöhtes Risiko.

Denn gegenüber anderen Anlagealternativen gibt es für Genussscheine keine gesetzlichen Regelungen, so dass jeder Emittent bei der Ausgestaltung der Konditionen freie Wahl hat.

Dies führt dazu, dass bei Genussscheinen das Risiko für den Anleger unterschiedlich hoch ist.

Mehr zum Thema: Was sind Genussscheine?

Information im Vorfeld oberstes Gebot

Gerade Privat- und Kleinanleger sollten sich dieser unterschiedlichen Risiken bewusst sein, wenn sie in Genussscheine investieren wollen.

Zwar lässt sich das Risikopotential von Genussscheinen auch durch ausführliche Recherchen und Informationen nicht exakt bestimmen, allerdings lässt es sich deutlich besser einordnen.

Das oberste Gebot bei Genussscheinen lautet daher vor allem für Privatanleger, sich im Vorfeld genau zu informieren und seine eigene Risikobereitschaft zu kennen.

Dies erleichtert die Entscheidung für ein individuell passendes Produkt – oder aber auch gegen die Anlage in Genussscheine per se.

Genussscheine bergen grundlegendes Risiko

Das Gesamtrisikopotential eines Genussscheins setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen.

Ein Grundrisiko, das bei Genussscheinen unausweichlich ist, ist der Totalverlust. Dies liegt daran, dass das Geld, welches Emittenten durch Ausgabe von Genussscheinen erhalten, wie Eigenkapital behandelt wird.

Im Falle von hohen Verlusten oder gar der Insolvenz des Emittenten bedeutet dies, dass zunächst die Forderungen anderer Gläubiger bedient werden.

Nur wenn dann noch etwas übrig ist, erhalten auch Inhaber von Genussscheinen ihre Rückzahlung – wenn auch nicht unbedingt in voller Höhe.

Ist man grundsätzlich bereit, als Anleger dieses Risiko der Genussscheine in Kauf zu nehmen, so gilt es einen genauen Blick auf die Ausgestaltung zu werfen.

Faktoren zur Risikosteuerung von Genussscheinen

Besonders für Privat- und Kleinanleger können unter anderem folgende Faktoren zu einer Verringerung des Risikos von Genussscheinen führen:

  • Nachzahlungsanspruch: Etwaige Verluste werden zu einem späteren Zeitpunkt vom Emittenten ausgeglichen, sofern wieder Gewinne eingefahren werden.
  • Lange/unbegrenzte Laufzeit: Da der Nachzahlungsanspruch nur während der Laufzeit gültig ist, ist die Chance, eine Nachzahlung zu erhalten, bei langer/unbegrenzter Laufzeit höher. (Allerdings führen längere Laufzeiten zu erhöhter Sensibilität gegenüber Zinsänderungen).
  • Eigenes Kündigungsrecht: Sollte der Emittent wider Erwarten geringe Rendite bzw. hohe Verluste bringen, so kann man Genussscheine vor Laufzeitende zurückgeben.
  • Emittenten-Kündigungsrecht: Falls möglich, sollte man Genussschein ohne Kündigungsrecht des Emittenten wählen. So umgeht man das Risiko, dass Genussscheine zu einem für den Inhaber ungünstigen Zeitpunkt und Kurs zurückgegeben werden müssen.
  • Verzinsung: Je fixer diese festgelegt ist, desto geringer ist das Risiko für Anleger – allerdings auch die Renditechance. Hier gilt es abzuwägen.
  • Bonität: Emittenten mit guter Bonität und solche, die berechtigterweise erfolgsversprechend sind, verringern das Risiko des (Total-)Verlusts deutlich. Nur von solchen sollten Kleinanleger Genussscheine erwerben.
  • Börsennotiert: Es empfiehlt sich dringend, nur Genussscheine von börsennotierten Emittenten und keinesfalls auf dem grauen Markt zu kaufen. Denn börsennotierte Emittenten unterliegen strengeren Kontrollen und müssen gewisse Kriterien erfüllen. Zudem lassen sich ihre Genussscheine an der Börse handeln, wodurch die Rendite erhöht werden kann. Beides führt zu einem geringen Risikopotential.
  • Diversifikation: Wie bei anderen Wertpapieren gilt auch bei Genussscheinen, dass man nicht nur in eines, sondern in mehrere investieren sollte, um das Risiko zu streuen und zu verringern.
  • 5-10% des Depots: Bei Privat- und Kleinanlegern sollten Genussscheine nur etwa 5-10% des Depots ausmachen, der Rest sollte auf andere Anlagealternativen fallen.
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Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.

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