Rendite von Unternehmensanleihen

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Die Investition in Unternehmensanleihen gerät in Niedrigzinsphasen immer mehr in den Mittelpunkt. Worauf Anleger achten sollten. (Foto: Tzido Sun / shutterstock.com)

Als Anleger ist es ratsam, seine Investments auf verschiedene Säulen zu stellen. Neben dem klassischen Sparbuch oder Tagesgeldkonto sind zum Beispiel Aktien, Fonds, Immobilien oder physische Edelmetalle für die Geldanlage geeignet. Unternehmensanleihen sind oftmals eine gute Zwischenlösung, falls Sie Aktieninvestments zu heikel und Sparbücher zu unattraktiv finden.

Die Eigenschaften einer Unternehmensanleihe

Unternehmen haben verschiedene Methoden der Kapitalbeschaffung. Die Ausgabe einer Unternehmensanleihe wird dann gewählt, wenn zum Beispiel etwaige Kreditzinsen zu hoch sind oder die Kredite nicht gewährt werden.

Der Inhaber dieser Art der Schuldverschreibung hat grundsätzlich:

  • Anspruch auf Zinsen
  • Anspruch auf Rückzahlung

Eine Anleihe ist mit einer festen Endlaufzeit versehen. Ebenso existiert ein fester Zinskupon, der die Höhe der auszuzahlenden Zinsen angibt.

Am Beispiel der Deutsche Bank Anleihe 2016, welche 2010 ausgegeben wurde, ist ein Zinskupon von 2,0% angegeben. Dieser wird jährlich an den Inhaber der Anleihe ausgeschüttet. Zusätzlich ist vereinbart, dass am Ende der Laufzeit eine Rückzahlung zu 100 € je Anteil erfolgt. Anleihen dienen dem Emittenten zur Beschaffung von Fremdkapital auf dem Kapitalmarkt.

Bonitätsanalyse: Wichtige Einschätzung der „Gesundheit“ eines Unternehmens

Das Risiko eines solchen Investments wird sich in der Regel bereits im Zinssatz ausgedrückt. Ein niedriger Zinssatz von etwa 2-5 % deutet auf eine weniger spekulative Anlage hin. Ein Wert von über 6% sollte mit Vorsicht betrachtet werden. Gesetzesänderungen, Wechselkursänderungen, Lieferschwierigkeiten oder Finanzierungsrisiken usw. sind alles Probleme mit denen ein Unternehmen zu kämpfen hat.

Obwohl in der Vergangenheit die Bankenbranche mit enormen Rückschlägen und viel Kritik aus der Öffentlichkeit zu kämpfen hatte, behauptet sich das Unternehmen unter Kapitalanlage-Gesichtspunkten dennoch am Finanzmarkt. Die negativen Entwicklungen am Finanzmarkt wirkten sich kaum auf den Kurs der Anleihe aus. Der aktuelle Wert der Anleihe der Deutschen Bank wird bei rund 100% gesehen. Man könnte sagen, dass der Gegenwert in Euro die prozentuale Rückzahlungswahrscheinlichkeit darstellt, die der Markt dieser Anleihe attestiert.

Somit ist es stets wichtig, ein Gespür für die Nachhaltigkeit eines Unternehmens und deren Zahlungsfähigkeit in der Zukunft zu haben, bevor ein langjähriges Investment in eine Unternehmensanleihe getätigt wird.

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Rendite von Unternehmensanleihen berechnen

Die Rendite beschreibt das prozentuale Verhältnis der Erträge zum eingesetzten Kapital nach Abzug der zurechenbaren Kosten und Steuern pro Jahr. Hier kann auch von effektivem Jahreszins gesprochen werden. Die Rendite einer Anleihe ist nicht mit deren Nominalzins identisch, da auch der aktuelle Kurs sowie die Restlaufzeit eine Rolle spielen.

Zur Berechnung der Rendite einer Unternehmensanleihe werden folgende Kennzahlen benötigt (Beispielwerte in der Tabelle):

Höhe des Zinssatzes35%
Kaufkurs oder Einstiegskurs98%
Restlaufzeit1 Jahr

Berechnung der Rendite

Rendite = Zinssatz + (100-Kaufkurs/Restlaufzeit in Jahren) / Kaufkurs * 100

Somit haben wir in diesem Beispiel eine erwartete Rendite von 5,61% p.a. vor Steuern. Komplizierter wird die Berechnung, wenn die Restlaufzeit beispielsweise 4 Jahre beträgt und jährlich Zinsen ausgeschüttet werden. Dann sieht die Formel, aufgrund des Zinsbetrages den wir über 4 Jahre erhalten wie folgt aus:

Rendite = Zinssatz + (100-Kaufkurs/Restlaufzeit in Jahren) / Kaufkurs * 100

Die Rendite ist in diesem Fall geringer, da sich die Anlage auf 4 Jahre verteilt.

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Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.

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