Was ist von deutschen Bundesanleihen noch zu erwarten?

Kelnberger über Volatilitätsfonds

Deutsche Bundesanleihen bereiten den Anlegern derzeit wenig Freude. Jahrelang schien es so, als könnten die Kurse der Rentenpapiere nur steigen. […] (Foto: Gina Sanders – Fotolia.com)

Deutsche Bundesanleihen bereiten den Anlegern derzeit wenig Freude.

Jahrelang schien es so, als könnten die Kurse der Rentenpapiere nur steigen.

Der Rentenindex REXP, der die Wertentwicklung deutscher Bundesanleihen mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 5 Jahren widerspiegelt,  ist in den letzten 10 Jahren bis zum Mai dieses Jahres um 66% angestiegen – ein ordentliches Anlageergebnis.

Verantwortlich dafür sind die fallenden Zinsen. Fallende Zinsen bedeuten steigende Kurse der existierenden, „alten“ Anleihen, weil „neue“ Bundesanleihen bei niedrigeren Zinsen weniger attraktiv sind.

Steigende Zinsen: Weitere Einbußen in Sicht?

Nun scheint sich das Blatt gewendet zu haben. Die Zinsen sind in den letzten Monaten angestiegen. Seit Anfang Mai hat der REXP dadurch in der Spitze 2,5% an Wert eingebüßt.

Mit anderen Worten: Mit dem Kauf einer deutschen Bundesanleihe mit fünfjähriger Laufzeit Anfang Mai hätten Sie zwischenzeitlich 2,5% Ihres Geldes verloren. Für eine „sichere Anlageform“ ein erheblicher Wertverlust innerhalb so kurzer Zeit. Der entsprechende ETF, der iShares eb.rexx Government Germany, hat sogar 3% eingebüßt.

Ende des Zinsabwärtstrends würde fallende Rentenkurse bedeuten

Viele Marktteilnehmer befürchten, dass der nunmehr über 30 Jahre andauernde Abwärtstrend der Zinsen (Aufwärtstrend der Anleihenkurse) vorüber ist und nach den vergangenen Monaten weitere Zinsanstiege zu befürchten sind.

Für Anleger würde das bedeuten, dass für Bundesanleihen und entsprechende Renten-ETFs weitere Kursverluste bevorstünden. Doch wann steigen normalerweise die Zinsen von „sicheren“ Staatsanleihen? Zinsanstiege sind vor allem dann zu befürchten, wenn die Konjunktur an Fahrt gewinnt und/oder die Inflationsraten anziehen.

Zinsen fallen hingegen, wenn die Konjunktur schwächelt und/oder die Inflationsraten rückläufig sind. In den letzten Jahren kam jedoch ein weiterer Grund für die fallenden Zinsen hinzu, der in diesem Fall viel ausschlaggebender war.

In Krisenzeiten: Die Flucht in den sicheren Hafen

In den letzten Jahren haben sich die Märkte abgesehen von kurzen Unterbrechungen die meiste Zeit in irgendeiner Form im “Krisen-Modus” befunden – zunächst die Finanzkrise 2008, dann das “Dauer-Thema” Euro-Schuldenkrise.

Viele Anleger – vor allem institutionelle, wie Versicherungen und Pensionskassen – flüchteten bei jedem Wiederaufkeimen der Krisenherde in deutsche Staatsanleihen. Das hat die Kurse zusätzlich nach oben getrieben.

Normalisierung statt Trendwende: Bundesanleihen lohnen auch weiterhin

Allerdings dürfte es sich bei der jüngsten Aufwärtsbewegung der Zinsen um den Beginn einer gewissen Normalisierung handeln. Dieser Trend dürfte noch einige Monate anhalten.

Falls deutsche Bundesanleihen und Renten-ETFs in dieser Zeit weiter an Wert verlieren sollten, wäre dies keine Überraschung. Das muss allerdings noch nicht zwangsläufig einen “Anleihen-Crash” bedeuten.

In einem ausgewogenen, konservativen Depot zur Vermögenssicherung haben deutsche Bundesanleihen mit einer entsprechenden Gewichtung nach wie vor ihre Daseinsberechtigung.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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