Derivate: Aktien sind eine gute Option

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Sie sind nur eine Form der Derivate: Aktien bieten hierbei viele Chancen, bringen jedoch auch Risiken mit. (Foto: eyeofpaul/AdobeStock)

Vereinfacht ausgedrückt sind Derivate Finanzinstrumente, die sich auf einen Basiswert beziehen und deren Wert eng mit diesem verknüpft ist.

Es handelt sich dabei um Verträge, die ein zukünftiges Geschäft oder eine Option auf ein Geschäft zwischen den Vertragsparteien fixieren.

Derivate können sich auf eine Vielzahl von Basiswerten beziehen. Auch Aktien sind dabei sehr beliebt.

Bindende Termingeschäfte

In diesem Zusammenhang gilt eine grobe Aufteilung für Derivate: Aktien müssen bei Fälligkeit den Besitzer wechseln (Forwards oder Futures) oder sie können den Besitzer wechseln (Call- oder Put-Option).

Bei den bindenden Termingeschäften vereinbaren die Vertragsparteien, dass zu einem festgelegten Zeitpunkt eine festgelegte Stückzahl einer Aktie zu einem festgelegten Preis den Besitzer wechselt.

Dabei wetten beide Parteien auf unterschiedliche Kursentwicklungen, um einen finanziellen Gewinn zu erzielen.

Der Verkäufer hofft, dass die Aktien zum Fälligkeitszeitpunkt einen niedrigeren Kurs als den vereinbarten haben.

Der Käufer hingegen hofft, dass der tatsächliche Kurs der Aktie höher ist als der vereinbarte Preis. Somit kann er die Aktie günstig erwerben und beispielsweise direkt gewinnbringend zum aktuellen Kurs veräußern.

Nicht bindende Termingeschäfte

Es gibt auch eine andere Form der Derivate: Aktien müssen nicht zwangsläufig zu einem festgesetzten Zeitpunkt den Besitzer wechseln, sondern es besteht lediglich die Option dazu.

Unterschieden wird hierbei die Call-Option und die Put-Option. Bei der Call-Option hat eine Vertragspartei das Recht, jedoch nicht die Pflicht, zum Fälligkeitszeitpunkt eine Aktie zu den festgehaltenen Bedingungen zu kaufen.

Umgekehrt hat bei der Put-Option eine Partei das Recht, jedoch nicht die Pflicht, eine Aktie zu den vertraglich vereinbarten Konditionen zu verkaufen.

Aktien-Derivate: hoher Gewinn bei geringem Einsatz möglich

Für viele Anleger ist jedoch gar nicht das Ziel, ein Termingeschäft bei Fälligkeit wirklich zu vollziehen. Oft ist der Weg dorthin entscheidend. Das heißt: Futures oder Optionen werden gehandelt und zu günstigen Zeitpunkten verkauft.

Der Vorteil dabei liegt auf der Hand. Der Einsatz ist wesentlich geringer als wenn man direkt in die Aktien investieren würde.

Gerade bei den Optionen ist der mögliche Verlust in der Regel auf den Kaufpreis der jeweiligen Option beschränkt. Der mögliche Gewinn ist hingegen vergleichsweise hoch.

Ein Beispiel, wie man auch von fallenden Kursen profitieren kann: Erwartet der Anleger einen sinkenden Kurs einer Aktie, erwirbt er eine Put-Option.

Sinkt die Aktie nun zur Fälligkeit unter den vertraglich vereinbarten Preis, so kann er die Aktie zu dem geringen Kurs erstehen und die eigene Put-Option wahrnehmen.

Doch selbstverständlich sollte man als Anleger auch stets die möglichen Verluste im Blick haben. Der Handel mit Derivaten kann nicht grundsätzlich als risikoarm bezeichnet werden.

Während man bei einem direkten Investment in Aktien „nur“ deren Kurs im Blick haben muss, spielen bei Derivaten sowohl der Basiswert, also der Aktienkurs, als auch der Kurs der Derivate eine große Rolle.

Es muss also die Bereitschaft vorhanden sein, sich intensiv mit der Materie zu beschäftigen und sich Fachkenntnis anzueignen. Erst dann sollte man versuchen, von den gebotenen Möglichkeiten zu profitieren.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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