10 Fehler, die selbst guten Anlegern schaden können

Elterngeld

10 Fehler die selbst guten Anlegern Schaden können und wie man daraus lernt (Foto: Stockfotos-MG - adobe stock)

Im Web sind unzählige Tipps zu finden, wie man am besten sein Geld anlegt. Manchmal verdient man aber schon am meisten, wenn man aus teuren Fehlern anderer lernen kann.

Im Folgenden gibt es deshalb eine Liste mit häufigen Fallen oder schlechten Anlageangewohnheiten privater Investoren, die es zu vermeiden gilt. Die Fehler sind in keiner bestimmten Reihenfolge gelistet. Durch Unwissenheit oder Sturheit kann man bei jedem dieser Fehltritte viel Geld verbrennen.

Emotionales Handeln

Wer einen kühlen Kopf beim Trading bewahren kann, hat schon viel gewonnen. Oft wird aber aus einem verlorenen Trade ein noch teurerer, weil man vor Frust sofort noch eine Transaktion eröffnet. Hatte man auf fallende Märkte gesetzt (short) und die Kurse sind gestiegen, so geht man erneut short, ohne die Lage neu zu überdenken.

Kein Money Management

Selbst erfahrene Trader riskieren nur wenig Prozente ihres Kapitals auf eine einzige Handelsidee. Manchmal klingt ein Trade aber einfach so gut, dass manche Marktteilnehmer ähnlich wie beim Poker „all-in“ gehen und alles riskieren. Das kann natürlich auch mal klappen, aber solch ein Handeln ist viel zu risikoreich, um sich damit solide Kapital aufbauen zu können.

Ähnlich fatal ist die „beliebte“ Roulettestrategie (Martingale): Wenn ein Trade geplatzt ist, setzt man beim nächsten Mal einfach das Doppelte, in der Hoffnung, dass man irgendwann damit schon richtig liegt. Do wie beim Roulette endet auch an der Börse meist das Kapital, bevor es dazu kommt, dass man richtigliegt.

Gier

Viele Anleger wollen um jeden Preis schnell reich werden – und erreichen das Gegenteil als Quittung. Wer sofort zweistellige Renditen erwirtschaften möchte und die erfolgreichsten Fonds im Markt schlagen will, verliert meist sein ganzes Geld in sehr kurzer Zeit. Denn derartige Gewinne sind nur mit extremem Risiko möglich und die Gefahr eines Totalverlustes ist dabei immens hoch.

Zyklisches Investieren

Der Klassiker unter den Anfängerfehlern ist, dass man auf den Zug aufspringt, wenn es bereits zu spät ist. Wer wenig Zeit in die Recherche steckt, erfährt dann nur aus den Schlagzeilen der Tagespresse, wann die Börse boomt.

Ein solcher Zeitpunkt ist allerdings eher ein Kontraindikator und Zeit, um vorsichtig zu werden. Denn wenn die Finanzpresse mit neuen Höchstständen wirbt, dann ist oft der Großteil des Booms bereits verstrichen.

Umgekehrt genauso: Ist die Sorge um Krise und Zusammenbruch von Staaten und Banken am größten, bilden die Märkte bereits das Tief aus und es wird Zeit zu investieren. Zyklische Anleger verkaufen dann, wenn die Gefahr am größten scheint.

Kaufen und halten

Auch wenn Börsenguru André Kostolany diese Strategie gepredigt hat – heutzutage ist der Markt zu schnelllebig für eine solche Herangehensweise. Einfach nur Aktien kaufen und 10 Jahre warten – das kann für ein Portfolio tödlich sein.

Man muss heute näher am Puls des Marktes sein und bei einem Boom auch seinen Stop-Loss nachziehen. Dann werden die Aktien, falls die Märkte einbrechen sollten, automatisch zu diesem Punkt verkauft, und man hat zumindest einen Gewinn realisiert.

Keine Diversifikation

Bei diesem Anlagefehler konzentriert man sich auf nur ein Finanzprodukt, manchmal sogar nur auf eine einzige Aktie. So sind hohe Schwankungen natürlich vorprogrammiert.

Wer alles auf eine Karte setzt und sich vom Aktienkurs nur eines Unternehmens abhängig macht, wird selten viel Freude an der Börse haben. Eine gewisse Streuung ist notwendig, um der ganz normalen Volatilität der Märkte zu trotzen und sein Anlagerisiko zu reduzieren.

Zu viele Umschichtungen

Das Gegenteil kann aber genauso ein Fehler sein. Wer ständig auf der Suche nach dem neuesten und besten Trend ist, wird täglich neue Aktien kaufen und alte verkaufen. Gegen ein gesundes Maß an Recherche ist nichts einzuwenden – aber man muss sich nicht gleich aus allen bestehenden Investments verabschieden und sich komplett neu aufstellen.

Außerdem werden dabei die Transaktionsgebühren das Depot schnell auffressen. Ein teilweises Umschichten alle 3 Monate ist jedoch empfehlenswert. Dazu betrachtet man den Markt neu und entscheidet, welche Aktien aufgenommen und welche abstoßen werden sollten.

Keine Kostenübersicht

Doch nicht nur ein häufiges Hin und Her macht beim Investor die Taschen leer. Auch Depotgebühren und überraschende Kosten drücken auf das Kapital. Bevor man sich eine Bank oder Broker aussucht, sollte man sich deswegen genau bewusst machen, was man handeln möchte und welche Gebühren dabei entstehen.

Abschlussprovisionen, Fondsgebühren, Steuern – all das wird spätestens am Ende des Jahres vom Depot abgezogen und mindert den hoffentlich erwirtschafteten Profit. Für manche Anleger kommen diese Abzüge überraschend, weil sie sich vorher nicht schlau gemacht haben.

Wie in der Vergangenheit, so in der Zukunft

Das gilt genauso für Entwicklungen im Markt, wie für früher erzielte Leistungen von Fonds. Wer sich nur darauf verlässt, was in der Vergangenheit geschehen ist und auf eine Wiederholung hofft, kann böse überrascht werden.

Auch wenn sich in Charts verschiedene Muster oft wiederholen, ist das noch keine Garantie dafür, dass dies jedes Mal geschieht. Selbst jahrelang erfolgreiche Fonds werden immer wieder vom Markt überrascht und machen große Verluste.

10 Fehler, die selbst guten Anlegern schaden können: Fazit

Die obige Liste umfasst die teuersten und häufigsten Anlegerfehler. Diese 10 Fehler, die selbst guten Anlegern schaden können, ermöglichen es uns jedoch, aus den Fehltritten von anderen Investoren zu lernen.

Natürlich werden auch andere Fehler gemacht, doch wer sich diese Grundsätze merkt und regelmäßig vor Augen führt, hat bereits eine gute Grundlage für den Börsenhandel.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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