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Bank Run Deutschland – damals und heute

Inhaltsverzeichnis

Ob sich die Geschichte wiederholt, ist fraglich. Laut Mark Twain reimt sie sich aber. Selbst wenn es diesmal anders abläuft als 1931 – wer sich rechtzeitig absichert, kann am Tag des tatsächlichen Bank Runs zu Hause bleiben.

Bankenkrise in Deutschland 1931

Damals folgte dem Börsencrash von 1929 ein großes Bankensterben weltweit. Deutschland bat seine Gläubiger um Kredite, möglichst unbegrenzt. Doch als Antwort gab es ein klares Nein.

Die Folgen waren nicht nur wirtschaftlich katastrophal, sondern auch für die folgende Politik ein giftiger Nähboden.

Was damals anders war

Damals wurde der Wirtschaftsaufschwung mit ausländischen Darlehen finanziert. Eine globale Finanzkrise riss die Märkte weltweit in die Rezession. Die größte Bank aus dem nahen Österreich meldete im Mai 1931 Insolvenz an.

Wenn man meint, damals war alles anders, irrt man sich leider. Als Exportnation lebt Deutschland weiterhin vom Ausland und gibt als stärkstes Mitglied der Euro-Zone bereits Kredite in alle Himmelsrichtungen. Ob und wann diese jemals zurückgezahlt werden (können), ist fraglich.

Was damals Österreich war, kann heute weiter entfernt geschehen und trotzdem Deutschland betreffen. Durch die Vernetzung in Europa spürt jedes Land, wenn es ein finanzielles Beben bei den Nachbarn gibt.

Goldstandard

Einige Kritiker des Schuldgeldsystems wollen deshalb zurück zum Goldstandard. Für viele ist aber auch das nicht der Weisheit letzter Schluss. 1931 hatte Deutschland den Goldstandard und war gezwungen, 40% der im Umlauf befindlichen Banknoten in Goldreserven einlagern zu haben.

Einfach Geld aus dem Nichts zu schöpfen wie heute, das ging damals nicht.

Nach der Hyperinflation 1923/1924 >wurde die Reichsmark eingeführt und mit dem Goldstandard stabil gehalten.

Als 1931 aber die Krise ausbrach, versuchte Deutschland, Notkredite der Partnerzentralbanken zu bekommen. England stimmte damals zu, aber Frankreich und die USA waren als Hauptgläubiger dagegen.

Damals Deutschland – heute Griechenland

Deutschland musste sich damals dieselben Argumente anhören, die es heute gegenüber Griechenland verlauten lässt:

Deutschland habe nun einmal über seine Verhältnisse gelebt, ein Notkredit sei zu riskant und würde die Inflation befördern. Es gab schließlich tatsächlich einen Notkredit in Höhe von 100 Mio. $ an Deutschland. Das Geld reichte für gerade einmal drei Wochen.

Bank Run Deutschland: Fazit

Was 1931 nicht verhindert wurde, ist auch ab 2013 wieder möglich. England verweigerte damals unter anderem deswegen einen unbegrenzten Kredit an Deutschland, weil man sich erst 13 Jahre zuvor im Krieg bekämpft hatte – außerdem gab es auch keine gemeinsame Währung.

Das ist zumindest heute teilweise anders. Größere politische Krisen sind schon länger her und die Gemeinschaftswährung Euro verhindert eine allzu drastische Lösung.

Dennoch stehen die Zeichen auf Sturm. Ein Ansturm auf die erste Bank gab es über das Wochenende in Zypern. Dort sollen Sparer von mindestens 6,75% ihrer Guthaben enteignet werden. Das, was bisher als unmöglich galt, ist inzwischen Realität.

Jetzt gilt es abzuwägen, wie schnell diese Welle auch nach Deutschland überschwappen kann. Die oftmals belächelten Crashpropheten sind dank dem Bank Run in Zypern wieder gefragt wie lange nicht mehr.

Entscheidend werden beim Bank Run in Deutschland oft die Medien sein, insbesondere wie viel Panik und Angst sie schüren und auch, wie sehr die jeweiligen Regierungen der Bevölkerung weismachen können, dass das Ersparte sicher ist.

Stand von 2012 war übrigens, dass im Schnitt pro Bundesbürger 2.000 € bleiben, wenn alle gleichzeitig zur Bank rennen würden.