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Skontofrist überschritten? Deadline ist bindend

Inhaltsverzeichnis

Ich diskutiere gerade mit einem Handwerker über den Umstand, ob die Skontofrist überzogen ist, oder nicht:

„Ist die Skontofrist in seiner Rechnung gewahrt, wenn ich das Geld am letzten Tag überweise? Oder muss das Geld dann schon auf seinem Konto gutgeschrieben sein?“

So die Frage eines Lesers. Der Handwerker habe den Restbetrag, 3 Prozent der Rechnungssumme, nachgefordert. Hier hat die Rechtsprechung eindeutig entschieden: Die rechtzeitige Zahlungsanweisung reicht.

Das heißt: Wenn Sie am Tag vor Ablauf der Skontofrist die Überweisung bei Ihrer Bank in Auftrag geben, genügt das. Es ist die Skontofrist nicht überzogen.

Eine rechtzeitige Gutschrift ist nicht erforderlich (Oberlandesgericht Nürnberg, 27.7.2000, AZ: 13 U 1118/00). Dasselbe gilt bei einer Zahlung per Scheck: Es reicht, wenn Sie diesen rechtzeitig absenden, also in den Briefkasten werfen (Bundesgerichtshof, 11.2.1998, AZ: VIII ZR 287/97).

Übrigens: Selbst der teuerste Bankkredit ist in der Regel billiger als ein Lieferantenkredit. Deshalb sollten Sie Rechnungen möglichst immer innerhalb der Skontofrist begleichen, und den Skontoabzug nutzen.

Das ist günstiger, selbst wenn Sie dafür Ihr Konto überziehen müssen. Denn Sie können es auch umgekehrt sehen: Ein nicht genutzter Skontoabzug ist im Prinzip ein Lieferantenkredit.

Sie leihen sich die Rechnungssumme minus Skontoabzug für den Zeitraum bis zum Ablauf der Skontofrist.

Dafür zahlen Sie dann das (nicht genutzte) Skonto als Soll-Zins. Was hochgerechnet aufs Jahr, leicht einen Zinssatz von 35 bis 50 Prozent ergeben kann. Ein teurer Spaß!