Geldanlage für Kinder – Welche ist sinnvoll?

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Jahrzehntelang galt das Sparbuch als sichere und solide Geldanlage für den Nachwuchs. Doch inzwischen gibt es ebenso sichere, aber renditestärkere Anlageprodukte. (Foto: Steidi - shutterstock.com)

Jahrzehntelang galt das Sparbuch als sichere und solide Geldanlage für den Nachwuchs. Doch inzwischen gibt es ebenso sichere, aber renditestärkere Anlageprodukte.

Tagesgeld vs. Festgeld vs. Sparbuch für Kinder

Vor 25 Jahren erhielten Eltern, Großeltern oder Paten ganze 5% Zinsen, wenn Sie ein Sparbuch für ihren Schützling anlegten. Doch heute gilt das Sparbuch mit Zinsen von deutlich weniger als 1% und einem begrenzten Verfügungsrahmen als überholte Anlageform.

Zwar gelten Sparbücher seit jeher als sichere Sparform, was an der in Deutschland für fast jede Bank geltenden zweistufigen Einlagensicherung liegt: Zum einen werden die Einlagen der Kunden in einem gesetzlich vorgeschriebenen Umfang abgesichert und darüber hinaus sorgen die Sicherungsfonds der Banken- und Sparkassenverbände für zusätzliche Sicherheit.

Doch Tagesgeldkonten bieten mit derzeit höhere Zinsen bei exakt derselben Sicherheit und täglicher Verfügbarkeit. Nach einigen Jahren ist durch die regelmäßigen Sparbeiträge der Eltern sowie die Zuwendungen von Großeltern, Paten und Verwandten zu Weihnachten und Geburtstagen oft schon eine größere Summe angespart.

In diesem Fall kann das angesparte Kapital auch als Fest- oder Termingeld mit einer festen Anlagedauer angelegt werden. Höhere Zinsen sind im Grunde die Entschädigung für die feste Anlagedauer und folgt damit einem Grundsatz der Geldanlage: Längerfristig angelegtes Geld sollte höhere Zinsen einbringen als kurzfristig verfügbare Geldanlagen.

Während sich zudem die Zinsen von Sparbüchern oder Tagesgeldkonten täglich ändern können (auch nach unten), können Anleger bei einem Festgeldkonto mit gleichbleibenden Zinsen kalkulieren.

Wirkung von Zins und Zinseszins auf die Rendite

Worte allein reichen oft nicht aus, um die Vorzüge eines Tagesgeld– oder Festgeldkontos im Vergleich zum Sparbuch zu verdeutlichen. Deshalb sollen im Folgenden Zahlen sprechen: Die Berechnungen basieren alle auf der Annahme, das von der Geburt Ihres Kindes bis zu seinem 18. Lebensjahr regelmäßig 50 € pro Monat gespart werden.

ZinshöheZinshöheZinshöheZinshöheZinshöhe
Anlagedauer 0,5 % p.a. 1,00 % p.a. 1,5 % p.a. 2,00 % p.a. 2,5 % p.a.
5 Jahre3.038,36 €3.077,18 €3.116,48 €3.156,25 €3.196,50 €
10 Jahre6.153,44 €6.311,33 €6.473,81 €6.641,01 €6.813,06 €
15 Jahre9.347,18 €9.710,45 €10.090,61 €10.488,46 €10.904,85 €
18 Jahre11.302,00 €11.832,60 €12.393,51 €12.986,57 €13.613,70 €
Einzahlung10.800,00 €10.800,00 €10.800,00 €10.800,00 €10.800,00 €
Zinsgewinn502,00 €1.032,60 €1.593,51 €2.186,57 €2.813,70 €

Während mit 0,5% pro anno (p.a.) nach 18 Jahren gerade einmal 502 € als Gewinn unter dem Strich stehen – unberücksichtigt möglicher Steuern und des inflationsbedingten Kaufkraftverlustes –, sind es bei einer Verzinsung von 1,5 % p.a. bereits 1.593,51 €.

Geht man nun von einer Festgeldanlage in Höhe mit höheren Zinsen von ca. 2,00% im Jahr aus, liegt der Zinsgewinn bei über 2.000 €. Es macht mit Blick auf die Rendite also weit mehr als nur einen kleinen Unterschied, ob das Geld auf dem Sparbuch versauert oder fleißig Zins und Zinseszins auf dem Tagesgeld- oder Festgeldkonto erwirtschaftet.

Fondssparen: Sparen für Fortgeschrittene

Eine weitere lukrative Anlageform ist das Fondssparen mit breitstreuenden Aktienfonds. Wer bereit ist, ein gewisses Risiko einzugehen, kann hier von hohen Renditen profitieren. Gespart wird in monatlichen Raten bei maximaler Flexibilität.

Problemlos kann die Sparrate erhöht, heruntergefahren oder ausgesetzt werden. Wird der Vertrag dann noch auf den Namen des Kindes ausgestellt, sparen Sie dank jährlichem Steuerfreibetrag doppelt. Dies gilt natürlich auch bei der Anlage auf Tages- oder Festgeldkonten.

Ist eine Ausbildungsversicherung für Kinder sinnvoll?

Seit einigen Jahren gibt es auch die Anlageform der Ausbildungsversicherung. Wenn man bedenkt, dass ein Studium heute mit rund 50.000 € zu Buche schlägt, ist der Vorsorgewunsch vieler Eltern verständlich. Doch von Ausbildungsversicherungen ist eher abzuraten. Sie funktionieren in der Regel wie kleine Kapitallebensversicherungen – nur mit weitaus schlechteren Konditionen. Viele Ausbildungsversicherungen können nicht einmal die eingezahlten Beiträge garantieren, sind schlecht verzinst und bieten kaum Flexibilität. Gerade bei den momentanen Entwicklungen auf den Finanzmärkten ist dies fatal.

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Dr. Jürgen Nawatzki
Von: Dr. Jürgen Nawatzki. Über den Autor

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Dr. Jürgen Nawatzki u. a. als Finanzberater tätig und hat individuelle Lösungen zur Vorsorge, Immobilienfinanzierung und zum Kapitalaufbau für Privatkunden entwickelt. Als Autor möchte er seinen Lesern Informationen und Hintergrundwissen zu Wirtschafts- und Finanzthemen liefern.

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