Depot-Absicherung für Ihren Sommerurlaub mit Stop-Loss-Marken

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In diesem Beitrag erfahren Sie, wie wirkungsvoll Depot-Absicherungen durch Put-Optionsscheine sind und mit welchen Kosten Sie in etwa rechnen müssen. (Foto: eyeofpaul/AdobeStock)

Die Kursabschläge am heutigen Börsentag zeigen Ihnen, dass eine Depot-Absicherung speziell im Sommer ein heißes Thema ist. Hintergrund: Da in den Sommerferien einige große Anleger nicht so aktiv wie üblich sind (dadurch fehlt Liquidität im Markt) und zusätzlich viele Stop-Loss-Marken im Markt liegen, kann es schnell zu größeren Kursschwankungen kommen.

Angenommen, ein Jahr nach dem Kauf der Put-Optionsscheine notiert der DAX nur noch bei 7.750 Punkten (-50% verglichen mit den 15.500 Punkten aus unserem Beispiel von vorgestern). Ihre DAX-Indexfonds wären dann nur noch 5.000 Euro wert (10.000 Euro – 50%). Gleichzeitig wäre der Wert der Put-Optionsscheine sprunghaft gestiegen.

Der Put-Optionsschein verbrieft das Recht, dass Sie den DAX für 15.500 Punkte verkaufen dürfen. Da der DAX nur noch bei 7.750 Punkten notiert, würden Sie die Differenz zwischen 15.500 und 7.750 Punkten (multipliziert mit dem Bezugsverhältnis des Optionsscheins) kassieren.

Put-Optionsschein – Beispielrechnung

7.750 x 0,01 = 77,50 Euro je Put-Optionsschein. Da Sie im Rechenbeispiel 65 Put-Optionsscheine gekauft haben, würde Ihr Wertpapier-Depot wie folgt aussehen:

Position 1: Die Indexfonds auf den DAX sind noch 5.000 Euro wert

Position 2: Die 65 Put-Optionsscheine sind 5.037,50 Euro wert (65 x 77,50 Euro)

Ihr Gesamt-Depot läge damit bei rund 10.037,50 Euro.

Fazit: Während der DAX in diesem Beispiel innerhalb von 12 Monaten um 50% eingebrochen ist, hätte sich Ihr Depot-Wert quasi nicht verändert. Sie besäßen noch immer Wertpapiere im Wert von rund 10.000 Euro.

Der Haken: Wenn Sie eine solche Depot-Absicherung das ganze Jahr über laufen lassen, verursacht die Absicherung etwa 5 bis 12% Kosten pro Jahr. Hinzu kommen die zusätzlichen Transaktionskosten.

Das bedeutet: Wenn wir den Mittelwert zwischen 5 und 12% nehmen und die durchschnittliche Aktienrendite von etwa 8% dagegen halten, wird unter Umständen mehr als Ihre komplette Rendite durch die Absicherung Ihres Depots aufgezehrt. Daher halte ich nichts von einer Dauer-Absicherung. Kurzzeitig, wenn Sie im Sommerurlaub nicht handlungsfähig sind, kann sie aber hilfreich sein.

Depot-Absicherung mittels Stop-Loss-Marken

Eine weitere Absicherungsmöglichkeit ist der Einsatz von Stop-Loss-Marken. Im Unterschied zu der Variante mit Put-Optionsscheinen werden bei der Kurslimit-Variante Verkäufe automatisch ausgelöst, wenn der Kurs eine vorher gesetzte Stop-Loss-Marke einmal erreicht.

Wenn Sie Ihr Depot mit Stop-Loss-Marken absichern wollen, sollten Sie die Marken jedoch nicht zu eng am aktuellen Kurs platzieren, da ansonsten schon bei kleineren Schwankungen automatische Verkäufe ausgelöst werden.

Ich selbst bin aber kein großer Fan von festen Stop-Loss-Marken, wenn es um Qualitäts-Aktien geht. Warum sollte man Top-Werte bei Kursschwäche verkaufen? In einer solchen Situation bieten sich eher Käufe im Sommerschlussverkauf an. Anders sieht es bei Derivaten und spekulativen Aktien-Positionen aus.

Meine abschließende Empfehlung: Wenn Sie keine Hochrisiko-Positionen in Ihrem Depot haben und vorübergehende, kleinere Kursverluste verkraften können, besteht aus meiner Sicht kein Handlungsbedarf vor Ihrem Sommerurlaub. Wenn Sie allerdings doch eine Absicherung vornehmen wollen, können Sie das durch Put-Optionsscheine tun. Beachten Sie dabei aber auch stets die Kosten.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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