Deutsche Sparer verlieren 2021 über 116 Mrd. Euro

Geld Sand – shu

Hohe Inflationsraten und niedrige Zinsen bereiten den Sparern immer größere Probleme und kosten diese immer mehr Geld. (Foto: Tobias1900 / Shutterstock.com)

Der Leitzins in der Eurozone liegt seit Jahren bei 0%. In den vergangenen Monaten kam ein weiteres Ärgernis für Zinssparer hinzu: die hohe Inflation. Laut einer aktuellen Studie der DZ Bank beträgt der Wertverlust auf das verzinsliche Geldvermögen der deutschen Privathaushalte in Höhe von 5,1 Billionen Euro im Jahr 2021 satte 116 Mrd. Euro.

Bezogen auf die gesamte Bevölkerung in Deutschland betrug der Wertverlust auf die Zinsanlagen damit fast 1.400 Euro pro Kopf. Ursächlich dafür waren die kaum vorhandenen Zinsen in Kombination mit Inflationsraten von teilweise über 5%.

Nach Berechnungen der DZ Bank lag der negative Realzins hierzulande im vergangenen Jahr bei 2,3%. Das ist ein neuer Negativrekord! Zur Erläuterung: Der Realzins ist der Zinssatz, der die Wertänderung eines Vermögens unter Berücksichtigung von Inflation oder Deflation angibt. Anders ausgedrückt ist es die Differenz zwischen Nominalzins und Inflation.

Interesse an Aktien gestiegen

Immerhin ist das Interesse der Deutschen am Thema Aktien in den vergangenen beiden Jahren gestiegen. In der ersten Hälfte des vergangenen Jahres investierten private Haushalte hierzulande mehr als das Doppelte von dem in Aktien und Fonds, das sie durchschnittlich in einem Halbjahr vor Ausbruch der Coronakrise investierten.

Unter dem Strich sind inzwischen 9% des Geldvermögens der Deutschen in Aktien investiert. „Es ist zwar noch zu früh von einer neuen Aktienkultur zu sprechen, es gibt aber einen Hype rund um Wertpapiere“, so Michael Stappel, Leiter Makroökonomik bei der DZ Bank.

Ungünstig vor dem Hintergrund des rekordhohen negativen Realzinses ist jedoch, dass sich nach wie vor über 28% des gesamten Geldvermögens der Deutschen in Höhe von 7,5 Billionen Euro in Sichteinlagen und Bargeld befinden.

Aktien sind und bleiben erste Wahl

Nach zwei zuletzt hervorragenden Aktienjahren kann es durchaus sein, dass man in diesem Jahr in Sachen Rendite etwas kleinere Brötchen backen muss. Ich kann Ihnen auch nicht sagen, wo genau der DAX Ende dieses Jahres stehen wird.

Was ich Ihnen jedoch sagen kann, ist, dass Aktien die erste Wahl bleiben, wenn Sie eine positive Realrendite erwirtschaften wollen. Der DAX beispielsweise brachte seit Start vor mehr als 30 Jahren inklusive Dividenden rund 8% Durchschnittsrendite pro Jahr.

Der S&P 500, der die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen umfasst, brachte sogar rund 10% Rendite seit Gründung. Das sind die Renditen, die Sie im Mittel auch in Zukunft an der Börse erwarten dürfen. Das bedeutet, dass Sie auch dann noch eine positive Rendite erzielen, wenn die Inflation – wie zuletzt – auf über 5% klettert.

Falls Sie sich neu für die Börse interessieren, einzelne Aktien Ihnen aber zu schwankungsstark sind, können Sie auch ganze Aktienmärkte abdecken. Diese Indexfonds (ETFs) sind oft günstig und transparent und überzeugen mit einer breiten Streuung. Für Einsteiger ist das der einfachste und günstigste Start ins Börsenleben 2022.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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