Bankdarlehen Bafög: Staatliche Unterstützung für Studierende

Scheine und Münzen mit Dokumenten

Wenn die Fördermöglichkeiten des Bundesausbildungsförderungsgesetzes ausgereizt sind, kann immer noch ein Bankdarlehen Bafög möglich machen. (Foto: Zerbor / Adobe Stock)

Der Begriff “Bafög” hat sich, obwohl er zur Kennzeichnung eines gesamten Gesetzes dient, im allgemeinen Sprachgebrauch auf die finanzielle Hilfe für Auszubildende und Studierende reduziert, die in diesem Gesetz ausgewiesen ist.

Aber nicht nur Studenten, sondern auch Eltern und andere Familienangehörige sollten über den Begriff “Bafög” Bescheid wissen.

Denn über die Höhe des Bafög-Betrages entscheiden die familiären Verhältnisse und  in diesem Gebiet gibt es viel Halbwissen, was zu einem fehlerhaften Antrag und Verlust der Berechtigung führen kann.

Bafög muss in der Vollförderung gar nicht, ansonsten nur bis zu einem Betrag von 10.000 Euro zurückgezahlt werden.

Allerdings setzen sich die finanziellen Hilfen des BAföG sehr unterschiedlich zusammen.

Im Grundsatz handelt es sich um eine geförderte Studienfinanzierung, die der Bund und die Länder zur Wahrung der Chancengleichheit für Studierende aus verschiedenen sozialen Schichten zahlen.

Wenn diese Möglichkeiten nicht greifen, gibt es immer noch das Bankdarlehen Bafög.

Bankdarlehen Bafög – Förderung mit niedrigen Zinsen

Die staatliche Förderung ist nur für Erstausbildung vorgesehen und die muss in der Regelstudienzeit abgeschlossen werden. Wer eine andere Studienrichtung einschlägt, muss dies innerhalb der ersten beiden Semester tun und hinreichende Gründe beim Bafög-Amt geltend machen, um weiterhin die finanzielle Förderung zu erhalten.

Auch die Kombination von Bachelor- und Master-Studium ist an exakte Bafög-Vorschriften gebunden.

Zur Erstausbildung zählt nämlich nicht nur der Bacherlorabschluss, sondern auch ein darauf aufbauender Master, weswegen in diesem Fall auch das zweite Studium vom Staat finanziell untestützt wird.  Doch gerade in der Übergangszeit zwischen Bachelor und Master, gibt es viel Überholungsbedarf beim Bafög. So wurde das Master-Bafög bisher erst bei der Ausstellung des Bachelor-Zeugnis und der endgültigen Immatrikulation gezahlt.

Doch das kann einige Monate in Anspruch nehmen; Monate, in denen die Studenten bereits studieren, da die Universitäten sie vorläufig angenommen hatten.

Die neue Gesetzesüberarbeitung, die ab August 2015 gilt, sieht vor, dass nun auch schon die vorläufige Einschreibung für die Auszahlung des Master-Bafög genügt.

Eine weitere Verbesserung steht in einem Jahr an. Dann ist vorgesehen, dass das Bafög bis zu zwei Monate nach der letzten Bachelor-Prüfung gezahlt wird, was vor allem den Studenten hilft, die zum Master die Universität wechseln wollen.

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Bankdarlehen Bafög – Förderung nach staatlichen Richtlinien

Doch bei Überschreitung der Regelstudienzeit oder beim späten Wechsel der Fachrichtung, greift in jedem Falle das Bankdarlehen Bafög. Studierende haben dann weiterhin die Chance, ihr Studium finanziert zu bekommen, müssen dafür aber ein rückzahlbares Bankdarlehen aufnehmen.

Dieses wird zu besonders zinsgünstigen Konditionen von der KfW angeboten und in Raten ausgezahlt.

Der aktuelle effektive Jahreszins aus dem II: Quartal 2013 beträgt 1,35 %. Ab dem ersten Tag der Auszahlung wird das Bankdarlehen Bafög verzinst.

Mehr zum Thema: Effektiver Jahreszins: so wird er berechnet

Die Rückzahlung wird 18 Monate nach der letzten Auszahlung fällig. Bei Inanspruchnahme dieser Frist werden die Zinsen gestundet.

Auch die Aufnahme des Bankdarlehen Bafög richtet sich nach bestimmten Vorschriften. Diese sind identisch mit den allgemeinen Förderungsvoraussetzungen und Grundsätzen der Berechnung.

Bei Abgabe des Antrags können die Studierenden jedoch eine Begrenzung der Darlehenshöhe vornehmen, wenn sie die Verschuldung geringer halten wollen.

Der Bewilligungszeitraum ist von der Höhenbegrenzung nicht betroffen. Allerdings reduzieren sich durch die Begrenzung auch die Zinszahlungen. Denn nach Ende eines jeden Halbjahrs (Semesters) werden auch die Zinseszinsen zugeschlagen.

Bankdarlehen Bafög – die Rückzahlung

Für die Abwicklung des Bankdarlehen Bafög ist keine Geschäftsbeziehung mit einer Bank notwendig, sondern nur der Vertrag mit dem BaföG-Amt. Den Studierenden steht es aber frei, mit der KfW-Bank weiter gehende Absprachen zu treffen.

Die Rückzahlung erfolgt in der Regel in Raten. Dabei darf eine monatliche Rückzahlungsrate den Betrag von 105 Euro nicht unterschreiten. Für drei aufeinander folgende Monate wird immer eine Summe überwiesen.

Das Bankdarlehen Bafög hat eine Rückzahlungsfrist von 20 Jahren, ein Teilerlass (wie beim staatlichen Darlehen) ist nicht möglich.

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Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.

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