Nominalzinstilgung – So kalkulieren Anleger kostenorientiert

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Viele Anleger schauen in diesen Tagen auf die Europäische Zentralbank, die durch die Senkung des Leitzinses auf 0,5% einen viel […] (Foto: Watchara Ritjan / Shutterstock.com)

Viele Anleger schauen in diesen Tagen auf die Europäische Zentralbank, die durch die Senkung des Leitzinses auf 0,5% einen viel diskutierten Befreiungsschlag unternahm. Das Zins-Niveau befindet sich momentan auf einem klaren Rekordtief.

Einmal mehr ist es daher ratsam, sich über Kreditzinsen zu informieren und die Eigenschaften von Nominalzins und Effektivzins zu kennen.

Klar ist, dass mit jeder Aufnahme eines Kredites in Ihrem Geldinstitut Zinsen anfallen. Damit ist sozusagen der Preis betitelt, den Sie an Ihre Bank abzweigen müssen, wenn Sie sich eine bestimmte Geldsumme leihen.

Die zurückzuzahlende Gesamtsumme setzt sich also aus dem geborgten Betrag, der Kreditsumme, und den Zinsen zusammen. Es ist üblich, den Zinsbetrag in Prozent anzugeben. Das ist die noch nicht getilgte Restschuld eines Kredites pro Jahr.

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Tilgung des Nominalzinses: Ein Kredit als Beispiel

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Herr Anleger nimmt einen Kredit über 20.000 € bei seiner Bank auf. Der Zinssatz beträgt 4%. Nach dem oben genannten Grundprinzip müsste Herr Anleger im ersten Jahr also 800 € Zinsen zahlen.

Er nimmt sich dabei vor, den Kredit mit 2.000 € pro Jahr zu tilgen. Das würde bedeuten, dass im zweiten Jahr der Kreditlaufzeit weniger Zinsen anfallen würden, da sich die Gesamtrestschuld verringert hat. 18.000 € müssen noch zurückgezahlt werden. 720 € fallen dabei an Zinsen an.

Nach diesem Schema würde also mit jedem Jahr der Anteil der Tilgung steigen und der Anteil der Zinsen fallen, da man mit der Zeit immer mehr Geld für die Rückzahlung der eigentlichen Kreditsumme aufbringen kann.

Nominalzins und Effektivzins

Wichtig ist nun zu erkennen, auf welchen Kredit man sich einlassen sollte und auf welchen besser nicht. Es wird bei den zahlreichen Angeboten der Banken mit unterschiedlichem Maß gemessen. Das bedeutet, die Gesamtkosten sind nicht immer auf den ersten Blick kalkulierbar.

Die Kreditzinsen werden als Effektivzins und als Nominalzins angepriesen. Der Nominalzins beschreibt die Kosten für den Kreditnehmer in der Art, wie sie im obigen Beispiel veranschaulicht wurde. Die laufenden Zinskosten sind im Nominalzins enthalten.

Der Effektivzins geht einen Schritt weiter und betitelt etwaige Zusatzkosten wie die Bearbeitungsgebühren der Bank.

Diese Kosten entstehen logischerweise während der Laufzeit Ihres Kredites, haben jedoch in erster Linie nichts mit dem eigentlichen Kreditbetrag zu tun.  Der Nominalzins beschränkt sich auf die Schuldenlast in Reinform (Kreditsumme + Zinsen).

Auch wenn man anhand des Effektivzinses die Kostenlast ein wenig genauer kalkulieren kann, ist es ratsam, sich bei jeder Bank ausführlich über Zusatzkosten und versteckte Kosten zu informieren. Nehmen Sie sich die Zeit und berechnen Sie das Kostenverhältnis.

Bleibt es wirklich ein zinsgünstiges Angebot oder entdecken Sie Makel auf den zweiten Blick?

Sicherheit bei der Kostenkalkulation

Neben den Zinsen sollten Sie sich als sicherheitsorientierter Kreditnehmer über den Grad der Tilgung ein besonders klares Bild machen. Was sind Ihre Ziele? Wie gestaltet sich die Tilgung des Kredites während seiner Laufzeit?

Legen Sie Ihr Vorhaben offen auf den Tisch und holen Sie sich unterschiedliche Angebote ein. Schnell können so potenzielle Kostenfallen identifiziert werden. Die Aufnahme eines Kredites sollte für Sie nicht zu einem Sorgenspiel werden – weder kurzfristig noch langfristig.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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