Betriebsrente 2016: Lohnt ein neuer Vertrag?

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Die Betriebsrente lohnt sich 2015 nur unter bestimmten Umständen. Je nach Anlageform (Lebensversicherung) sind die Zinsen schlecht. (Foto: Khongtham/ shutterstock.com)

Um für die Rente vorzusorgen ist es nie zu früh. Neben den Zahlungen in die gesetzliche Rentenkasse und einer privaten Vorsorge gibt es für Angestellte auch die Möglichkeit über die betriebliche Rente vorzusorgen.

Dabei wird in der Regel ein Teil des Entgeltes umgewandelt und in die Altersabsicherung investiert. Dies kann über die Einzahlung in eine Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder über eine Direktversicherung als Produkt einer Lebensversicherungsgesellschaft passieren.

Dadurch, dass die Beiträge zur Betriebsrente vom Bruttogehalt abgehen, werden sowohl die Sozialversicherungsbeiträge als auch die steuerlichen Abgaben gesenkt und es bleibt am Monatsende mehr Netto übrig.

Was auf den ersten Blick attraktiv klingt, kann sich allerdings im Alter rächen, da die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenkasse geringer ausfallen. Eine Betriebsrente lohnt sich daher nicht für jedermann und sollte gut überlegt sein.

Diese Nachteile bietet die Betriebsrente

Das größte Problem bei der Betriebsrente ist, dass für die eingezahlten Beiträge keine Rentenansprüche gewonnen werden. Für Arbeitnehmer, die ab 2.500 € Brutto im Monat verdienen, kann sich eine Betriebsrente lohnen, da sie auf diese Weise Steuern sparen können. Durch das Abführen eines monatlichen Betrags für die betriebliche Altersvorsorge verringert sich der Bruttolohn, auf den Steuern gezahlt werden müssen. Die jahrelange Steuerersparnis kann dabei die niedrigeren Rentenleistungen aufwiegen. Ist dies nicht der Fall, sollten Arbeitnehmer gründlich überlegen, ob eine betriebliche Altersvorsorge für sie wirklich Sinn macht.

Für Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, ergibt sich ein weiteres Manko: Betriebsrenten müssen im Alter voll versteuert werden und die vollen Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung werden erhoben. Diese zwei Aspekte sind weitere Gründe, den Abschluss einer Betriebsrente gründlich zu überlegen. Auf eine gesetzliche Rente zahlen Pensionäre nur einen ermäßigten Beitrag zur Krankenversicherung.

Was passiert bei einem Jobwechsel mit der Betriebsrente?

Bei einer Entgeltumwandlung verzichten Arbeitnehmer zugunsten der betrieblichen Vorsorge auf einen Teil ihres Lohns. Wie Arbeitgeber das Geld ihrer Mitarbeiter anlegen, bleibt ihnen überlassen. Häufig entscheiden sie sich für die Variante der Anlage in einer Lebensversicherung. Der Vertrag muss dann beim Wechsel des Arbeitgebers gekündigt und neu abgeschlossen werden.

Verträge, die aktuell abgeschlossen werden, haben deutlich schlechtere Konditionen als noch vor einigen Jahren. 2003 erhielten Versicherungsnehmer von Lebensversicherungen eine dreimal so hohe Garantieverzinsung wie 2014. 2015 wurde die Mindestverzinsung von 1,75 % sogar nochmal gesenkt und liegt nun bei 1,25 %; selbst von einer Kappung des Garantiezinses war zwischenzeitlich die Rede.

Auch auf die betriebliche Altersvorsorge wirkt sich das negativ aus, wenn sich der Arbeitgeber für die Anlageform Lebensversicherung entschieden hat. Zahlt er in einen Pensionsfonds oder in Pensionskassen ein, hat der Garantiezins auf Lebensversicherungen keine Auswirkung.

Das müssen Arbeitnehmer für die Betriebsrente im Jahr 2016 wissen

Bei der Betriebsrente könnte sich 2016 noch als wegweisendes Jahre herausstellen. Denn Ende dieses Jahres soll eine bereits 2014 durch das Bundesfinanzministerium in Auftrag gegebene Studie zu Optimierungsmöglichkeiten in Sachen Betriebsrente erscheinen.

Bisher kann sich einzig die Senkung der Mindestverzinsung von Lebensversicherungen negativ auf die Betriebsrente auswirken, falls der Arbeitgeber sich für diese Form der betrieblichen Altersvorsorge entschieden hat. Arbeitnehmer sollten für sich durchrechnen, ob sich die Einzahlung in die betriebliche Altersvorsorge für sie lohnt.

Steuerliche Vorteile während der Erwerbstätigkeit sollten die geringeren Rentenzahlungen im Alter überwiegen. Die Senkung der Mindestverzinsung von Lebensversicherungen hat ebenfalls Auswirkungen auf die Betriebsrente, wenn 2015 neue Verträge abgeschlossen werden. Allerdings gibt es auch andere Möglichkeiten betrieblich vorzusorgen, sodass die niedrigen Zinsen auf Lebensversicherungen nicht immer relevant sind. Die Einzahlung in Pensionskassen oder Pensionsfonds sind zwei dieser Möglichkeiten.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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